Puszta-Hütte
Kölner Kult-Imbiss seit 1948 in der Fleischmengergasse: ein einziges Gericht, ungarischer Gulasch nach überliefertem Rezept.
Seit 1948 gibt es in der Kölner Fleischmengergasse nahe dem Neumarkt nur ein einziges Gericht: einen scharf gewürzten ungarischen Gulasch. Die Puszta-Hütte begann als improvisierte Nachkriegs-Imbissbude und ist bis heute ein Kölner Kult-Adresse für alle, die es deftig mögen.
Auf einen Blick
- Art
- Schnellrestaurant mit nur einer Speise (ungarischer Gulasch)
- Seit
- 1948, gegründet von Max Lippert
- Ort
- Fleischmengergasse, Altstadt-Süd, nahe Neumarkt
- Serviert
- Gulasch in der Edelstahlschale, mit Brötchen und Saucen-Nachschlag
- Betrieb heute
- Familie Sardis – seit 2019 Günter Sardis (zuvor sein Vater Nikolas)
- Besonderheit
- Keine Speisekarte, weil es nichts zu wählen gibt
- Extras
- Konservendosen im Versand, Filialen in Hürth und Wesseling, mobile Stände
Trümmerbude der Nachkriegszeit
Wenige Monate nach der Einführung der Deutschen Mark eröffnete die Puszta-Hütte im weitgehend zerstörten Köln – als eine von vielen einfachen „Trümmerbuden", die damals das Straßenessen in Deutschland überhaupt erst populär machten. Diese Imbisskultur brachten die amerikanischen und britischen Besatzungssoldaten mit, deren Gewohnheit, unterwegs und im Stehen zu essen, hierzulande zuvor kaum verbreitet war. Aus solchen provisorischen Buden gab es etwa Frikabrötchen, Backwaren oder gelegentlich Reibekuchen – zum sofortigen Verzehr und zu vergleichsweise hohen Preisen. Gründer Max Lippert verkaufte seinen Gulasch anfangs aus einer behelfsmäßigen Hütte nahe dem Neumarkt an die Laufkundschaft. Der Kulturanthropologe Gunther Hirschfelder sieht in der Puszta-Hütte ein frühes Beispiel jener „Pluralisierung des Geschmacks", die die Bundesrepublik der 1950er Jahre prägte.
Ein Rezept, eine Suppe
Der Gulasch geht nach Angaben des Restaurants auf das Rezept einer ungarischen Bäuerin zurück, bei der Lippert nach seiner Kriegsgefangenschaft in Ungarn Unterschlupf gefunden haben soll – eine überlieferte, unbestätigte Herkunftsgeschichte. Zurück in Deutschland kochte er die Suppe nach und brachte sie in den Verkauf. Eine Portion kostete anfangs die für die damalige Zeit stolze Summe von einer Mark, fand aber trotzdem großen Zuspruch. Bis heute stehen für die Zubereitung Rindfleisch, Wasser, Paprika, tierisches Fett, Zwiebeln, Kochsalz, Knoblauch und Gewürze auf der Zutatenliste. Serviert wird in einer Edelstahlschale, ein Brötchen gehört dazu, und auf Wunsch gibt es einen Nachschlag Gulaschsauce. Ende 2015 setzte sich die Puszta-Hütte in der Doku-Soap Mein Lokal, Dein Lokal mit ihrem Gulasch gegen zwei andere Kölner Lokale durch.
Vom Straßenstand zum Familienbetrieb
Anfang der 1950er Jahre zog der Betrieb rund 30 Meter weiter in ein Gebäude der Fleischmengergasse, der traditionellen Kölner Straße des Fleischer-Gewerbes, und wurde dort zum Schnellrestaurant mit Sitzplätzen ausgebaut. Dort befindet sich bis heute das Stammhaus. Seit 1992 führt die Familie Sardis die Puszta-Hütte – zunächst Nikolas Sardis, seit 2019 dessen Sohn Günter. Unter dem Werbespruch „Unser Gulasch hebt den ältesten Jahrgang auf's Fahrrad" wird der Gulasch nach dem „überlieferten Rezept der Bäuerin" auch in Konservendosen abgefüllt und im Versand verkauft; „Original Ungarischer Gulasch aus der Puszta-Hütte" ist ein eingetragenes Warenzeichen. In Hürth und Wesseling gibt es Zweigstellen, dazu kommen mobile Verkaufsstände.
Karte
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Adresse
Fleischmengergasse 57
50676 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–20:00
Di: 10:00–20:00
Mi: 10:00–20:00
Do: 10:00–20:00
Fr: 10:00–20:00
Sa: 10:00–20:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-19)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-18, rev 266567714)
- Wikidata (abgerufen 2026-08-18)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-18
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