Duffesbach
Der einzige Bach der Kölner Bucht, der den Rhein erreicht – künstlich geführt, einst für das mittelalterliche Kölner Gewerbe.
Der Duffesbach ist nach Angaben der Quelle der einzige Bach in der Kölner Bucht, der in Köln den Rhein erreicht. Möglich wurde das, weil er als Nachfolger der in römischer Zeit angelegten Hürther Leitung in einem künstlichen Bachbett geführt wurde, um dem Kölner Gewerbe zu dienen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Bach mit teils künstlich angelegtem Bett
- Vorgänger
- römische Hürther Leitung aus dem Hürther Tal
- Quellen
- in der Ville bei Knapsack
- Lage in Köln
- Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
- Mündung
- in den Rhein, am Filzengraben
- Mühlen
- früher sieben auf heutigem Hürther Gebiet, dazu die Malzmühle in Köln
Der Duffesbach ist der einzige Bach in der Kölner Bucht, der den Rhein erreicht – und das nur, weil die Römer ihn einst künstlich umgeleitet haben: Ohne diesen antiken Eingriff würde er einfach in den Schottern westlich von Köln versickern.
Das kannst du hier erleben
- Dem historischen Bachlauf durch die Altstadt-Süd folgen
- Entlang des Grünzugs an den offenen Uferzonen spazieren
- Die Mündung in den Rhein am Filzengraben aufspüren
- Den Straßennamen des Zuges „Kölner Bäche" nachgehen
- Vom Bachtor bis zur Malzmühle die Spuren des alten Gewerbes entdecken
Herkunft und Name
Vor dem Eingriff des Menschen versickerte der Bach in den Schottern westlich von Köln, zwischen Kalscheuren und dem Militärring. Belegt wird das durch Ablagerungen (Kolluvien) an dieser Stelle und ihr Fehlen an der heutigen Bachtrasse. In früherer Zeit trug der Bach unterschiedliche Namen: in Köln hieß er nur „die Bach“, vor der Stadt meist „Hürther Bach“. Der begleitende Straßenzug heißt als Ganzes „Kölner Bäche“. Die Bedeutung des Namens Duffesbach gilt als unklar; Deutungen wie Tuff-Mühle oder Duffes/Taubenhaus lassen sich weder belegen noch ausschließen.
Quellen und Verlauf
Die Quellen liegen in der Ville bei Knapsack, wo sich drei Quellbäche oberhalb der Hürther Talmühle vereinigten. Durch Braunkohleabbau und die Knapsacker Industrie ist dieser Quellhorizont weitgehend verändert; der Bach beginnt heute unterhalb der Kläranlage des Chemieparks. Aus dem Hürther Tal tretend wird er nach Westen verschwenkt und fließt über Efferen auf Köln zu, das er an der Autobahn erreicht. Trotz des kurzen Laufs waren die Villebäche relativ ergiebig, weil sich das Grundwasser über dem liegenden Ton staute und die darüberliegende Braunkohle Wasser speicherte.
Durch das mittelalterliche Köln
Den Eintritt ins mittelalterliche Stadtgebiet bildete das Bachtor. Von dort verlief der Bach – im Mittelalter offen, heute kanalisiert – vorbei an der alten Römermauer mit dem römischen Südtor Hohe Pforte und weiter über den Filzengraben in den Rhein. Das einstige Gewerbe entlang des Laufs lebt bis heute in den Straßennamen des Zuges „Kölner Bäche“ fort.
Mühlen und Nutzung
Allein auf heutigem Hürther Gebiet gab es früher sieben Mühlen, in Köln kurz vor der Mündung die Malzmühle. Eigentliche Mühlenteiche bestanden nicht; das Wasser wurde teils im Bach selbst kurz angestaut, und mahlen konnten die Mühlen nur, wenn die oberen das Wasser nicht zurückhielten. Bei Efferen diente die Lowenmühle vor dem Schleifen zur Bearbeitung von Gerberlohe. Burgherren durften das Bachwasser nach Verträgen mit der Stadt Köln nur sonntags zum Füllen ihrer Weiher nutzen, wenn es nicht für das Kölner Gewerbe gebraucht wurde. Heute leben die Mühlen vor allem in Straßennamen fort.
Heute
Die noch offenen Uferzonen sind als Grünzug ausgewiesen. Eine Renaturierung gilt laut Quelle als fragwürdig, da der Bach ab Hermülheim nie ein natürliches Flussbett hatte und das enge Oberlauftal als Bahntrasse genutzt wird. Die Wasserqualität ist mit Güteklasse III–IV schlecht, bei sehr niedrigem Sauerstoffgehalt und toxischen Stoffen; ein Fischbestand ist kaum vorhanden.
Zeitstrahl
- Römische ZeitHürther Leitung konstruiert; Bach erhält künstliches Bachbett
- MittelalterOffen fließend durch Köln, dient Zünften und Gewerbebetrieben
- MittelalterEintritt ins Stadtgebiet am Bachtor, Verzweigung am Filzengraben
- 1773Urkunde listet 22 Quellen und Gerinne im Hürther Tal auf
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Quellen & Links
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