Ubierhaus
Drei Flügel an Agrippinaufer, Ubierring und Trajanstraße: ein unter Denkmalschutz stehendes Wohnensemble von 1914/15 am Südende der Kölner Ringe.
Entworfen haben die Anlage Leopold Schweitzer und Jacob Koerfer, die sie auch selbst errichten ließen. Den Namen „Ubierhaus“ gebraucht der Architekturhistoriker Klemens Klemmer in seiner Monografie über Koerfer.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Wohnensemble unter Denkmalschutz
- Lage
- Neustadt-Süd in Köln, Stadtbezirk Innenstadt
- Häuser
- Agrippinaufer 2, 4, 6 und 8, Trajanstraße 16 und 18
- Bauzeit
- laut Klemmer 1914 bis Herbst 1915
- Architekten
- Leopold Schweitzer, Jacob Koerfer
- Fassade
- Werkstein mit neoklassizistischen Elementen
- Denkmalschutz
- in vier Einträgen der Kölner Denkmalliste erfasst
Die Gedenksteine vor dem Ubierhaus erinnern an die verfolgten früheren Bewohner Adolf, Henriette und Otto Jonas – das Ensemble war ursprünglich als Komplex mit Luxuswohnungen gebaut worden, und die beiden Architekten Leopold Schweitzer und Jacob Koerfer traten zugleich als Bauherren auf.
Anlage und Datierung
Von Beginn an war ein geschlossener Baukomplex vorgesehen, dessen Flügel sich auf Agrippinaufer, Ubierring und Trajanstraße verteilen. Untergebracht waren darin zunächst großzügige Mietwohnungen, von Klemmer als Luxuswohnungen bezeichnet. Im Denkmalportal ist für Trajanstraße 16 das Jahr 1917 angegeben. Wie sich dies mit Klemmers Angabe vereinbaren lässt, bleibt nach den herangezogenen Quellen offen.
Fassaden und Innenräume
Nach Klemmer gliedern sich die Fronten in 16 Fensterachsen zum Agrippinaufer, fünf zum Ubierring und neun zur Trajanstraße. Gestalterisch bilden sie eine Einheit, bestimmt durch gleichmäßig gereihte Fensterachsen. Bei Agrippinaufer 8 wurde nachweislich Tuffstein verbaut. Agrippinaufer 6 zählt laut Denkmalbeschreibung vier Geschosse, darüber ein verputztes Attikageschoss unter einem Satteldach; eine Kolossalordnung strukturiert die drei Achsen der Front. Innen führt die Beschreibung ein Vestibül mit Stuck und Marmortreppen auf, ferner das Treppenhaus, historische Türgewände sowie zum Teil erhaltene Türen und Stuckdecken.
Kriegsschäden und Gedenken
Laut einer Karte der Stadt Köln zu den Kriegsschäden aus dem Jahr 1947 trugen Agrippinaufer 6 und 8 schwere, Trajanstraße 16 und 18 mittlere und Agrippinaufer 2 und 4 leichte Schäden davon. Für ehemalige Bewohner, die unter dem Nationalsozialismus verfolgt wurden, sind drei Stolpersteine verlegt. Zwei davon vor Agrippinaufer 2 gelten Adolf und Henriette Jonas, einer vor Trajanstraße 18 Otto Jonas.
Lage am Rhein
Zum Rhein und zum Rheinauhafen hin öffnet sich die lange Front am Agrippinaufer. Mit dem Ubierring beginnen die Kölner Ringe; er führt vom Rheinufer zum Chlodwigplatz, der im Kölner Süden ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist. Nicht weit entfernt liegen Römerpark und Friedenspark sowie der mittelalterliche Bayenturm, heute Sitz des FrauenMediaTurms.
Namen und Überlieferung
Der Überlieferung zufolge erscholl am Bayenturm 1262, als die Kölner Bürgerschaft ihn zurückeroberte, zum ersten Mal „Kölle Alaaf“. Namensgeberin des Agrippinaufers ist Agrippina die Jüngere, Mutter Neros. Auf ihr Betreiben machte Kaiser Claudius ihren Geburtsort, das Oppidum Ubiorum, im Jahr 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium. An die Ubier erinnert der Ubierring.
Zeitstrahl
- 50 n. Chr.Claudius erhebt das Oppidum Ubiorum zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium
- 1262Rückeroberung des Bayenturms durch die Kölner Bürgerschaft (Überlieferung: erster Ruf „Kölle Alaaf“)
- 1914Baubeginn des Ubierhauses nach Plänen von Schweitzer und Koerfer
- 1915Abschluss der Bauarbeiten im Herbst (nach Klemmer)
- 1917Datierung des Hauses Trajanstraße 16 im Denkmalportal
- 1947Kriegsschadenskarte der Stadt Köln dokumentiert leichte bis schwere Schäden
Karte
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