Schwerthof
Büro- und Geschäftshaus von 1921/22, in dem 1947 Kölns erstes Innenstadt-Kino der Nachkriegszeit eröffnete.
Der Name des Gebäudes reicht bis ins Mittelalter zurück: 1493 ist in den Kölner Schreinsbüchern ein Bürger namens Abel vom Schwerthof verzeichnet, der hier wohnte. Später ging die Bezeichnung auf eine Rüstkammer für Adlige aus dem 16. Jahrhundert über.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Büro- und Geschäftshaus, Baudenkmal
- Lage
- Zeppelinstraße 2 Ecke Neumarkt 2, Kölner Stadtteil Altstadt-Nord
- Bauzeit
- 1921 bis 1922
- Architekten
- Jacob Koerfer (zugleich Bauherr) und Theodor Veil
- Front
- 75 Meter an der Zeppelinstraße, 27 Meter am Neumarkt
- Denkmalliste
- eingetragen am 27. Juni 1988 (Denkmal Nr. 4661)
Als 1947 im Erdgeschoss des Schwerthofs Kölns erstes Innenstadt-Kino der Nachkriegszeit eröffnete, hatte an dieser Stelle zuvor ein Café mit einer 450 m² großen Konditorei und bis zu 180 Mitarbeitern residiert.
Vorgängerbau und Entstehung
An der Stelle stand zuvor der „Blankenheimer Hof“, ein 1758 errichtetes Palais, das zuletzt als Offizierskasino diente. Mit Anlage der Zeppelinstraße (1910/1911) stellte dessen um 3,64 Meter zum Neumarkt vorspringende Fassade ein Hindernis für die Verkehrsplanung von Carl Rehorst dar, die eine Verbreiterung der auf den Neumarkt auslaufenden Schildergasse vorsah. Überlegungen, die Fassade zurückversetzt oder an anderer Stelle neu zu errichten, wurden verworfen; der Bau wurde im Herbst 1913 niedergelegt. Das nördlich anschließende Grundstück Zeppelinstraße 4–8 war bereits 1911 bis 1913 mit dem Kaufhaus Isay bebaut worden, während der Bauplatz zunächst frei blieb; der Erste Weltkrieg unterbrach die Suche der Stadt Köln nach einem Käufer. Anfang 1921 erwarb Architekt Koerfer das über 2.000 m² große Areal und errichtete darauf mit Eigenkapital und Krediten den Schwerthof. Die Eröffnung fand am 3. Oktober 1922 statt.
Architektur
Den Entwurf erarbeitete Koerfer zusammen mit dem Architekten Theodor Veil; nachdem Koerfer verschiedene Änderungen vornahm, endete die Zusammenarbeit. Die Fassade zählt 14 Achsen an der Zeppelinstraße und fünf am Neumarkt, drei übergiebelte Risalite gliedern die Front zur Zeppelinstraße. Das Erdgeschoss ist arkadenförmig ausgebildet, darüber folgen Bürogeschosse; das vierte Obergeschoss springt um 50 cm nach innen, ein hohes Walmdach bildet den Abschluss. Der Mittelstützenabstand entsprach dabei noch dem Achsenabstand des Stützenrasters. Der Bau wurde an die Nachbarbebauung angeglichen: zum Neumarkt durch das kleinteilige Fensterformat des Polizeipräsidiums, zur Zeppelinstraße durch die strenge, flächige Fassadengliederung des gegenüberliegenden Kaufhauses Cords. Die bildhauerischen Arbeiten an der Außenfront sowie Stuckarbeiten im Inneren stammen vom Kölner Bildhauer Willy Meller.
Nutzung und Räume
Die vier Bürogeschosse umfassten je 1.650 m² Nutzfläche bei einem Verkehrsflächenanteil von 19 %; dank der Skelettkonstruktion war die Raumaufteilung von Beginn an nach Mieterwünschen möglich. Im Erdgeschoss auf 1.750 m² befand sich ein Café mit einer Konditorei von 450 m², das der Gastronom Ludwig Blatzheim mit bis zu 180 Mitarbeitern führte. Bei der Eröffnung waren bereits 15 Firmen im Haus ansässig.
Nach dem Krieg
Der Schwerthof wurde im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt. 1947 eröffnete an Stelle des Cafés mit dem „UFA-Schwerthof“ Kölns erstes Innenstadt-Kino der Nachkriegszeit. Über Jahrzehnte bestand hier die „Bücherstube am Dom jetzt am Neumarkt“ mit Eingängen zum Neumarkt und zur Zeppelinstraße.
Zeitstrahl
- 1758Errichtung des Vorgängerbaus „Blankenheimer Hof“
- 1910/1911Anlage der Zeppelinstraße nach Planung von Carl Rehorst
- 1911–1913Bebauung des Nachbargrundstücks mit dem Kaufhaus Isay
- Herbst 1913Niederlegung des Blankenheimer Hofes
- Anfang 1921Koerfer erwirbt das Grundstück für den Schwerthof
- Frühjahr 1921Baubeginn des Schwerthofs
- 3. Oktober 1922Eröffnung des Schwerthofs
- 1947Eröffnung des Kinos „UFA-Schwerthof“ anstelle des Cafés
- 27. Juni 1988Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln
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