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© Thoroe · CC BY-SA 3.0 de

Niehler Hafen

Flächenmäßig größter der sechs Kölner Güterhäfen – 1929 landete hier ein Katapultflugzeug mit Übersee-Post vom Dampfer „Bremen“.

Betrieben wird der Hafen im Kölner Stadtteil Niehl von der RheinCargo. Seine Einfahrt öffnet sich auf der linken Seite des Niederrheins bei Kilometer 695,8.

Auf einen Blick

Art
Hafen mit Güterumschlag, auch „Hafen Niehl I“ genannt
Lage
Stadtteil Niehl, Stadtbezirk Nippes
Gesamtfläche
1,4 Millionen m², davon 472.700 m² Wasserfläche
Hafenbecken
vier, nach ihrer Bauzeit durchnummeriert, dazu Becken 4a am Molenkopf
Erster Teilausbau
bis 1925
Umschlag 2011
rund 514.000 TEU, insgesamt rund 2,1 Millionen Tonnen
Für Fußgänger und Radfahrer
Brücke über die Hafeneinfahrt seit 1986, Teil des Rheinradwegs (EV15)
Wusstest du?

Am 19. Dezember 1929 landete im Niehler Hafen das erste Katapultflugzeug (eine Heinkel HE 12), das vom Überseedampfer „Bremen" gestartet worden war, um Postsäcke für Deutschland vorab zu liefern; die Post wurde dann vom Flughafen Butzweilerhof aus deutschlandweit verteilt.

Luftpost vom Ozeandampfer

Am 19. Dezember 1929 landete am Niehler Hafen das erste Katapultflugzeug, eine Heinkel HE 12 mit dem Namen „New York“ (D 1717). Die Maschine war auf dem Dampfer „Bremen“ stationiert und wurde von Bord per Katapult gestartet. Sie beförderte Postsäcke mit Sendungen für Deutschland. Im Hafen wurde die Post neu sortiert und anschließend vom Flughafen Köln-Butzweilerhof aus im ganzen Land verteilt.

© BAW_Bundesanstalt für Wasserbau · CC BY 2.0

Vom Notstandsprojekt zum Großhafen

Im März 1921 beschloss der Kölner Stadtrat die Anlage des Hafens, ein Jahr später begannen die Erdarbeiten. Im Juli 1923 arbeiteten mehr als 3000 Menschen an der Baustelle, deren Lohn zu einem beträchtlichen Teil aus der Erwerbslosenfürsorge stammte. Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten den Hafen vollständig. 1957 war der Vorkriegszustand wiederhergestellt; von 1959 bis 1977 wurde Niehl I zum flächenmäßig größten Kölner Hafen ausgebaut. Die in Köln stationierten Belgischen Streitkräfte nutzten den Hafen als Treibstoffdepot und für ihre Rheinflottille.

© Rolf Heinrich, Köln · CC BY 3.0

Fünf Kais, fünf Aufgaben

Am Westkai werden Container, Wechselbrücken und kranbare Sattelauflieger zwischen Schiff, Bahn und Lkw umgeschlagen. Die Fußgängerbrücke führt direkt über dieses Terminal und teilt den Kai in einen südlichen Bereich mit Kranbetrieb und einen nördlichen ohne. Am Lagerhauskai stehen ein Lagerhaus und ein Getreidesilo; auf einer Freifläche gibt es einen offiziellen Abstellplatz für die Autos der Binnenschiffer. Vom Stapelkai aus verbindet ein Binnenschiff-Liniendienst den Hafen zweimal pro Woche mit Rotterdam und Antwerpen. Der Hansekai dient vorwiegend Speditionen als Standort.

© Thoroe · CC BY-SA 3.0 de

Technik und Anbindung

Zwei der Containerbrücken reichen wasserseitig 36 Meter weit, sodass zwei nebeneinanderliegende Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden können. Alle Kais und die Betriebe am Molenkopf sind über Güterstrecken der HGK an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Für den Straßenverkehr stehen drei Einfahrtstore zur Verfügung.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1741–1745
    Errichtung des Niehler Damms nach dem Hochwasser vom Dezember 1740
  2. 1921
    Kölner Rat beschließt am 16. März die Anlage des Niehler Hafens
  3. 1922
    Beginn der Erdarbeiten im Mai
  4. 1925
    Erster Teilausbau des Hafens abgeschlossen
  5. 1929
    Erste Katapultflugzeug-Landung (Heinkel HE 12) mit Schiffspost am 19. Dezember
  6. 1948
    Nach Kriegszerstörung sind Kaimauern und Umschlagseinrichtungen wieder nutzbar
  7. 1957
    Vorkriegszustand wieder erreicht; heutige Hafeneinfahrt und Becken 1 entstehen
  8. 1959–1977
    Ausbau von Niehl I zum flächenmäßig größten Kölner Hafen

Galerie

© G. Friedrich · CC BY 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-28

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