Palatium
Dreieckiges Geschäftshaus von Wilhelm Kreis, 1912 eröffnet: Halbrunde Ecktürme mit flachen Kuppeln markieren das Inselgrundstück an der Schildergasse.
Ermöglicht wurde der Bau erst durch einen Straßendurchbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Den Namen „Palatium“ trugen in Köln bereits im Mittelalter zwei Häuser.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Büro- und Geschäftshaus
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt; begrenzt von Gürzenichstraße, Schildergasse und Hohe Straße
- Architekt
- Wilhelm Kreis
- Bauzeit
- errichtet 1911, eröffnet 1912
- Grundriss
- unregelmäßig, dreieckig
- Geschosse
- vier Geschosse plus Dachgeschoss
- Denkmalschutz
- seit dem 13. Januar 1986
Kaiser Karl V. übernachtete gleich zweimal (1520 und 1531) in einem Kölner „Palatium“ am Neumarkt – dem „Cäsarpalast“, den Nicasius Hackeney im Auftrag Kaiser Maximilians I. errichten ließ, der Bauherr erlebte die Fertigstellung aber nicht mehr.
Entstehung durch den Straßendurchbruch
Im Jahr 1903 entschied der Kölner Stadtrat, die Schildergasse bis zum Heumarkt zu verlängern. Stadtplaner Carl Rehorst setzte dies 1910 mit einem Durchbruch von der Gürzenichstraße zur Schildergasse um. Auf dem so entstandenen Inselgrundstück wurde das „Palatium“ gebaut, dessen Grundriss sich an die dreieckige Form der Parzelle anpassen musste. Durch diese Form übernimmt das Gebäude die Aufgabe, den Verkehrsstrom zu teilen.
Architektur mit Ecktürmen
Die Fassade ist mit Sandstein verkleidet, Kolossalordnungen gliedern den Bau deutlich in der Vertikalen. Die Ecken an West- und Ostseite sind als halbrunde Rundtürme mit flacher Kuppel ausgeführt und dienen als Point de vue. Die Pfeilerarchitektur ist weitgehend in Glasflächen aufgelöst. Zur Schildergasse und zur Gürzenichstraße zeigen sich jeweils sechs Achsen, hinzu kommen zwei Eckachsen, die die städtebauliche Dominanz betonen.
Krieg und Denkmalschutz
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flügel an der Ecke Hohe Straße/Schildergasse zerstört und anschließend in moderner Form wiederaufgebaut. Das Haus wird als bedeutend für die Kölner Baugeschichte eingestuft. Gegenüber steht das Kaufhaus Tietz, das ebenfalls Wilhelm Kreis errichtete.
Mittelalterliche Namensvorgänger
Zwei mittelalterliche Häuser trugen den Namen „palatium“, lateinisch für „Palast“. Eines lag am Beginn der Schildergasse an der Ecke zum Neumarkt und hieß auch „zum Sale“; es gehörte seit 1274 Johann von Thurre. Das zweite ließ der Patrizier Nicasius Hackeney im Auftrag Kaiser Maximilians I. am heutigen Neumarkt 8–10 als Anwesen mit Turm, Erker, Sälen und Hauskapelle errichten. Kaiser Karl V. übernachtete dort 1520 und 1531. Dieses Anwesen war der Vorgängerbau des heutigen Richmodis-Hauses.
Zeitstrahl
- 1274„Palatium“/„zum Sale“ (Schildergasse 4) gehört Johann von Thurre
- 1507Nicasius Hackeney erwirbt den Hof „Heydenrich“, 1508 das Grundstück „Schorenstein“
- 1518Tod Nicasius Hackeneys vor der Fertigstellung des Anwesens
- 1520Kaiser Karl V. übernachtet im Hackeneyschen Palatium (29. Oktober)
- 1903Rat beschließt Verlängerung der Schildergasse bis zum Heumarkt
- 1910Straßendurchbruch Gürzenichstraße–Schildergasse unter Carl Rehorst
- 1911Errichtung des Geschäftshauses Palatium nach Plänen von Wilhelm Kreis
- 1986Palatium wird am 13. Januar unter Denkmalschutz gestellt
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