Lommerzheim
Ruf als „kölscheste aller Kölschkneipen“: Gaststätte in Köln-Deutz, vom Ehepaar Lommerzheim 1959 bis 2004 geführt, seit 2008 wieder geöffnet.
Hans Lommerzheim war zuvor Köbes im Päffgen-Brauhaus, einer Hausbrauerei, die nur für den eigenen Bedarf braute. Er erhielt als Erster die bis heute seltene Erlaubnis des Brauers, dessen Kölsch auch außerhalb des Brauhauses auszuschenken.
Auf einen Blick
- Art
- Gaststätte (Kölschkneipe)
- Spitzname
- „Lommi“
- Lage
- Siegesstraße 18, Deutz (Stadtbezirk Innenstadt)
- Schankraum bis 2004
- ca. 50 m²
- Ausschank bis 2004
- Kölsch aus täglich gelieferten 30-Liter-Holzfässern
- Reservierungen bis 2004
- nicht möglich
Im Lommerzheim gab es bis zur Schließung durch den Wirt im Jahr 2004 weder Zapfanlage, Fernseher, Zigarettenautomat, Musikanlage noch Registrierkasse – das Kölsch wurde aus 30-l-Holzfässern ausgeschenkt, die täglich geliefert und in den Schankraum gerollt wurden.
Geschichte des Lokals
Im Haus betrieben bereits Hans Lommerzheims Eltern seit 1945 eine Gastwirtschaft. Wikipedia nennt 1959 zugleich als Eröffnung seiner eigenen Gaststätte und als Übernahme des elterlichen Betriebs, den er gemeinsam mit seiner Frau Annemie fortführte. Als ursprüngliche Form des Lommerzheim gilt die Zeit ab 1959. Nach der Schließung Silvester 2004 stand das Lokal mehrere Jahre leer. Im März 2008 öffnete es wieder, renoviert in Anlehnung an die Einrichtung der alten Gaststätte.
Der Weg zur Kult-Kneipe
Bis in die 1970er Jahre galt das Lommerzheim als gewöhnliches, „gut laufendes“ Gasthaus mit „bürgerlich-anständigem“ Konzept. In den 1980er Jahren setzte sich die Wahrnehmung als „Kult-Kneipe“ durch, ausgehend von Erwähnungen in lokalen Stadt- und Gastronomieführern, zuerst im Heft „TAGNACHT“ der StadtRevue. Täglich bildete sich vor allem nachmittags eine Schlange vor der Tür, abends war das Lokal eng besetzt. Den Ruf prägten laut Wikipedia das baufällig und verwahrlost anmutende Haus, die dem Anschein nach nie renovierte Einrichtung und die Eigenarten des Wirtspaares. Die Autoren Günter Mahlke und Hans Schumacher deuteten die Kneipe als „Insel im Zeitenwandel“, die eine Sehnsucht nach Beständigkeit befriedigt habe.
Haus und Schankraum bis 2004
Anders als die Nachbarhäuser besaß das Gebäude keinen Dachstuhl. Links stand ein nur einstöckiges Haus, sodass eine unverputzte Ziegelwand sichtbar war; rechts schloss ein viergeschossiges Mietshaus direkt an. Über dem unbewohnten Obergeschoss mit verwitterter Fassade hing die Leuchtreklame „Dortmunder Actien-Bier“, eine Marke, die zu Hans Lommerzheims Zeiten nicht mehr im Ausschank war. Im Erdgeschoss lag ein großes Holzsprossenfenster mit integrierter Eingangstür, darüber Blechbuchstaben mit dem Wort „Gaststätte“. Innen entsprach die Einrichtung weitgehend der bei Eröffnung, doch wurden Schäden punktuell behoben, Möbel ersetzt, kleinere Renovierungen vorgenommen und Andenken ergänzt; die Küche war zeitgemäß ausgestattet. Fernseher, Musikanlage, Zigarettenautomat und Registrierkasse gab es nicht. Die Toiletten lagen in einem Anbau am Hinterhof, daneben ein Kühlhaus, aus dem die Holzfässer in den Schankraum gerollt wurden.
Bewirtung bis 2004
Annemie Lommerzheim zapfte, ihr Mann servierte, weiteres Personal gab es nicht. Bestellungen für Bier nahm der Wirt nicht entgegen, er brachte es dorthin, wo es fehlte. Neben Kölsch gab es zwei Weinsorten, Softdrinks und einige Spirituosen. Zu essen gab es dicke Koteletts, Halve Hahn, Bratwurst und Knoblauchwurst, donnerstags und freitags auch Hämmchen. Zeitzeugen aus den 1970er Jahren beschreiben eine abwechslungsreichere, gutbürgerliche Küche, mit Muscheln rheinische Art im Winter und einem traditionellen Fischessen am Aschermittwoch.
Zeitstrahl
- 1945Eltern Lommerzheim betreiben Gastwirtschaft im Haus Siegesstraße
- 1959Hans Lommerzheim eröffnet seine Gaststätte in Deutz
- 1980erLokal etabliert sich als „Kult-Kneipe“
- 2004Wirtsleute beenden Betrieb zu Silvester
- 2005Hans Lommerzheim stirbt am 28. Juni
- 2008Renoviertes Lokal wird im März wiedereröffnet
- 2016Annemie Lommerzheim stirbt am 23. Mai
Karte
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Adresse
Siegesstraße 18
50679 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 11:00–14:30
Mo: 16:30–00:00
Mi: 11:00–14:30
Mi: 16:30–00:00
Do: 11:00–14:30
Do: 16:30–00:00
Fr: 11:00–14:30
Fr: 16:30–00:00
Sa: 11:00–14:30
Sa: 16:30–00:00
So: 11:00–14:30
So: 16:30–23:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-10-21)
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- Wikipedia (abgerufen 2026-10-21, rev 261962583)
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