Alteburger Mühle
Ältestes erhaltenes Bauwerk Marienburgs: ehemalige Windmühle auf einem mittelalterlichen Turm, heute Teil des polnischen Generalkonsulats.
Knapp 100 m westlich des Rheinufers am Oberländer Ufer liegt ein Bau, dessen Geschichte vom römischen Flottenkastell über eine Ausflugsgaststätte bis zur diplomatischen Vertretung reicht.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige Windmühle (Galerieholländer), Baudenkmal
- Lage
- An der Alteburger Mühle 6, im äußeren Nordosten von Köln-Marienburg (Stadtbezirk Rodenkirchen)
- Errichtung
- Ende des 18. Jahrhunderts
- Fundament
- Mittelalterlicher Rundturm, vermutlich aus dem 12./13. Jahrhundert
- Heutige Nutzung
- Abteilung für Handel und Investitionen des polnischen Generalkonsulats
- Denkmalschutz
- Eintrag in die Kölner Denkmalliste am 20. Dezember 1983
Die Alteburger Mühle wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf den Resten eines mittelalterlichen Rundturms im Gebiet eines römischen Flottenkastells errichtet; ab 1835 diente sie zeitweise als Knochenstampfmühle für eine Kalk- und Knochenbrennerei, und heute residiert dort die Handelsabteilung des polnischen Generalkonsulats.
Vom Turm zur Mühle
Am Ursprung steht wahrscheinlich ein Rundturm aus Basaltlava und anderen Steinen, der 1209 zusammen mit einer nahen Kapelle auf dem Gelände des einstigen römischen Flottenkastells Alteburg erwähnt wurde. Seine Mauertechnik ähnelt der Kölner Stadtmauer jener Zeit. Die als „Aldeburch“ bekannte Burganlage wurde möglicherweise 1474 in der Kölner Stiftsfehde geschleift. Der Kaufmann Johann Wilhelm Huybens, der 1782 einen 20 Morgen großen englischen Garten anlegen ließ, ließ vermutlich einige Jahre später auf dem Turmstumpf die Windmühle errichten.
Bauweise
Der mittelalterliche Stumpf wurde aufgemauert und darüber eine Galerie aus Backstein gesetzt. Darauf folgte ein dreigeschossiger, nach oben schmaler werdender Mühlenturm aus Backstein mit Haube für die Flügel. Die Gewände sind in Sandstein gefasst.
Wechselnde Nutzungen
Ab 1835 diente die Mühle unter Ludwig Böcking als Knochenstampfmühle für eine Kalk- und Knochenbrennerei; 1858 beschädigte sie ein Feuer. Kurz nach 1870 richtete die Bayenthaler Kölnische Maschinenbau-AG darin eine Restauration ein und machte die Galerie über eine breite Treppe als Aussichtsbalkon zugänglich. Spätestens im Ersten Weltkrieg endete der Gaststättenbetrieb. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Turm aus und wurde danach wiederhergestellt; 1950/51 kam ein Wohnhausanbau hinzu, die Galerie entfiel.
Sitz einer Auslandsvertretung
Seit 1977 nutzt die polnische Handelsvertretung das Gebäude, zunächst als Büro des Handelsrats der Botschaft in Bonn. Für sie entstand 1977/78 nach Plänen von Helmut Plück und Manfred Walther ein ein- bis fünfgeschossiges Ensemble mit dem Mühlenturm als Kern. Im Rundturm befinden sich heute Empfangs- und Büroräume. Seit 2014 finden hier die „Marienburger Matineen“ des Generalkonsulats statt. Seit 2013 ist die Mühle der einzige verbliebene Standort einer Auslandsvertretung in Marienburg.
Zeitstrahl
- 1209Rundturm und Kapelle im Bereich des Kastells Alteburg erwähnt
- 1474Burganlage möglicherweise in der Kölner Stiftsfehde geschleift
- 1782Huybens legt englischen Garten an; Mühle wenige Jahre später errichtet
- 1835Nutzung als Knochenstampfmühle unter Ludwig Böcking
- 1858Mühle durch Feuer teilweise zerstört
- nach 1870Maschinenbau-AG richtet Restauration in der Mühle ein
- 1950/51Wiederherstellung nach Kriegsbrand, Anbau, Galerie entfällt
- 1977Handelsrat der polnischen Botschaft zieht in die Mühle ein
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