Halve Hahn
Rheinisches Käseröggelchen mit Gouda – trotz des Namens ganz ohne Hühnerfleisch.
Um die Herkunft des Namens ranken sich mehrere Deutungen – gemeinsam ist ihnen, dass kein Geflügel im Spiel ist.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Rheinisches Gericht aus einem Roggenbrötchen mit Käse
- Grundlage
- Halbes Röggelchen
- Käse
- Ein bis zwei dicke Scheiben mittelalter Gouda
- Verbreitung
- Rheinische Kneipen und Gaststätten
- Namenslegende
- Köln, Geburtstagsfeier 1877
- Historischer Ort
- Gasthaus Wilhelm Lölgen, Hohe Pforte 8 (Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt)
Der Halve Hahn wurde laut einem Leserbrief von 1913 der Legende nach 1877 als Scherz erfunden: Ein Kölner Wirt sollte für eine Geburtstagsfeier 14 „halbe Hähne“ bestellen, servierte aber absichtlich 14 Käseröggelchen — der Jux wurde so belacht, dass der Name blieb.
Was es ist
Auf ein halbes Roggenbrötchen kommen Butter und ein bis zwei dicke Scheiben mittelalten Goudas. Dazu werden saure Gurke und Senf gereicht, im Rheinischen „Mostert“ genannt. Manche Zubereitungen ergänzen in Ringe geschnittene Zwiebeln und eine Prise Paprikapulver. Der Käse heißt in der Mundart „Kies“, die Zwiebeln „Öllich“.
Herkunft des Namens
Als älteste bekannte Quelle gilt ein Zeitungsartikel vom 13. Juli 1913 mit einem Leserbrief des damals 72-jährigen Wilhelm Vierkötter. Er berichtet, wie er als junger Mann aus Wahlscheid nach Köln kam und das Gericht bei seiner Geburtstagsfeier am 18. April 1877 im Gasthaus Wilhelm Lölgen an der Hohe Pforte 8 erdacht habe. Mit dem Köbes verabredete er, statt der bestellten 14 halben Hähne 14 „Röggelche met Kies“ zu servieren; das Stück kostete 15 Pfennig. Der Scherz sorgte für Gelächter, und die Bezeichnung blieb. Auch Adam Wrede führt in seinem „Kölnischen Sprachschatz“ eine ähnliche Herleitung an, ohne Vierkötter namentlich zu nennen.
Eine zweite Deutung
Einer anderen Theorie zufolge geht der Name auf den Handkäse zurück, ein früheres Armeleuteessen aus entrahmter, gesäuerter Milch. In Köln verkürzte man das halbe Roggenbrötchen mit Handkäse umgangssprachlich zu Halve Hahn, und der Ausdruck blieb, als Gouda den Handkäse ablöste. In Düsseldorf wird der Halve Hahn weiterhin mit Handkäse und einem doppelten Röggelchen serviert.
Verwechslungsgefahr
Weil der Name an ein halbes Brathähnchen denken lässt, kommt es immer wieder zu Anekdoten über Gäste, die Geflügel erwarten und ein Käsebrötchen erhalten. Die vertragsrechtliche Einordnung eines solchen Inhaltsirrtums dient mitunter als Übungsfall für Rechtsberufe.
Zeitstrahl
- 1877Wilhelm Vierkötter erfindet den Halven Hahn bei seiner Geburtstagsfeier im Gasthaus Wilhelm Lölgen, Köln
- 1913Zeitungsartikel mit Leserbrief Vierkötters dokumentiert erstmals die Entstehungsgeschichte
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