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© Chris06 · CC0

Klarissenkloster Sankt Clara in Köln

Klarissenkonvent beim heutigen Römerturm, ab 1306 belegt und erst mit der Säkularisation 1802 aufgelöst.

Zum „Zweiten Orden des Hl. Franziskus“ zählend, führten die Schwestern ein Leben in Armut nach dem Vorbild des heiligen Franziskus von Assisi und der heiligen Klara von Assisi (1193–1253).

Auf einen Blick

Art
Ehemaliger Klarissenkonvent (Franziskanerinnen)
Stadtteil
Altstadt-Nord im Stadtbezirk Innenstadt
Areal
Zwischen „Auf dem Berlich“, Zeughausstraße, St. Apernstraße und Breite Straße
Vorgängerbau
Der frühere „Parfusenhof“ an der alten Römermauer
Kreuzhof
Anlage von etwa 32 × 35 Meter
Erste Nonnen
Aus dem 1283 gegründeten Neusser Klarissenkloster
Privileg
Steuerfreiheit durch päpstliches Privileg 1309
Wusstest du?

Das Kloster erhielt bereits 1309 – nur drei Jahre nach seiner Gründung – ein päpstliches Privileg, das ihm vollständige Steuerfreiheit einräumte.

Vorgeschichte des Geländes

Der Platz lag an der Nordwestecke der alten Römermauer und war zunächst mit Wein- und Nutzgärten bestanden. Eigentümer war Richolf Parfus(e), einer der frühen Kölner Bürgermeister, dessen schon 1220 erwähntes Hofgut etwa 62 Ar maß; er hatte es als Lehen von Graf Wilhelm von Holland (vor 1265) erhalten. Das Anwesen erstreckte sich entlang der Mauer zwischen dem sogenannten „Parfusen-Wichhaus“ und dem späteren Klarenturm. Über die kleine Löwenpforte beim Klarenturm gelangte man zum tiefer liegenden Graben, aus dem später die Zeughausstraße wurde.

© Mercator · Public domain

Stiftung des Klosters

Im Mai 1265 ging das Grundstück von Werner, dem Erben Richolf Parfuses, an Graf Wilhelm von Jülich und dessen Gemahlin Richardis über. Zusammen mit ihren Söhnen Walram († 1297) und Gerhard rief Richardis einen Franziskanerinnenkonvent zu Ehren der heiligen Clara ins Leben; die Zustimmung kam von Papst Benedikt und Erzbischof Wigbold. Am 26. August 1304 bekräftigte Gerhard V. von Jülich die Übergabe vor den Schöffen.

© Ludwig Schneider · CC BY-SA 3.0

Bau und Weihe des Oratoriums

Das Vermächtnis der 1304 verstorbenen Stifterin Richardis und ihrer Söhne sicherte die Finanzierung der Neu- und Umbauten, die im März 1306 begannen. Ein Teil der Gebäude des früheren Parfusenhofes wurde weiterverwendet; die vorläufige Anordnung band den vorderen sowie den nordwestlichen Eckturm der alten Stadtmauer mit ein. Der Nordflügel der Klausur war vermutlich mit einem ersten kleinen Oratorium verbunden, das am 12. August 1306, dem Festtag der heiligen Klara, in Anwesenheit von Erzbischof Heinrich geweiht wurde und den Einzug des Konvents markierte. Die ersten Schwestern wurden dem 1210 gegründeten Franziskanerorden unterstellt, der seit 1222 in Köln vertreten war.

© Justus Vinckenboon · Public domain

Wohlstand durch Stiftungen und Mitgiften

Das Kloster erhielt Schenkungen von Höfen, Grundstücken, Renten und Naturalien. Zu den aus Neuss entsandten Nonnen stießen Töchter aus stadtkölnischen Familien sowie aus Adelsfamilien der Umgebung; ihre eingebrachten Mitgiften ließen den Grundbesitz rasch wachsen. Die Erträge des zumeist verpachteten Landes trugen neben weiteren Einkünften zum wachsenden Wohlstand bei.

© Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1220
    Erste Erwähnung des Hofguts von Richolf Parfuse
  2. 1265
    Graf Wilhelm von Jülich und Richardis erwerben das Gelände
  3. 1283
    Gründung des Neusser Klarissenklosters (Herkunft der ersten Nonnen)
  4. 1297
    Stiftung des Klosters spätestens erfolgt (Todesjahr Walrams)
  5. 1304
    Gerhard V. von Jülich bestätigt die Schenkung des Areals
  6. 1306
    Baubeginn und Bezug des Klosters, Weihe des Oratoriums am 12. August
  7. 1309
    Päpstliches Privileg gewährt dem Konvent Steuerfreiheit
  8. 1335
    Cunigunde, Witwe des Hermann von M., verkündet Verfügung (16. Juni)
  9. 1802
    Säkularisation und Auflösung des Konvents

Galerie

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© Michael Barera · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07

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