Kulturbunker Köln-Mülheim
Ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der Berliner Straße, der heute als denkmalgeschütztes Kulturzentrum in Mülheim dient.
An der Berliner Straße im rechtsrheinischen Köln-Mülheim steht ein massiver Betonklotz mit ungewöhnlicher Vergangenheit: Der Kulturbunker ist ein früherer Luftschutzbunker, in dem heute Kunst und Kultur des Stadtteils zu Hause sind.
Auf einen Blick
- Typ
- Ehemaliger Hochbunker (Zweiter Weltkrieg), heute Kulturzentrum
- Lage
- Berliner Straße, Köln-Mülheim (rechtsrheinisch)
- Architekt
- Hans Schumacher (Kölner Architekt)
- Bauzeit
- 1942/43, nach anderen Quellen 1944
- Denkmalschutz
- Seit dem 1. Juli 1980 (Denkmal-Nr. 635)
- Nutzfläche
- rund 1.710 m² auf fünf Etagen
- Trägerschaft
- Kulturbunker Köln-Mülheim e.V. (gemeinnützig)
- Kulturbetrieb
- seit 1991
Bau im Zweiten Weltkrieg
Entworfen wurde der Bunker vom Kölner Architekten Hans Schumacher – und zwar bewusst in Kirchenform, weshalb solche Bauten auch „Kirchenbunker" genannt werden. Errichtet wurde er in den frühen 1940er Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen: Zum Bau wurden Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge herangezogen. Auf einer Gesamtnutzfläche von rund 1.710 m² sollte er kurzfristig bis zu 2.845 Menschen Schutz bieten – rechnerisch nur 0,6 m² pro Person. Im Alarmfall waren alle fünf Etagen voll belegt. In zwei Geschossen gab es rund 80 Zellen mit Etagenbetten, für die feste Reservierungen vergeben wurden; Schutzsuchende „mieteten" sich hier gewissermaßen ein.
Von der Tanzbar zum Leerstand
Nach Kriegsende bekam der Bunker ein zweites, fast heiteres Leben: Rund zehn Jahre wurde er als Pension „Hotel Zapp" mit Tanzsaal betrieben. Weil viele Versammlungsorte Mülheims durch Luftangriffe zerstört waren, wurde der Bau zu einem der wenigen Orte, an denen öffentliches und kulturelles Leben wieder Fuß fasste – von Karneval und Schützenfest bis zu Theater und Tanz. In den 1960er Jahren diente das Gebäude als Lager, danach stand es über zwei Jahrzehnte weitgehend leer. Es blieb im Eigentum der Bundesrepublik und war weiterhin dem Zivilschutz gewidmet.
Die Rettung durch die „Mülheimer Frechheit"
Als 1985 das Stern-Kino am Clevischen Ring schloss, formierte sich die Kulturinitiative „Mülheimer Frechheit". Viele wollten nicht hinnehmen, dass einer der letzten kulturellen Orte des Stadtteils verschwindet – zumal es im rechtsrheinischen Mülheim damals kaum kulturelle Räume oder Angebote gab. Der Verein „Zentrum für Arbeit und Kultur e.V." brachte schließlich den Hochbunker am Marktplatz Berliner Straße ins Spiel. 1987 beauftragte die Bezirksvertretung die Stadt, mit dem Verein über einen Nutzungsvertrag zu verhandeln. Mit Gründung des Trägervereins „Kulturbunker Mülheim e.V." (heute „Kulturbunker Köln-Mülheim e.V.") konnte der Betonbau aufwändig hergerichtet werden. 1990 wurde das Gebäude offiziell aus dem Zivilschutz entlassen.
Heute: Kulturzentrum für den Stadtteil
Seit 1991 führt der gemeinnützige Trägerverein den Kulturbunker. Ziel ist es, Kunst und Kultur Mülheims zu fördern und Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, Nationalitäten und Altersgruppen zusammenzubringen. Auf dem Programm stehen unter anderem Ausstellungen, Theateraufführungen, Lesungen und Seminare. Zudem hält das Haus Atelier-, Musik-Probe- und Seminarräume bereit, die an Künstler und Musiker vermietet werden. Unterstützt wird die Arbeit vom Kulturamt der Stadt Köln.
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Adresse
Berliner Straße
Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-07-21)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-21)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-21
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