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© Doppelklecks · CC BY-SA 4.0

Naumannsiedlung Köln

Wohnsiedlung in Köln-Riehl aus den Jahren 1927–1929, entstanden als sozialer Wohnungsbau der Weimarer Republik auf einem früheren Ziegelei-Gelände.

Outdoor

Die Anlage entstand als Wohnungsamtswohnungen für einkommensschwache Anwärter; einziehen sollten vor allem kinderreiche Arbeiterfamilien, deren Angehörige bei den Fordwerken und den Rheinkabelwerken arbeiteten.

Auf einen Blick

Art
Wohnsiedlung, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Lage
Kölner Stadtteil Riehl, Stadtbezirk Nippes
Bauzeit
1927 bis 1929
Umfang ursprünglich
631 Wohneinheiten in 68 Häusern
Grundriss
fünfeckige Fläche, begrenzt von Riehler Tal, Barbara-, Boltenstern- und Stammheimer Straße
Besonderheit
jede Wohnung mit begrünbarer Loggia
Auszeichnung
Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ (2012)
Wusstest du?

Die Sanierung der denkmalgeschützten Siedlung zwischen 2008 und 2020 fiel teurer aus als ein kompletter Neubau gewesen wäre – Grund waren zahlreiche Baumängel, die bereits auf die Bauzeit der 1920er Jahre zurückgingen.

Geschichte

Ab 1927 errichtete die Gemeinnützige Wohnungsbau AG (GAG) den Komplex auf dem Areal der früheren Ziegelei Delfosse. Für die architektonische Leitung gewann sie Manfred Faber, der die Gestaltung zusammen mit Hans Heinz Lüttgen, Otto Scheib und Fritz Fuß verantwortete; alle galten als Vertreter des Neuen Bauens. Den Namen übernahm die Siedlung von der eingeschlossenen Naumannstraße, benannt nach dem Ornithologen Johann Friedrich Naumann. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung nur wenig beschädigt. 1995 wurde die Anlage als Beispiel für den Siedlungsbau der Weimarer Republik unter Denkmalschutz gestellt.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Architektur

Die vier- bis fünfgeschossigen, teils sechsgeschossigen Häuser gruppieren sich um eine Art Dorfplatz. Die Häuserzeilen folgen streckenweise bogenförmig den Straßen und binden an die Altbebauung an. Höhenunterschiede von bis zu zwei Baugeschossen, die auf die frühere Lehmgrube zurückgehen, wurden mit Freitreppen, Torgängen und Brücken einbezogen. Eckbauten mit Flachdächern bilden kubische Wohntürme, Torgebäude schaffen einen Teil der Zugänge und zusätzlichen Wohnraum. Die Anlage entstand in mehreren Bauabschnitten: Die ersten Gebäude erhielten eine Fassade mit expressionistischer Dekoration, während der letzte Bauabschnitt an der Boltensternstraße als kubischer Block ohne aufwendige Fassade dem Internationalen Stil nahekam.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Wohnen und Ausstattung

Alle Wohnungen erhielten eine begrünbare Loggia als Zugang zur Natur. In den frühen Bauabschnitten hatten alle Einheiten eine Toilette, ein eigenes Bad jedoch nur die Eckwohnungen; im letzten Bauabschnitt waren die Wohnungen durchgängig mit Bad ausgestattet. Über die Jahrzehnte entwickelte sich eine hohe Wohnzufriedenheit mit Wohndauern von teils bis zu 50 Jahren.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Sanierung

Zwischen 2008 und 2020 sanierte die GAG das Ensemble und glich die Fassaden dem Ursprungszustand an. In den gesicherten Strukturdaten ist neben Manfred Faber das Büro florczak plan-ing als Architekt verzeichnet. Weil zahlreiche Baumängel bis in die 1920er Jahre zurückreichten, war der Aufwand teurer als ein Neubau. Durch Ausbau der einstigen Trockenböden zu Maisonette-Wohnungen sowie gartenseitige Apartments und die Umwandlung früherer Garagen in Gartenwohnungen entstanden 161 zusätzliche Einheiten; als Ersatz wurde eine Tiefgarage unter der Grünfläche angelegt. Die Wohnfläche stieg von 28.647 auf 37.225 Quadratmeter. 2012 würdigte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten mit einem Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Heute

Die Naumannsiedlung ist eine gewachsene Siedlung mit vorwiegend mittelständischer Bevölkerung.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1927
    Baubeginn der Naumannsiedlung durch die GAG auf dem Gelände der Ziegelei Delfosse
  2. 1929
    Fertigstellung der Siedlung mit 631 Wohneinheiten
  3. 1995
    Unterschutzstellung der Anlage als Baudenkmal
  4. 2008
    Beginn der umfassenden Sanierung durch die GAG
  5. 2012
    Auszeichnung mit dem Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ beim Deutschen Bauherrenpreis
  6. 2020
    Abschluss der Sanierung und Erweiterung der Siedlung

Galerie

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-08

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