Domplatte
Die Fußgängerplattform hebt das Gelände rund um den Kölner Dom auf die Höhe seiner Eingangsportale. Dafür entfiel der historische Domhügel.
„Domplatte“ ist kein offizieller Name, sondern die umgangssprachliche Bezeichnung für die Fläche. Weil sie die Stadt auf das Niveau des Doms anhob, gilt die Domumgebung mit ihr als „vollständig neu erfunden“.
Auf einen Blick
- Art
- Fußgängerplattform rund um den Kölner Dom
- Lage
- Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Fläche
- 7000 m²
- Bauzeit
- 1968–1970
- Anreise
- U-Bahnhof Dom/Hauptbahnhof der Stadtbahn Köln
- Vom Hauptbahnhof
- über den Bahnhofsvorplatz, dann per Freitreppe oder Lift
- Darunter
- zweigeschossige Tiefgarage für 613 Kfz unter der westlichen und südlichen Domplatte
- In der Nähe
- Römisch-Germanisches Museum, Museum Ludwig, Roncalliplatz
Für den Bau der Domplatte wurde der historische Domhügel abgetragen: Das Bodenniveau rund um den Kölner Dom wurde auf die Höhe der Eingangsportale angehoben, die zuvor nur über Treppen erreichbar waren. Die 70 Meter breite Freitreppe zum Bahnhofsvorplatz, die 2005 übergeben wurde, entsprach weitgehend einem Entwurf von Fritz Schaller aus dem Jahr 1964, den die Stadt damals abgelehnt hatte – umgesetzt wurde er von seinem Sohn Christian.
Die Stadt auf Höhe des Doms
Bis zum Bau erreichte man die Portale des Doms nur über Treppen. Architekt Fritz Schaller ließ das Gelände für Fußgänger genau auf deren Niveau anheben. Ziel war für ihn, den Dom in das Stadtgefüge einzubinden und aus seiner räumlichen Isolierung zu lösen. Der historische Domhügel musste dafür weichen. Die mit mehrfarbigem Granitpflaster belegte Betonplattform umschließt den gesamten Dom; Treppen liegen seither weiter vom Bau entfernt, etwa im Westen zum Verkehrsamt und im Norden zum Bahnhofsvorplatz.
Entstehung
Ein internationaler Wettbewerb von 1956 wurde nicht verwirklicht, gab aber die Idee der Anhebung vor. Den Wettbewerb von 1964 gewann Schaller, 1968 begannen die Arbeiten. Der Bau der unterirdischen Stadtbahn erleichterte die Neuordnung, weil die oberirdische Straßenbahn wegfiel. Im Juli 1970 wurde ein erster Teil für Fußgänger freigegeben, im Oktober 1970 die gesamte Fläche. Das 1974 eröffnete Römisch-Germanische Museum schloss die letzte Baulücke, wofür der zuvor gärtnerisch gestaltete Roncalliplatz kleiner wurde. 1988 folgte eine Teilerneuerung.
Übergang zum Hauptbahnhof
Richtung Bahnhof überspannt die Plattform die Trankgasse, eine Ost-West-Achse für den Durchgangsverkehr zum Rheinufer. Anfangs überwand eine skulpturale Treppe den Höhenunterschied. Die heutige, 70 Meter breite und 5 Meter hohe Freitreppe gestaltete Christian Schaller, Sohn von Fritz Schaller; übergeben wurde sie 2005. Sie entsprach weitgehend einem Alternativentwurf seines Vaters von 1964, den die Stadt damals abgelehnt hatte. Im August 2013 begann die Umgestaltung der östlichen Domumgebung zwischen Dom, Römisch-Germanischem Museum, Museum Ludwig und Hauptbahnhof. Dazu gehören breite Fußwege, ein neues Beleuchtungskonzept und der Abriss eines Teils des Trankgassentunnels.
Treiben auf der Platte
Auf der Domplatte und dem Roncalliplatz ist laut einem in der Quelle angeführten Zitat immer etwas los. Genannt werden dabei Skater, Rollschuhfahrer, Akrobaten, Straßenmusikanten und Pflastermaler.
Sperrung bei Sturm
Wind, Nässe und starke Temperaturschwankungen begünstigen, dass sich Teile von der Domfassade lösen. Trotz häufiger Kontrollen mit Drohnen und Hebebühnen stürzen immer wieder Gesteinsbrocken herab. 2012 verletzten Bruchstücke eines solchen Brockens einen Mann vor dem Hauptportal. Vor aufziehenden Stürmen wird die Domplatte daher regelmäßig gesperrt.
Zeitstrahl
- Februar 1956Internationaler Wettbewerb zur Umgestaltung der Domumgebung startet
- 1964Wettbewerb zur Domplatte; Baubeginn der unterirdischen Stadtbahn (Mai)
- 1968Fritz Schaller beginnt mit den Bauarbeiten an der Domplatte
- 1970Erster Teil am 7. Juli, gesamte Domplatte im Oktober übergeben
- 1974Römisch-Germanisches Museum eröffnet (4. März)
- 1988Wettbewerbe führen zu einer Teilerneuerung der Domplatte
- 2005Neugestaltete Freitreppe zum Bahnhofsvorplatz übergeben (10. August)
- 2013Umgestaltung der östlichen Domumgebung beginnt (August)
Galerie
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Adresse
Domplatte
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-21
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