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© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Blauer Hof

Wohnsiedlung des Neuen Bauens in Köln-Buchforst, gestaltet nach dem Vorbild holländischer Wohnhöfe und mit blau getönten Hoffassaden.

Entstanden ist der Blaue Hof aus einem konkreten Bedarf: Der Bau der Mülheimer Brücke machte Wohnhäuser nieder, deren meist einkommensschwache und kinderreiche Mieter neuen Wohnraum brauchten.

Auf einen Blick

Art
Wohnsiedlung des Neuen Bauens
Lage
Köln-Buchforst, Stadtbezirk Mülheim
Bauzeit
1926–1927
Bauherrin
Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft GAG
Architekten
Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod
Wohnungen
mehr als zweihundert
Status
Baudenkmal (seit 1988)
Baustil
funktionalistisch
Wusstest du?

Für die mehr als zweihundert neuen Wohnungen entwarfen die Architekten eigens preisgünstige Möbel, die exakt auf die jeweiligen Grundrisse abgestimmt waren.

Lage und Umgebung

Die Siedlung liegt im Karree zwischen Waldecker, Kasseler, Dortmunder und Hertzstraße. Einige Bauten des südlich angrenzenden Wohnblocks wurden nach demselben Baumuster errichtet.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Geschichte

1926 erwarb die städtische Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft ein 18 Hektar großes Grundstück im sogenannten Kalkerfeld, das bis dahin vornehmlich mit Buchen bewaldet und unbewohnt war. Für den Standort sprach die verkehrliche Anbindung: Die Vorortbahnlinie C der Kölner Verkehrs-Betriebe durchquerte das Gebiet und verband es mit dem Stadtgebiet und den umliegenden Vororten. Noch im Jahr des Grundstückskaufs begannen die Arbeiten; 1927 war die Siedlung bezugsfertig. Für die Wohnungen entwarfen die Architekten preisgünstige, auf die Grundrisse abgestimmte Möbel.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Architektur

Riphahn und Grod orientierten sich an den Wohnhöfen des damaligen holländischen sozialen Wohnungsbaus. Der nahezu quadratische Hof besteht aus viergeschossigen Zwischenbauten, die an den Ecken und am Hofeingang durch fünfgeschossige kubische Blocks abgeschlossen werden. Die glatte Straßenfassade wird durch zurückspringende Treppenhäuser und wechselnd hohe Fensterbänder gegliedert, die Hofseite durch drei- oder viergeschossige Loggien. An den Eckbauten liegen die Balkone jeweils zur Straße. Für die Farbgestaltung war Heinrich Hoerle verantwortlich. Die Häuser tragen Flachdächer; allein der abweichende Eckblock des Zusatztrakts an der Heidelberger Straße besitzt keine Balkone und erhielt ein Satteldach, um sich optisch an die angrenzende Bebauung anzugleichen.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Sanierung und heutige Gestalt

Zwischen Juni 2006 und April 2010 wurde die Siedlung vollständig saniert und äußerlich dem Planungsstand von 1926 angeglichen. Die Gebäude erhielten neue Flachdächer, eine sechs Zentimeter starke Wärmedämmung und erstmals Heizungen. Zur Straße kamen weißer Anstrich und rote Sprossenfenster, zum Hof zwei Blautöne mit weißen Sprossenfenstern. Nach dem Bau einer Tiefgarage wurde der Innenhof neu angelegt, mit Vorgärten, Wäscheplatz, einem öffentlichen Spielplatz und einer Rasenfläche. Die Sanierungskosten lagen bei 23 Millionen Euro; Anfang Mai 2010 wurde der Abschluss mit einem Mieterfest begangen. Für die Sanierung des Blauen Hofs und der Germaniasiedlung in Köln-Höhenberg erhielt die GAG Immobilien den Deutschen Bauherrenpreis 2009/2010.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1926
    GAG erwirbt 18 Hektar Grundstück im Kalkerfeld, Baubeginn des Blauen Hofs
  2. 1927
    Siedlung Blauer Hof wird bezugsfähig fertiggestellt
  3. 1988
    Siedlung wird unter Denkmalschutz gestellt
  4. 2006-06
    Beginn der Komplettsanierung der Hofsiedlung
  5. 2010-04
    Abschluss der Sanierungsarbeiten am Blauen Hof
  6. 2010-05
    Mieterfest zum Abschluss der Sanierung gefeiert
  7. 2009/2010
    Auszeichnung mit dem Deutschen Bauherrenpreis für die Sanierung

Galerie

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-08

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