St. Clemens (Köln-Niehl)
Katholische Pfarrkirche von Karl Band, geprägt durch ein mehrfach gefaltetes Dach, eine plastische Ziegelfassade und einen 32 Meter hohen Turm.
Der Bau der 1960er Jahre verbindet eine kantige, klar geordnete Grundform mit runden Anbauten; nur einzelne Formzitate im Chor greifen gotische Motive auf.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Pfarrkirche
- Lage
- Stadtteil Niehl, Stadtbezirk Nippes; die Nordseite grenzt unmittelbar an eine mehrspurige Straße
- Bauzeit
- 1962 bis 1964, geweiht im Dezember 1964
- Architekt
- Karl Band
- Patrozinium
- Clemens von Rom
- Turm
- 32 Meter, mit gefaltetem Helm
- Besonderheit
- Vielfach gefaltetes Dach und plastisches Betonstrebewerk
Das fünfstimmige Geläut der Kirche stammt nicht aus einem Guss: Drei Glocken wurden bereits 1969 gegossen, zwei weitere kamen erst 1984 hinzu.
Geschichte
Aus mehreren Pfarreien in Nippes, Weidenpesch und Niehl ging die Gemeinde St. Clemens 1938 hervor. Den Status einer selbständigen Rektoratspfarre erhielt sie 1947, zur kanonischen Pfarrei wurde sie 1963. Die frühere, kleinere Kirche, die der Architekt Theodor Brück in den 1930er Jahren entworfen hatte, fiel dem Krieg zum Opfer. Am 19. Dezember 1964 nahm Weihbischof Augustinius Frotz die Weihe des Neubaus vor.
Architektur
Aus dem vielfach gefalteten Dach ergeben sich seitlich fünf und an den Stirnseiten drei Giebel. Vortretende Wandpfeiler bilden ein Betonstrebewerk, dessen Linien an Häuserzeilen erinnern und als Sinnbild für das „Haus Gottes“ gelesen werden können. In die kantige Grundgestalt sind runde Bauteile für Turm, Tauf- und Beichtkapellen sowie die Apsis gesetzt, die sich konvex nach außen wölben. Die gestufte Apsis reicht bis zur Höhe des Kirchenraums, die gegenüberliegende Taufkapelle misst ein Geschoss, während die beiden Beichtkapellen an der Südseite noch niedriger gehalten sind. Der 32 Meter hohe Turm beherrscht die Straßenfront und ist von weitem zu sehen. Mit Ausnahme der Eingangsseite zeigen sämtliche Wände rotes Ziegelmauerwerk; die Rundung der Apsis zeichnet ein Fensterband nach.
Innenraum
An der Ostseite rahmen zwei Eingangstüren symmetrisch die mittig gelegene Taufkapelle; ein Raster aus Betonfertigteilen mit Weißglas erzeugt einen Lichtvorhang. Der Eingangsbereich wird durch eine frei stehende Orgelempore aus Betonträgern gegliedert, die zugleich den etwas abgesenkten Taufbereich abschirmt. Die Wände des Saals nehmen die Struktur des Außenbaus bewusst nicht auf, sondern bleiben ruhig und ungegliedert. Prägend ist die Holzdecke, die die plastische Dachform nachbildet. Zum Altarbereich senkt sich der Boden zunächst leicht ab und wird dort durch eine flache Stufung wieder angehoben. Im Chor deuten hohe, schmale Betonpfeiler einen Chorumgang an und greifen gotische Formen auf. Die Werktagskapelle liegt im Erdgeschoss des Rundturms und ist auch von außen über einen eigenen Turmeingang zugänglich.
Ausstattung
Der Bildhauer Heinz Gernot fertigte einen großen Teil der Stein- und Bronzearbeiten und gestaltete zwischen 1964 und 1972 unter anderem Altar, Taufbecken, Kreuz, Ambo und Tabernakel. Die Fenster gehen auf den Glaskünstler Wilhelm Buschulte zurück: Die Seitenflächen hielt er in frei komponierten Braun-, Grau- und Ockertönen, im Lichtband des Chors überwiegt Blau, die kleinen Öffnungen der Turmkapelle sind in Betonglas in den vier Grundfarben ausgeführt. Die zweimanualige Orgel mit 22 Registern stammt aus dem Jahr 1964 von Orgelbau Romanus Seifert & Sohn. Das fünfstimmige Geläut goss Petit & Gebr. Edelbrock; drei Glocken stammen aus 1969, zwei aus 1984, die Schlagtöne sind es1–f1–g1–b1–c2.
Zeitstrahl
- 1938Gründung der Kirchengemeinde St. Clemens aus benachbarten Pfarreien
- 1947St. Clemens wird selbständige Rektoratspfarre
- 1962–1964Neubau der Kirche nach Plänen von Karl Band
- 1963St. Clemens wird kanonische Pfarrei
- 19. Dezember 1964Weihe der Kirche durch Weihbischof Augustinius Frotz
- 1964Orgel mit 22 Registern von Romanus Seifert & Sohn gefertigt
- 1969Drei der fünf Glocken von Petit & Gebr. Edelbrock gegossen
- 1984Zwei weitere Glocken ergänzt
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