Karmelitenkloster Köln
Aufgehobenes Karmelitenkloster südlich des Waidmarkts: 1256 begonnen, 1802 säkularisiert – der weibliche Zweig der Karmelitinnen besteht in Köln fort.
Die in Köln „Frauenbrüder“ genannten Mönche gehörten einem Orden an, der um 1150 am Karmelgebirge in Palästina aus der Tradition des Eremitentums hervorging.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliges römisch-katholisches Karmelitenkloster
- Lage
- Südlich anschließend an den Kölner Waidmarkt, Stadtteil Altstadt-Süd
- Beginn
- Grundstückserwerb 1256
- Aufhebung
- Säkularisation 1802
- Beiname
- In Köln „Frauenbrüder“ genannt
- Fortbestand
- Weiblicher Zweig, die Karmelitinnen, in Köln noch vorhanden
1359 mussten die Mönche einen Latrinenturm errichten, der zehn Fuß Abstand von der Klostermauer einhalten musste – ein kurioses Detail der klösterlichen Bauvorschriften.
Gründungslegende
Auf dem Gelände südlich des Waidmarktes lag der Besitz des „Ritters Brun“ vom Bonner Hof. Nach der Klosterüberlieferung soll Bruno als Kreuzfahrer Kontakte zu den Ordensbrüdern vom Berg Karmel in Palästina gehabt haben, die zur späteren Gründung des Konvents geführt haben sollen. Eine ältere, heute nicht mehr nachweisbare Überlieferung nennt bereits 1220 erste Mönche. Unsicher ist ebenso die Angabe, wonach der als Heiliger verehrte Ordensgeneral Alanus 1245 in der Klosterkirche beigesetzt wurde.
Grundstücke und Ausbildung
Für die Anlage erwarben die Ordensbrüder größere Grundstücke im Bereich zwischen der später „Vor den Karmelitern“ genannten Straße, der Spitzengasse, der Weißbüttengasse und dem Bonner Hof; 1384 und 1426 kamen weitere, als Lehen erhaltene Häuser hinzu. Seit 1297 unterhielt das Kloster wie andere Bettelorden ein Generalstudium und arbeitete später mit der 1388 gegründeten Universität zu Köln zusammen. Der Regens Simon von Speyer zählte zu deren ersten Professoren. Der Prior Simon von Düren wurde im Sommer 1457 Weihbischof des Bistums Worms und Titularbischof von Mayo.
Baugeschichte
Ab 1261 entstanden neben einem Oratorium auch Wirtschaftsgebäude. 1352 ermöglichte eine Spende den Bau eines Krankenhauses im Winkel der Großen Spitzengasse und der Weißbüttengasse. Um 1390 verband Prior Mathias von Düren den Kreuzgang durch West-, Süd- und Nordflügel zu einer geschlossenen Einheit; dessen Fenster glichen in Gestaltung und Maßen jenen des Kölner Minoritenklosters. Zwischen 1429 und 1431 erhielt das Kloster eine mit Lesepulten ausgestattete Bibliothek über dem Kapitelsaal. Die Bautätigkeit setzte sich fort mit einem Winterrefektorium 1467, einem neuen Backhaus 1498 und einer Badestube 1516.
Orden und Karmelitinnen
Die Mitglieder gehörten dem „Orden der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ an. In Köln besteht der Orden heute nur noch im weiblichen Zweig, den in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gegründeten Karmelitinnen.
Ende der Klosteranlage
Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 diente die Kirche zunächst als Pferdestall, später als Getreidespeicher. 1802 wurde das Kloster aufgehoben, 1808 das Anwesen geteilt. 1810/11 verkauften die Behörden die Klosterkirche zum Abbruch; sie wurde kurz darauf niedergelegt. 1815 richtete die preußische Regierung auf dem städtischen Teil des Geländes die Karmelitenschule ein, aus der 1830 das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Köln hervorging – von der Klosteranlage selbst ist oberirdisch nichts erhalten.
Zeitstrahl
- 1256Grundstückserwerb der Ordensbrüder zur Errichtung des großen Karmelklosters
- 1261Beginn der Errichtung von Oratorium und Wirtschaftsgebäuden
- 1263Ablassbrief zur Förderung der Klosterbauten ausgestellt
- 1297Einrichtung eines Generalstudiums zur Ausbildung des Ordensnachwuchses
- 1350Urkunde beschreibt Anordnung der Baulichkeiten und Klosterbesitz
- 1352Bau eines Krankenhauses durch Spende von Theoderich von Neuss ermöglicht
- um 1390Prior Mathias von Düren vollendet geschlossenen Kreuzgang
- 1802Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation
- 1810/11Klosterkirche zum Abbruch verkauft und niedergelegt
- 1830Aus der Karmelitenschule geht das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Köln hervor
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