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© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Konrad-Adenauer-Ufer

Nach Konrad Adenauer benannter Teil der Kölner Rheinuferstraße, an einem Uferstreifen, dessen älteste Spuren bei St. Kunibert liegen.

Schon seit alters lebten Schiffer und Fischer am langgestreckten Ufer einer Bucht, die der Rhein nordöstlich der späteren römischen Kolonie gebildet hatte. Einen eigenen Namen erhielt die Uferstraße dort über Jahrhunderte nicht.

Auf einen Blick

Art
Mehrspurige Alleestraße mit Mittelstreifen
Verlauf
Hohenzollernbrücke (Altstadt-Nord) bis westlicher Teil der Zoobrücke
Lage
Stadtteil Neustadt/Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Baujahr/Eröffnung
1897
Namensgeber
Konrad Adenauer
Verkehr
Teil der Bundesstraße 51
Ausstattung
Bürgersteig, Uferpromenade mit Radweg
Wusstest du?

Die nördliche Kölner Rheinuferstraße hatte im Mittelalter keinen eigenen Namen: In den Schreinsbüchern ab dem 12. Jahrhundert wird sie nur als „in littore“ oder „Litus Reni“ umschrieben, und selbst auf Mercators Stadtansicht von 1570 trägt nur das Gassennetz Namen, nicht die Uferstraße.

Das kannst du hier erleben

Eine Göttin als Namensgeberin

Im nördlichen Bereich des Uferstreifens soll ein Dorf namens „vicus deae Lucretiae“ entstanden sein. Der Althistoriker Hermann Schmitz führte den Namen dieser Schutzgöttin auf keltische Herkunft zurück. Er stützte sich auf zwei Inschriften, die die Muttergottheit „dea Lucretia“ nennen, einen im römischen Kult nicht vorkommenden Namen. Eine stammt von nördlich der Römermauer, die andere aus dem Winkel von Nord- und Ostmauer der antiken Stadt. Laut Schmitz prägten als Matronen verehrte Gottheiten seit vorchristlicher Zeit meist auch Ortsnamen, hier mit Ursprung in ubischer Zeit.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Römerwege und St. Kunibert

Eine nördliche Uferstraße legten die Römer nicht an. Als direkte Verbindung diente der Straßenzug Eigelstein – Neusser Straße – Niehler Straße. Im 7. Jahrhundert soll Erzbischof Kunibert vor der nördlichen Römermauer ein kleines Gotteshaus am Rhein errichtet haben, möglicherweise auf einer frühen fränkischen Kultstätte. Spuren dieses möglichen Heiligtums, der „Kunibertspütz“, liegen noch heute unterhalb der Ostapsis in der Krypta von St. Kunibert. Diese Funde und Reste eines möglichen Vorgängerbaus gelten als die ältesten Spuren des Uferabschnitts.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Ein Ufer ohne Namen

Die Kölner Schreinsbücher ab dem 12. Jahrhundert verorten Grundstücke am Ufer nur mit Zusätzen wie „in littore“ (um 1135) oder „uff der stat mauren“ (1596). Auch Arnold Mercators Stadtansicht von 1570 benennt nur die einmündenden Gassen. In jener Zeit entstand vor dem äußeren Stadtmauerturm Weckschnapp ein Steinbau, der spitz in den Rhein ragte. Dahinter zeigt die Karte im äußersten Norden nur eine Häuserzeile mit überwiegend Weingärten; dichter bebaut war es erst ab der Kunibertskirche.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Die heutige Straße

Als Baujahr bzw. Eröffnung ist 1897 verzeichnet, benannt ist die Straße nach Konrad Adenauer. Unter diesem Namen führt sie von der Hohenzollernbrücke nach Nordosten und geht an der Zoobrücke in das Niederländer Ufer über.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Was geblieben ist

Trotz Veränderungen des Flussbetts und Korrekturen am Ufer sind archäologische Funde aus der Römerzeit und späteren Epochen erhalten. Hinzu kommen die Stiftskirche, Reste der frühen Stadtbefestigung und die nur noch in Resten vorhandene Straße „Am Alten Ufer“.

© Jakob Scheiner · Public domain

Zeitstrahl

  1. 7. Jahrhundert
    Erzbischof Kunibert soll vor der nördlichen Römermauer ein Gotteshaus errichten
  2. 12. Jahrhundert
    Beginn der Kölner Schreinsbücher-Aufzeichnungen zu Uferliegenschaften
  3. um 1135
    Uferlage in Schreinsbüchern als „in littore“ bezeichnet
  4. 1570
    Arnold Mercators Kölner Stadtansicht zeigt Uferstraße ohne Namen
  5. 1596
    Schreinsbuch nennt Lage „uff der stat mauren“ am Rhein
  6. 1897
    Baujahr/Eröffnung laut Wikidata

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-13

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