Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Opern Passagen

Bei ihrer Eröffnung 1964 galt sie als erste Einkaufspassage Deutschlands — heute eine Ladenpassage mit dem integrierten Theater am Dom.

Indoor Bei Regen

Der Bau vereinte Geschäftshaus, Passage und Parkhaus in geschichteter Bauweise. Nach der Festrede des Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen sollte er die Innenstadt beleben und dem Trend zu Einkaufszentren am Stadtrand entgegenwirken.

Auf einen Blick

Art
Ladenpassage mit integriertem Theater
Lage
Köln-Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Architekt
Wilhelm Koep, Hausarchitekt von 4711
Grundstück
6900 m² ehemaliges Trümmergrundstück von 4711
Nutzfläche
heute rund 21.000 m² (ursprünglich 32.000 m²)
Theater
Theater am Dom mit 376 Plätzen
Wusstest du?

Bei ihrer Eröffnung 1964 war die Ladenstadt die erste Einkaufspassage Deutschlands – erwies sich aber schon wenige Jahre später als Fehlplanung und musste 1966 Konkurs anmelden.

Geschichte

Der Baubeginn lag im Frühjahr 1961; am 17. Oktober 1964 wurde die Passage unter dem Namen „Schweizer Ladenstadt“ mit einer außen sichtbaren Wabenfassade eröffnet — bei ihrer Eröffnung die erste Einkaufspassage Deutschlands. Auf 32.000 m² Nutzfläche gab es zunächst 69 Einzelhandelsgeschäfte, eine Bank und eine Tankstelle; das Parkhaus bot 600 Stellplätze. Von 1980 bis 1982 wurde der Komplex mit einer Stahlkonstruktion um zwei Bürogeschosse aufgestockt und in „Kölner Ladenstadt“ umbenannt.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Früher Misserfolg

Schon bald galt die Anlage als Fehlplanung, weil der Bau der Nord-Süd-Fahrt die Breite Straße durchtrennte und diese an Attraktivität verlor. Als Betreiber fungierte die 1961 in Zürich gegründete „Ladenstadt in Köln AG“. Über sie sowie die verbundenen Gesellschaften IBZ und W. Fuchs & Co. wurde 1965/66 der Konkurs eröffnet; als Gründe gelten Fehlkalkulationen, die Standortwahl abseits von Hoher Straße und Schildergasse sowie Probleme im Gesellschafterkreis. Bei der Zwangsversteigerung 1966 ersteigerte das Land Nordrhein-Westfalen das Gebäude für 11 Millionen Mark, um eine Landesbürgschaft zugunsten dreier Hypothekenbanken zu retten.

© Steiner, Egon · CC BY-SA 3.0 de

Theater am Dom

Bereits beim Bau wurde das Theater am Dom eingeplant. Der Spielbetrieb begann am 29. Oktober 1964 mit Peter Ustinovs Komödie „Endspurt“.

© ZH2010 · CC BY-SA 3.0

Untergeschoss

Von Oktober 1982 bis in die 1990er-Jahre lag hier das „Bierdorf Colon“ mit 17 Schank- und Restaurationsbetrieben sowie der Diskothek „Chari Vari“. Der direkte Zugang zur U-Bahn-Haltestelle Appellhofplatz wurde nach Beschwerden über das Verhalten von Besuchern zugemauert. 1991 zerstörte ein Brand das Bierdorf, das wiederaufgebaut, später aber geschlossen wurde. 1996 folgte die kurzlebige Diskothek „Lulu“, danach nutzte ein lokaler Klavierproduzent das Untergeschoss für Konzerte. Seit 2014 befindet sich hier eine Rewe-Filiale.

© Duhon · CC BY 3.0

Eigentümerwechsel und heutige Trägerschaft

Nach der Ersteigerung durch das Land Nordrhein-Westfalen 1966 gab es mehrere Eigentumswechsel, bevor im Januar 1999 der Architekt Walter Brune Eigentümer wurde. Er ließ 2001/2002 generalsanieren, erweiterte den Bau um eine Einkaufsgalerie und benannte ihn 2002 in „Opern Passagen“ um, wodurch die Nutzfläche auf rund 21.000 m² sank. 2006 verkaufte Brune an ein Joint Venture aus der US-Investmentbank Merrill Lynch (88 %) und der ECE Projektmanagement (12 %). 2012 veräußerten laut Quelle die damaligen Eigentümer ECE und die Blackstone Group das Objekt für rund 78 Millionen Euro an einen ungenannten Schweizer Privatinvestor; zum Wechsel von Merrill Lynch zur Blackstone Group macht die Quelle keine Angaben. Der Verkauf war 2012 die volumenstärkste Kölner Immobilientransaktion und führte die Passage zurück in Schweizer Besitz wie schon zur Eröffnungszeit. Seit dem 1. Januar 2013 führt die Opernpassagen GmbH & Co. KG den Betrieb mit 21 Geschäften, dem Theater und neuen Gastronomiekonzepten.

© Duhon · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1961
    Baubeginn auf 6900 m² großem Trümmergrundstück von 4711
  2. 1964
    Eröffnung als „Schweizer Ladenstadt“ mit Wabenfassade
  3. 1966
    Konkurs der Ladenstadt in Köln AG und Zwangsversteigerung
  4. 1980–1982
    Aufstockung um zwei Bürogeschosse, Umbenennung in „Kölner Ladenstadt“
  5. 1991
    Zerstörung des „Bierdorf Colon“ durch Brand, danach Wiederaufbau
  6. 1999
    Walter Brune wird neuer Eigentümer
  7. 2002
    Umbenennung in „Opern Passagen“ nach Generalsanierung
  8. 2012
    Verkauf an Schweizer Privatinvestor für rund 78 Millionen Euro

Galerie

© Steiner, Egon · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© ZH2010 · CC BY-SA 3.0 · Commons
© ZH2010 · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

Agfa Foto-Historama

Fotohistorische Sammlung mit rund 20.000 Kameras und über 12.000 Fotografien seit dem 19. Jahrhundert — heute am Museum Ludwig in Köln.

Agrippina die Jüngere

Namensgeberin Kölns: Die in Köln geborene römische Kaiserfrau (Schwester Caligulas, Frau des Claudius, Mutter Neros) ließ ihren Geburtsort 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erheben — aus diesem Namen entstand später „Köln“.

Nicht mehr vorhanden 930 mAlte Wache (Waidmarkt)© Norbert Schnitzler · CC BY-SA 3.0

Alte Wache (Waidmarkt)

Preußisches Wachgebäude von 1840/41 am Waidmarkt, dessen denkmalgeschützter Portikus nach dem Archiveinsturz 2009 abgebaut und für einen möglichen Wiederaufbau eingelagert wurde.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-13

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.