Flönz
Schwach geräucherte rheinische Blutwurst, Grundlage für Kölschen Kaviar und Himmel un Ääd — historisch auch „Flunz“ genannt.
Als Kochwurst mit weicher, aber schnittfester Konsistenz unterscheidet sich die Flönz von den meist härteren und durchgeräucherten Blutwürsten vor allem des süddeutschen Raumes.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Schwach geräucherte Blutwurst (Kochwurst)
- Herkunft
- Rheinland; im Kölschen auch „Blootwoosch“ genannt
- Herkunftsschutz
- Seit 2016 bei der Europäischen Kommission registriert
- Durchmesser
- 30 bis 65 Millimeter
- Aussehen
- Rotbraun, Füllmasse mit weißen Speckstücken
- Besonderheit
- Ohne Mehl oder Grieß, anders als Panhas oder Möpkenbrot
Flönz bezeichnete im 19. Jahrhundert eigentlich minderwertige Wurstreste, die als billiges Hundefutter oder Armeleuteessen verkauft wurden – erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde daraus der Name für die heute geschätzte rheinische Spezialität.
Zusammensetzung
Die Flönz besteht aus Brät mit kleinen Speckstücken. Zutaten sind Speckschwarten, frischer oder gefrorener Schweinespeck, Schweinefleisch und Schweineblut, dazu Nitritpökelsalz und Gewürze; optional kommen Schweinekopffleisch, Zwiebeln und Fleischfond hinzu. Sie gilt als Blutwurst „einfacher Qualität“, da der enthaltene Fleischanteil nicht sichtbar ist. Abgefüllt wird sie in Natur- oder Kunstdarm, mit kreisrundem Querschnitt in Form eines gekrümmten Zylinders und Wurstzipfeln an beiden Enden; sie kann auch zum Ring geschlossen sein. Eine Flönz im Glas oder in der Dose gibt es nicht.
Name und Geschichte
Historisch ist auch die Schreibweise „Flunz“ belegt. Das ripuarische Wort ist etymologisch mit „Blunze“ verwandt, einer dicken Blutwurst; es geht auf das mittelhochdeutsche Verb „blunsen“ (aufblähen) zurück. Möglich ist auch ein lautmalerischer Bezug zu „plump“. Das Rheinische Wörterbuch verzeichnet Flönz und Flunz als Bezeichnung für eine „geringe Blutwurst“. Im 19. Jahrhundert bezeichnete Flönz die Wurstenden, die beim Aufschnitt in Metzgereien anfielen und billig als Hundefutter oder Armeleuteessen verkauft wurden. Der heutige Gebrauch in der Kölner Gastronomie ist spätestens ab 1920 belegt.
Regionale Namen
Im Bergischen Land östlich von Köln heißt ein Stück Flönz ohne Beilage „Necke Hennes“, im Krefelder Platt „Näcken Hännes“.
Zubereitung und Gerichte
Oft wird die Flönz kalt auf Brot oder „op de Hand“ gegessen. Als Kölscher Kaviar wird sie geschnitten mit Röggelchen, roten Zwiebelringen und Gewürzgurke gereicht, in Düsseldorf „met Ölk un Mostert“ mit Zwiebelringen und Senf, wobei in der Regel ein Düsseldorfer Senf wie ABB-Senf oder Löwensenf verwendet wird. Angebraten dient sie als Beilage zu Himmel un Ääd, zu Linsen süß-sauer oder zum Gemüsedurcheinander Jemangs. In Suppen findet sie Verwendung, etwa in der Erbsensuppe Ähzezupp, in der Linsensuppe oder als Flönz-Zupp. Im rheinischen Weißkohlauflauf Schlodderkappes wird sie mitverarbeitet.
Zeitstrahl
- vor dem 16. JahrhundertWort Blunze/Blunzen (verwandt mit Flönz) erstmals belegt
- 19. JahrhundertFlönz bezeichnet billige Wurstreste, verkauft als Hundefutter/Armeleuteessen
- vor und im Ersten WeltkriegBilligste Blutwurstsorte macht größten Anteil der Wurstreste aus
- ab 1920Heutiger Gebrauch von Flönz in Kölner Gastronomie belegt
- seit den 1920er JahrenFlönz in Kölner Gastronomie als rheinische Spezialität etabliert
- 2016Flönz als geschützte Herkunftsbezeichnung bei EU-Kommission registriert
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