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© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Alteburger Mühle

Ältestes erhaltenes Bauwerk Marienburgs: ehemalige Windmühle auf einem mittelalterlichen Turm, heute Teil des polnischen Generalkonsulats.

Knapp 100 m westlich des Rheinufers am Oberländer Ufer liegt ein Bau, dessen Geschichte vom römischen Flottenkastell über eine Ausflugsgaststätte bis zur diplomatischen Vertretung reicht.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige Windmühle (Galerieholländer), Baudenkmal
Lage
An der Alteburger Mühle 6, im äußeren Nordosten von Köln-Marienburg (Stadtbezirk Rodenkirchen)
Errichtung
Ende des 18. Jahrhunderts
Fundament
Mittelalterlicher Rundturm, vermutlich aus dem 12./13. Jahrhundert
Heutige Nutzung
Abteilung für Handel und Investitionen des polnischen Generalkonsulats
Denkmalschutz
Eintrag in die Kölner Denkmalliste am 20. Dezember 1983
Wusstest du?

Die Alteburger Mühle wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf den Resten eines mittelalterlichen Rundturms im Gebiet eines römischen Flottenkastells errichtet; ab 1835 diente sie zeitweise als Knochenstampfmühle für eine Kalk- und Knochenbrennerei, und heute residiert dort die Handelsabteilung des polnischen Generalkonsulats.

Vom Turm zur Mühle

Am Ursprung steht wahrscheinlich ein Rundturm aus Basaltlava und anderen Steinen, der 1209 zusammen mit einer nahen Kapelle auf dem Gelände des einstigen römischen Flottenkastells Alteburg erwähnt wurde. Seine Mauertechnik ähnelt der Kölner Stadtmauer jener Zeit. Die als „Aldeburch“ bekannte Burganlage wurde möglicherweise 1474 in der Kölner Stiftsfehde geschleift. Der Kaufmann Johann Wilhelm Huybens, der 1782 einen 20 Morgen großen englischen Garten anlegen ließ, ließ vermutlich einige Jahre später auf dem Turmstumpf die Windmühle errichten.

© Leit · CC BY-SA 4.0

Bauweise

Der mittelalterliche Stumpf wurde aufgemauert und darüber eine Galerie aus Backstein gesetzt. Darauf folgte ein dreigeschossiger, nach oben schmaler werdender Mühlenturm aus Backstein mit Haube für die Flügel. Die Gewände sind in Sandstein gefasst.

© Leit · CC BY-SA 4.0

Wechselnde Nutzungen

Ab 1835 diente die Mühle unter Ludwig Böcking als Knochenstampfmühle für eine Kalk- und Knochenbrennerei; 1858 beschädigte sie ein Feuer. Kurz nach 1870 richtete die Bayenthaler Kölnische Maschinenbau-AG darin eine Restauration ein und machte die Galerie über eine breite Treppe als Aussichtsbalkon zugänglich. Spätestens im Ersten Weltkrieg endete der Gaststättenbetrieb. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Turm aus und wurde danach wiederhergestellt; 1950/51 kam ein Wohnhausanbau hinzu, die Galerie entfiel.

© J. Haecke · Public domain

Sitz einer Auslandsvertretung

Seit 1977 nutzt die polnische Handelsvertretung das Gebäude, zunächst als Büro des Handelsrats der Botschaft in Bonn. Für sie entstand 1977/78 nach Plänen von Helmut Plück und Manfred Walther ein ein- bis fünfgeschossiges Ensemble mit dem Mühlenturm als Kern. Im Rundturm befinden sich heute Empfangs- und Büroräume. Seit 2014 finden hier die „Marienburger Matineen“ des Generalkonsulats statt. Seit 2013 ist die Mühle der einzige verbliebene Standort einer Auslandsvertretung in Marienburg.

© Delkeskamp · Public domain

Zeitstrahl

  1. 1209
    Rundturm und Kapelle im Bereich des Kastells Alteburg erwähnt
  2. 1474
    Burganlage möglicherweise in der Kölner Stiftsfehde geschleift
  3. 1782
    Huybens legt englischen Garten an; Mühle wenige Jahre später errichtet
  4. 1835
    Nutzung als Knochenstampfmühle unter Ludwig Böcking
  5. 1858
    Mühle durch Feuer teilweise zerstört
  6. nach 1870
    Maschinenbau-AG richtet Restauration in der Mühle ein
  7. 1950/51
    Wiederherstellung nach Kriegsbrand, Anbau, Galerie entfällt
  8. 1977
    Handelsrat der polnischen Botschaft zieht in die Mühle ein

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-19

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