Schweinheimer Mühle
Seit dem 14. Jahrhundert belegte Wassermühle an der Strunde, deren Nutzung von der Schleif- und Walkmühle bis zur Fabrik für Verbandwatte wechselte.
Für die Anwohner der Umgebung war die Mühle über lange Zeit eine Zwangsmühle. Im 19. und 20. Jahrhundert entstand hier ein Industriebetrieb, dessen Erzeugnisse von Fliegenleimrollen bis zu Maschinengewehrgurten reichten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemalige Wassermühle
- Gewässer
- Strunde
- Lage
- Köln-Holweide, Stadtbezirk Mülheim
- Erste urkundliche Erwähnung
- 1322 bis 1324
- Früherer Besitz
- Benediktinerabtei Sankt Pantaleon in Köln
- Betriebsende
- November 2009
In der Schweinheimer Mühle wurden zeitweise Fliegenleimrollen hergestellt, die in Wohnungen und Ställen hingen, und im Zweiten Weltkrieg produzierte der Betrieb aus Flachs- und Hanfabfällen Maschinengewehrgurte.
Jahrhunderte als Mühle
Die frühen Urkunden sprechen von Mühlen zu Schweinheim, die der Abtei gehörten. 1582 betrieb der Schleifer Johann zu Schweinheim hier eine Schleifmühle. 1647 wurde sie zur Vollmühle, also zur Walkmühle, umgebaut. Vier Jahre später ging sie als Pacht an die Meister des Kölner Wollenamtes. Um 1773 arbeitete sie als Getreide- und Ölmühle, in der zeitweise eine Kornbrennerei untergebracht war.
Vom Mühlengelände zur Fabrik
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 entstand auf dem Gelände eine Packpapierfabrikation. 1873 baute man die Mühle zu einer kleinen Fabrik um. Dort wurden zunächst Pappen hergestellt, später Fliegenleimrollen. Diese hingen in Wohnungen und Stallungen und machten die Fliegenplage im Sommer für Mensch und Tier einigermaßen erträglich. 1896 zerstörte ein Großfeuer die Mühle, die kurz darauf wieder aufgebaut wurde.
Verbandwatte und eisernes Wasserrad
1900 übernahmen die Gebrüder Martin den Betrieb und richteten eine Baumwollbleicherei zur Herstellung von Verbandwatte ein. Nach 1905 ersetzte man das alte unterschlächtige Wasserrad durch ein Rad aus Eisen. Nach dem Tod der beiden Brüder leitete gegen Ende des Ersten Weltkriegs die langjährige Angestellte Behrendt das Geschäft.
Konkurs und Zweiter Weltkrieg
1934 ging der Betrieb in Konkurs. Als Hauptgläubiger übernahm ihn ein Schweizer Textilunternehmen, danach trug er den Namen Bastfaser GmbH. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte man hier aus Abfallprodukten von Flachs und Hanf Maschinengewehrgurte.
Nachkriegszeit und Stilllegung
Ab 1950 stellte der Betrieb wieder Verbandwatte und andere Verbandstoffe her. Als letztes Unternehmen produzierte hier ein Hersteller von Spezialpapier, der den Betrieb im November 2009 einstellte. Seitdem ist das Gelände verwaist.
Zeitstrahl
- 1322–1324Erste urkundliche Erwähnung abteilischer Mühlen zu Schweinheim (St. Pantaleon)
- 1582Schleifer Johann zu Schweinheim betreibt die Schleifmühle
- 1647Umwandlung in eine Vollmühle (Walkmühle)
- 1651Verpachtung an die Meister des Cölner Wollenamtes
- 1873Umbau zu einer kleinen Fabrik für Pappen und Fliegenleimrollen
- 1896Großfeuer zerstört die Mühle; kurz darauf Wiederaufbau
- 1900Gebrüder Martin übernehmen, Baumwollbleicherei für Verbandwatte
- November 2009Cordier Spezialpapier GmbH stellt den Betrieb ein
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