Kloster der Unbeschuhten Karmeliten im Dau, Köln
1614 als erste Niederlassung der Unbeschuhten Karmeliten im heutigen Deutschland gegründet — heute erinnert nur die Straße „Im Dau" daran.
Wo im Kölner Süden nahe der Severinstraße heute die Verbindungsstraße „Im Dau" verläuft, stand über Jahrhunderte ein Klosterkomplex, von dem nichts mehr erhalten ist.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges Kloster des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten (OCD)
- Konvent
- St. Maria, St. Joseph und St. Theresia im Dau
- Lage
- Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt, nahe der Severinstraße
- Gegründet
- 1614, erste Niederlassung des Ordens im heutigen Deutschland
- Aufgehoben
- 1802 durch die Säkularisation
- Kirchweihe
- 1628
- Ende
- vollständiger Abriss der letzten Gebäude 1945
Nachdem die neu errichtete Klosterkirche 1622 durch einen Blitzeinschlag komplett abgebrannt war, musste sie von Grund auf neu gebaut werden und konnte erst 1628 geweiht werden. Nach der Säkularisation wurde die Kirche ab 1816 sogar zum Getreidespeicher umgebaut, wobei das Gewölbe entfernt und vier Schüttböden eingezogen wurden.
Geschichte
Die Unbeschuhten Karmeliten gingen auf eine Reformbewegung zurück, die Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz 1568 im spanischen Duruelo anstießen. 1613 kamen auf Vermittlung von Kaiser Ferdinand II. die ersten Brüder aus Bologna nach Köln, geführt vom Spanier Tomás a Jesú. Der Rat der Stadt lehnte eine weitere Ordensniederlassung zunächst ab; als Bedingung durfte der Konvent höchstens zwölf Mitglieder umfassen. 1615 erwarben die Karmeliten einen Teil des Hofes „zum Dau" an der Severinstraße.
Nach der Säkularisation
1795 gehörten dem Konvent 20 Priester und sechs Laienbrüder an. Nach der Aufhebung 1802 nutzte die französische Militärverwaltung die Gebäude als Wohnungen für Veteranen. Ab 1815 diente das Kloster als preußisches Proviantamt, die Kirche wurde ab 1816 zum Getreidespeicher umgebaut. 1910 wich der Komplex bis auf den Kapitelsaal einem Exerzierplatz. 1945 wurden alle Gebäude abgerissen.
Die Klosterkirche
Die 1628 geweihte Kirche errichtete ein Baumeister namens Jodokus. Der Bau war nach Süden ausgerichtet und über einen etwa 40 Meter langen Gang mit der Severinstraße verbunden. Das einschiffige Langhaus maß rund 43 Meter in der Länge bei etwa 8,7 Metern Breite und trug ein Kreuzrippengewölbe. Über der Vierung saß ein Dachreiter, unter dem erhöhten Mönchschor lag eine Gruft für Gönner des Konvents. Die Nordfassade schloss mit einem Dreiecksgiebel aus Niedermendiger Lavagestein ab; das Portal rahmten Säulen aus Basalt.
Zeitstrahl
- 1613Erste Unbeschuhte Karmeliten kommen nach Köln.
- 1615Karmeliten erwerben Teil des Hofs „zum Dau“ an der Severinstraße.
- 1620Grundsteinlegung für Kirche und Kloster.
- 1622Gebäude brennen nach Blitzeinschlag ab.
- 1626Köln wird Sitz einer Ordensprovinz und des Noviziats.
- 1628Weihe der wiederaufgebauten Klosterkirche.
- 1802Auflösung des Klosters infolge der Säkularisation.
- 1910Abriss des Klosters für einen Exerzierplatz, außer Kapitelsaal.
- 1945Abriss aller verbliebenen Gebäude.
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