Opern Passagen
Bei ihrer Eröffnung 1964 galt sie als erste Einkaufspassage Deutschlands — heute eine Ladenpassage mit dem integrierten Theater am Dom.
Der Bau vereinte Geschäftshaus, Passage und Parkhaus in geschichteter Bauweise. Nach der Festrede des Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen sollte er die Innenstadt beleben und dem Trend zu Einkaufszentren am Stadtrand entgegenwirken.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ladenpassage mit integriertem Theater
- Lage
- Köln-Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Architekt
- Wilhelm Koep, Hausarchitekt von 4711
- Grundstück
- 6900 m² ehemaliges Trümmergrundstück von 4711
- Nutzfläche
- heute rund 21.000 m² (ursprünglich 32.000 m²)
- Theater
- Theater am Dom mit 376 Plätzen
Bei ihrer Eröffnung 1964 war die Ladenstadt die erste Einkaufspassage Deutschlands – erwies sich aber schon wenige Jahre später als Fehlplanung und musste 1966 Konkurs anmelden.
Geschichte
Der Baubeginn lag im Frühjahr 1961; am 17. Oktober 1964 wurde die Passage unter dem Namen „Schweizer Ladenstadt“ mit einer außen sichtbaren Wabenfassade eröffnet — bei ihrer Eröffnung die erste Einkaufspassage Deutschlands. Auf 32.000 m² Nutzfläche gab es zunächst 69 Einzelhandelsgeschäfte, eine Bank und eine Tankstelle; das Parkhaus bot 600 Stellplätze. Von 1980 bis 1982 wurde der Komplex mit einer Stahlkonstruktion um zwei Bürogeschosse aufgestockt und in „Kölner Ladenstadt“ umbenannt.
Früher Misserfolg
Schon bald galt die Anlage als Fehlplanung, weil der Bau der Nord-Süd-Fahrt die Breite Straße durchtrennte und diese an Attraktivität verlor. Als Betreiber fungierte die 1961 in Zürich gegründete „Ladenstadt in Köln AG“. Über sie sowie die verbundenen Gesellschaften IBZ und W. Fuchs & Co. wurde 1965/66 der Konkurs eröffnet; als Gründe gelten Fehlkalkulationen, die Standortwahl abseits von Hoher Straße und Schildergasse sowie Probleme im Gesellschafterkreis. Bei der Zwangsversteigerung 1966 ersteigerte das Land Nordrhein-Westfalen das Gebäude für 11 Millionen Mark, um eine Landesbürgschaft zugunsten dreier Hypothekenbanken zu retten.
Theater am Dom
Bereits beim Bau wurde das Theater am Dom eingeplant. Der Spielbetrieb begann am 29. Oktober 1964 mit Peter Ustinovs Komödie „Endspurt“.
Untergeschoss
Von Oktober 1982 bis in die 1990er-Jahre lag hier das „Bierdorf Colon“ mit 17 Schank- und Restaurationsbetrieben sowie der Diskothek „Chari Vari“. Der direkte Zugang zur U-Bahn-Haltestelle Appellhofplatz wurde nach Beschwerden über das Verhalten von Besuchern zugemauert. 1991 zerstörte ein Brand das Bierdorf, das wiederaufgebaut, später aber geschlossen wurde. 1996 folgte die kurzlebige Diskothek „Lulu“, danach nutzte ein lokaler Klavierproduzent das Untergeschoss für Konzerte. Seit 2014 befindet sich hier eine Rewe-Filiale.
Eigentümerwechsel und heutige Trägerschaft
Nach der Ersteigerung durch das Land Nordrhein-Westfalen 1966 gab es mehrere Eigentumswechsel, bevor im Januar 1999 der Architekt Walter Brune Eigentümer wurde. Er ließ 2001/2002 generalsanieren, erweiterte den Bau um eine Einkaufsgalerie und benannte ihn 2002 in „Opern Passagen“ um, wodurch die Nutzfläche auf rund 21.000 m² sank. 2006 verkaufte Brune an ein Joint Venture aus der US-Investmentbank Merrill Lynch (88 %) und der ECE Projektmanagement (12 %). 2012 veräußerten laut Quelle die damaligen Eigentümer ECE und die Blackstone Group das Objekt für rund 78 Millionen Euro an einen ungenannten Schweizer Privatinvestor; zum Wechsel von Merrill Lynch zur Blackstone Group macht die Quelle keine Angaben. Der Verkauf war 2012 die volumenstärkste Kölner Immobilientransaktion und führte die Passage zurück in Schweizer Besitz wie schon zur Eröffnungszeit. Seit dem 1. Januar 2013 führt die Opernpassagen GmbH & Co. KG den Betrieb mit 21 Geschäften, dem Theater und neuen Gastronomiekonzepten.
Zeitstrahl
- 1961Baubeginn auf 6900 m² großem Trümmergrundstück von 4711
- 1964Eröffnung als „Schweizer Ladenstadt“ mit Wabenfassade
- 1966Konkurs der Ladenstadt in Köln AG und Zwangsversteigerung
- 1980–1982Aufstockung um zwei Bürogeschosse, Umbenennung in „Kölner Ladenstadt“
- 1991Zerstörung des „Bierdorf Colon“ durch Brand, danach Wiederaufbau
- 1999Walter Brune wird neuer Eigentümer
- 2002Umbenennung in „Opern Passagen“ nach Generalsanierung
- 2012Verkauf an Schweizer Privatinvestor für rund 78 Millionen Euro
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