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© Beos6 · CC BY-SA 3.0

Carlswerk, Köln

Frühere Kabelfabrik in Köln-Mülheim, wo 1904 das erste transatlantische Telefonkabel entstand – heute Gewerbecampus und Kulturort.

Die Anlage lieferte 1929 die Tragseile für die Kölner Mülheimer Brücke und 1941 jene für die Rodenkirchener Brücke.

Auf einen Blick

Art
Frühere Produktionsstätte, mittlerweile Gewerbecampus und Veranstaltungsort
Lage
Stadtteil und Stadtbezirk Mülheim, Schanzenstraße
Gelände
127.000 m² mit über 20 Bauten aus den Jahren 1896 bis 1984
Hauptgebäude
103 Meter lang, aus dem Jahr 1961
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Im Carlswerk wurde 1904 das erste transatlantische Telefonkabel gefertigt, das Europa mit Nordamerika verband.

Geschichte

Franz Carl Guilleaume nahm den Betrieb im Sommer 1874 auf. Gefertigt wurden Fahrdrähte, Freileitungsseile, Leitungsdrähte sowie Starkstromkabel aus Kupfer und Aluminium. 1904 lief bei Felten & Guilleaume das erste transatlantische Telefonkabel vom Band, das eine Verbindung zwischen Europa und Nordamerika herstellte. Da die Schäden im Zweiten Weltkrieg gering ausfielen, konnte der Neuaufbau schon im Juni 1945 anlaufen. Zur Belegschaft zählten in den 1960er Jahren 23.560 Beschäftigte.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Eigentümerwechsel

Nach mehreren Umstrukturierungen und Transaktionen veräußerte die Hauptaktionärin GEW Köln ihre Anteile an Felten & Guilleaume an die Moeller GmbH. Diese wurde 2008 von der irischen Eaton Corporation übernommen.

© BEOS GmbH · CC BY-SA 3.0

Vom Werk zum Campus

Die Beos GmbH kaufte das stillgelegte Areal im Dezember 2007, um dort Flächen für Büros, Gewerbe und Dienstleistungen zu schaffen. In das Hauptgebäude zog der Bastei-Lübbe-Verlag im Januar 2010 ein. Saniert wurden auch mehrere ältere Bauten: die zwischen 1938 und 1948 errichtete Spulenfabrik, das Laborgebäude von 1922, das Quartier 1 von 1897, das Quartier 2 von 1917 sowie das Quartier 4, die Kupferhütte von 1896. Ab August 2009 kamen nach und nach Mieter hinzu, überwiegend aus der Medienbranche; die ersten Verträge datieren auf 2011.

© BEOS GmbH · CC BY-SA 3.0

Kultur und Veranstaltungen

Seit der Eröffnung 2018 dient das Carlswerk als Ort für Kultur mit den Sparten Ausstellung, Film, Kleinkunst, Konzert, Lesung, Tagung, Tanz, Theater und Workshop. Bespielt werden dabei die beiden Hallen Carlswerk Victoria und Club Volta. Während der Sanierung am Offenbachplatz weicht das Kölner Schauspiel seit September 2013 hierher aus. Die Rückkehr an den ursprünglichen Spielort war für den Beginn der Spielzeit 2024/2025 vorgesehen; Ende August 2024 teilte Kulturdezernent Stefan Charles jedoch mit, dass auch die Spielzeit 2025/2026 in der Ausweichspielstätte geplant wird.

© BEOS GmbH · CC BY-SA 3.0

Wissenswertes

Am 7. Juli 2021 brachten Vodafone und Rewe für kurze Zeit ein autonomes Snack-Mobil auf das Gelände. Es fuhr von 10 bis 16 Uhr mit Schrittgeschwindigkeit über Teststrecken und ließ sich dank eines Mobilfunkmodems per App orten.

© Nicola · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1874
    Franz Carl Guilleaume eröffnet das Carlswerk
  2. 1904
    Erstes transatlantisches Telefonkabel im Carlswerk produziert
  3. 1929
    Tragseile der Kölner Mülheimer Brücke gefertigt
  4. 1941
    Tragseile für die Rodenkirchener Brücke gefertigt
  5. 1945
    Wiederaufbau des Werks beginnt im Juni
  6. 2007
    Beos GmbH erwirbt das brachliegende Werksgelände
  7. 2010
    Bastei-Lübbe-Verlag bezieht das Hauptgebäude im Januar
  8. 2018
    Eröffnung als Kultur- und Veranstaltungsort

Galerie

© Beos6 · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-15

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