Godorfer Hafen
Kölns umschlagstärkster Hafen: Pipelines führen von den Anlegern direkt in die Werke von Shell und Basell, Kräne am Rhein bewegen Kies, Ton und Gips.
Bis 1960 hieß die Anlage Wesselinger Hafen. Der neue Name stand für die Neuausrichtung auf die Rheinland Raffinerie der Royal Dutch Shell in Godorf.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Güterhafen
- Lage
- Köln-Godorf im Stadtbezirk Rodenkirchen, am Niederrhein links bei Kilometer 671,9
- Eröffnung
- 1901
- Hafenbecken
- drei
- Flächen
- 192.900 m² Wasser, 170.200 m² Land
- Betreiber
- Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK)
- Eignung
- nicht für Personen- und Freizeitschifffahrt
Der Godorfer Hafen hieß bis 1960 noch Wesselinger Hafen; die Umbenennung wies auf die Neuausrichtung auf die Shell-Raffinerie in Godorf hin, denn damals lagen beide Orte noch im Landkreis Köln.
Geschichte
Am Anfang stand eine Güterbahn: Die sieben Kilometer lange Querbahn von Brühl über Vochem, Berzdorf und Wesseling nach Godorf führte zum Bau des Hafens, der im selben Jahr wie die Strecke in Betrieb ging. Ein erstes Hafenbecken kam 1928 hinzu, 1960/61 folgten der Ölhafen als zweites und der Gashafen als drittes Becken. Zur Zeit der Umbenennung gehörten Wesseling und Godorf beide zum Landkreis Köln. 1992 ging die bisherige Betreiberin, die Köln-Bonner Eisenbahn, im Konzern Stadtwerke Köln auf.
Umschlag und Anlagen
Kein anderer Kölner Hafen schlägt mehr Güter um. 2011 waren es fast 5 Millionen Tonnen flüssige und gasförmige Kohlenwasserstoffe sowie rund 966.000 Tonnen Schüttgüter, vor allem Kies, Salz und Feuchthydrat. Von den Anlegeplätzen für Flüssiggüter verlaufen Pipelines direkt in die Werke der umliegenden Unternehmen Shell und Basell. Direkt am Strom bewegen zwei Portalwippdrehkräne Güter wie Kies, Ton, Kalkstein und Gips. Zwischen ihnen erleichtert ein Trichter das Beladen von Eisenbahnwaggons; er überspannt die Gleise zwischen den Lagerboxen und dem Strom.
Bedeutung für die Region
Der Hafen versorgt unter anderem die chemische Industrie der Region mit Mineralöl.
Verkehrsanbindung
Am Hafen liegt ein Bahnhof der HGK. Im südlichen und im nördlichen Becken führen Ausziehgleise bis auf die Kais, die Anleger im mittleren Bereich sind dagegen nicht für den Umschlag zwischen Schiff und Schiene erschlossen. Für Lkw liegt der Hafen an der Ausfahrt Godorf der A 555 in der Nähe des Kölner Autobahnrings. Mit der Stadtbahn ist er über die Station Godorfer Bahnhof erreichbar.
Kein viertes Hafenbecken
Im September 2019 stellte der Rat der Stadt Köln die Pläne für ein viertes Becken endgültig ein. Zuvor hatte die HGK den Ausbau seit den 1980er/1990er Jahren angestrebt, 2006 beschloss die Bezirksregierung Köln die Planfeststellung. Befürworter, darunter Industrie- und Handelskammer und Deutscher Gewerkschaftsbund, erwarteten vor allem eine erhebliche Verkehrsentlastung in anderen Teilen Kölns. Kritiker und besonders Anwohner befürchteten den Verlust eines Naherholungsraums im Kölner Süden und des Naturschutzgebiets Sürther Aue.
Zeitstrahl
- 1901Querbahn eröffnet; Godorfer (Wesselinger) Hafen geht in Betrieb
- 1928Erstes Hafenbecken in Betrieb genommen
- 1960Umbenennung von Wesselinger Hafen in Godorfer Hafen
- 1960/61Ölhafen (Becken II) und Gashafen (Becken III) eröffnet
- 1992KBE als Betreiber im Stadtwerke-Köln-Konzern aufgegangen; Teil der HGK
- 2006Güterverkehr auf der Rheinuferbahn eingestellt; Planfeststellung zur Erweiterung
- 2019Stadtrat Köln stellt Erweiterungspläne (4. Hafenbecken) endgültig ein
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