Katholischer Friedhof Köln-Mülheim
Einer der ältesten erhaltenen Friedhöfe im Kölner Stadtgebiet – mit einer Kapelle aus dem 13. Jahrhundert und noch heute für Begräbnisse in Gebrauch.
Der Alte Katholische Friedhof an der Sonderburger Straße im rechtsrheinischen Stadtteil Mülheim zählt zu den ältesten Friedhöfen, die im Kölner Stadtgebiet als solche erhalten geblieben sind. Bis heute wird er von der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens und Mauritius verwaltet und für Bestattungen genutzt.
Auf einen Blick
- Lage
- Sonderburger Straße, Stadtteil Mülheim (rechtsrheinisch)
- Träger
- Katholische Kirchengemeinde St. Clemens und Mauritius
- Ursprung
- vermutlich 13. Jahrhundert oder früher
- Ältestes Grab
- aus dem Jahr 1841 (Familie Keup)
- Kapelle
- Alt St. Mauritius, erbaut im 13. Jahrhundert
- Denkmalschutz
- Friedhof und Kapelle seit 1989
- Nutzung
- bis heute für Begräbnisse in Betrieb
Geschichte
Das genaue Entstehungsjahr des Friedhofs ist nicht überliefert. Weil die bis heute bestehende Friedhofskapelle Alt St. Mauritius aber im 13. Jahrhundert errichtet wurde und Kirche und Kirchhof im Mittelalter üblicherweise zusammengehörten, geht man davon aus, dass an dieser Stelle schon im 13. Jahrhundert oder früher bestattet wurde. Beigesetzt wurden hier die Mitglieder der St.-Mauritius-Gemeinde aus Mülheim und dem benachbarten Buchheim, das heute ebenfalls zu Köln gehört. Aus der Zeit bis ins 18. Jahrhundert sind jedoch keine Einzelheiten bekannt, und auch keine der ganz alten Grabstätten blieb erhalten – die nachweislich älteste stammt aus dem Jahr 1841.
Als das Herzogtum Berg mit Mülheim Ende des 18. Jahrhunderts von französischen Revolutionstruppen besetzt wurde, traten 1804 die napoleonischen Bestattungsgesetze in Kraft. Diese untersagten Beisetzungen innerhalb der Städte, weshalb innerörtliche Begräbnisstätten verlegt werden mussten – aus demselben Grund entstand seinerzeit der Kölner Melaten-Friedhof. Gegen die geforderte Verlegung wehrte sich die St.-Mauritius-Gemeinde mit dem Hinweis, es fehle sowohl an Geld als auch an geeigneten Grundstücken. Da die bergische Verwaltung nicht energisch auf ihrer Forderung beharrte, konnte sich die Gemeinde über Jahrzehnte der Verpflichtung entziehen. Endgültig vom Tisch war die Verlegung 1865, als eine preußische Verordnung Kirchhöfe als Eigentum der Gemeinden bestätigte, sofern der Besitz lange und unangefochten bestand.
Zeitweilige Schließung
Im 20. Jahrhundert kam der Betrieb vorübergehend zum Erliegen: 1904 legte die Stadt Köln in der Nähe den kommunalen Mülheimer Friedhof an und ließ auf dem Friedhof zu St. Mauritius bald darauf nur noch Beisetzungen in bereits bestehenden Familiengräbern zu. Ein großer Teil des Kirchhofs verwahrloste in den folgenden Jahrzehnten. In den 1930er Jahren verhandelten Stadt und Gemeinde über einen Teilverkauf und die Umwandlung der Flächen in eine Grünanlage; die Gespräche zogen sich hin, bis die Stadt nach Kriegsbeginn von ihrer Kaufabsicht abrückte. Erst 1955 trennte sich die Gemeinde von einem nicht mehr benötigten Teil des Geländes und verkaufte ihn an eine Redemptoristengemeinschaft, die Bauland für ein Kloster suchte. Mit einer neuen Begräbnisordnung in den 1970er Jahren war der Fortbestand als katholischer Gemeindefriedhof gesichert – seither wird dort wieder uneingeschränkt bestattet. Mehrfach wurde der Friedhof erweitert (1844, 1870 und 1970); 1982 und 1992 kaufte die Gemeinde Teile des früher verkauften Geländes zurück.
Bekannte Gräber
Der älteste datierbare Grabstein von 1841 gehört zur Grabstätte der Familie Keup, die der Gemeinde einst ein Krankenhaus stiftete und nach der die Mülheimer Keupstraße benannt ist. Ins Auge fällt außerdem das Grabmal des Großgrundbesitzers Ludwig Köhler aus dem Jahr 1868 – eine Stele mit Engelsfigur und Reliefs, zugleich das höchste Grabmal des Kirchhofs. Der älteste Bereich mit zahlreichen, teils aufwendigen Grabsteinen des 19. Jahrhunderts liegt auf einer Anhöhe rund um die Kapelle sowie nahe dem Eingangstor an der Sonderburger Straße.
Karte
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Adresse
Sonderburger Str. 1 A
51065 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 08:00–19:00
Di: 08:00–19:00
Mi: 08:00–19:00
Do: 08:00–19:00
Fr: 08:00–19:00
Sa: 08:00–19:00
So: 08:00–19:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-07)
- Wikidata (abgerufen 2026-08-06)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-06, rev 212501204)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-06
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