Luthernotkirche
Aus dem Schutt der zerstörten Lutherkirche errichtete Notkirche nach Plänen Otto Bartnings – unter den erhaltenen Notkirchen vollständig bewahrt.
Ihren Namen trägt der evangelische Sakralbau nach dem Reformator Martin Luther. Er steht im Kölner Stadtteil Mülheim und geht auf eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorgängerkirche zurück.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Evangelischer Sakralbau, benannt nach Martin Luther
- Lage
- Kölner Stadtteil Mülheim, Nordrhein-Westfalen
- Bau des Kirchenschiffs
- 1948 bis 1949
- Architekt
- Otto Bartning
- Sitzplätze
- über 400
- Denkmalschutz
- seit dem 12. September 1988 als Baudenkmal eingetragen (Nummer 4692)
Der Kirchenbau wurde 1948/49 buchstäblich aus den Trümmern der 1944 zerstörten Vorgängerkirche errichtet: Bruchstücke der alten Lutherkirche sind in die freitragende Holzkonstruktion eingemauert.
Geschichte
Zuvor prägte die Lutherkirche den Ort, entworfen von Emil Schreiterer und Bernhard Below und zwischen 1893 und 1895 als Neorenaissance-Bau mit weiter Emporenhalle ausgeführt. Sie war Zentralkirche der Mülheimer Gemeinde, bis Luftangriffe sie 1944 zerstörten. Neben der stehen gebliebenen Turmruine entstand danach das neue Kirchenschiff. Am 19. Juni 1948 wurde der Grundstein gelegt, am 16. Januar 1949 nahm der rheinische Präses Heinrich Held die Einweihung vor. Amerikanische Lutheraner beteiligten sich mit 10.000 Dollar an der Finanzierung.
Eine Notkirche unter vielen
Bartning entwarf in Deutschland 48 weitere Notkirchen. Von den heute noch existierenden ist die Mülheimer Luthernotkirche vollständig erhalten.
Architektur
Den einschiffigen Saalbau prägt eine freitragende Holzkonstruktion, die den Innenraum waagerecht wie senkrecht ordnet; zwischen ihren Feldern stecken eingemauerte Trümmersteine der Vorgängerkirche. Das Satteldach erinnert an einen umgedrehten Schiffsrumpf. Ein hohes, gemeißeltes Kreuz in Vierkantform steht im vieleckigen Altarraum. Weiß verputzt zeigt sich das Äußere, das ein umlaufendes Fensterband unter dem Dach trägt und von zwei flachgedeckten, eingeschossigen Anbauten begleitet wird.
Der Turm
Als Ruine überdauerte der Turm den Krieg und erhielt beim Wiederaufbau eine vereinfachte Gestalt. Seine achteckigen Obergeschosse öffnen sich mit großen Rundfenstern. Eine schlichte Kupferdeckung trat 1966 an die Stelle der einstigen Dachlaterne, zwischen 1968 und 1978 folgte eine Sanierung.
Heute
Die Mülheimer Kantorei probt in der Kirche, die zugleich als Jugendkirche dient.
Zeitstrahl
- 1893–1895Bau der ehemaligen Lutherkirche als Neorenaissance-Bau
- 1944Zerstörung der Lutherkirche durch Luftangriffe
- 19. Juni 1948Grundsteinlegung der Luthernotkirche
- 1948–1949Errichtung des Kirchenschiffs nach Plänen von Otto Bartning
- 16. Januar 1949Einweihung der Luthernotkirche durch Präses Heinrich Held
- 1966Kupferbedachung ersetzt ursprüngliche Dachlaterne des Turms
- 1968–1978Sanierung des Turms
- 12. September 1988Eintragung in die Liste der Baudenkmäler unter Nummer 4692
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