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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Landeshaus Köln

Verwaltungssitz des Landschaftsverbands Rheinland am Rhein — ein Bau der Nachkriegsmoderne im Stil von Mies van der Rohe.

Aus einem Architekturwettbewerb von 1955 mit 91 beteiligten Büros gingen zwei zweite Preise hervor, einen ersten Preis vergab die Jury nicht – ausgezeichnet wurden Konzepte mit niedrigen, lang gestreckten Baukörpern statt eines Hochhauses.

Auf einen Blick

Art
Verwaltungsgebäude, Hauptsitz des Landschaftsverbands Rheinland
Lage
Kennedy-Ufer 2, Köln-Deutz, direkt am Rhein
Bauzeit
1956 bis 1959, Einweihung am 6. November 1959
Architekten
Eckhard Schulze-Fielitz, Ernst von Rudloff, Ulrich Schmidt von Altenstadt
Bauform
fünfgeschossiger Vierflügelbau um einen Innenhof
Denkmalschutz
seit dem 2. November 1987 in der Kölner Denkmalliste
Wusstest du?

Bei dem Architekturwettbewerb 1955 mit 91 beteiligten Büros vergab die Jury keinen ersten Preis, sondern zeichnete stattdessen zwei zweite Preise aus – einer davon führte zum späteren Bauauftrag.

Geschichte

Der Landschaftsverband Rheinland entstand, nachdem der Landtag Nordrhein-Westfalen 1953 die Landschaftsverbände als regionale Ebene der kommunalen Selbstverwaltung einrichtete. Zunächst saß er im Landeshaus Düsseldorf. Der Kölner Politiker Theo Burauen setzte die Verlegung des Sitzes nach Köln durch, die am 27. März 1957 entschieden wurde. Die Frage löste wegen der Mehrkosten und der rund 1600 betroffenen Mitarbeiter Kontroversen, zwei Abstimmungen und eine verwaltungsgerichtliche Klage aus. Die Stadt Köln stellte das Grundstück des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hauses der Rheinischen Geschichte unentgeltlich bereit. Der Grundstein wurde am 29. Oktober 1957 gelegt; bis zum 27. Januar 1960 war das Gebäude bezogen.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Vom Wettbewerbsentwurf zum Bau

Der preisgekrönte Entwurf der Essener Architektengemeinschaft sah einen vierflügeligen Stahlskelettbau mit dem Außenmaß von 112 mal 64 Metern vor, dessen freistehendes Erdgeschoss die Uferpromenade teilweise überragt hätte. Ausgeführt wurde davon abweichend ein Stahlbetonbau in Skelettbauweise, der etwa 45 Meter vom Rhein zurückgesetzt steht.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Architektur

Der Bau folgt den funktionalistischen Prinzipien des Bauhauses in der Linie von Ludwig Mies van der Rohe. Im Erdgeschoss trägt ein Stützensystem im Raster von 7 mal 7 Metern das Gebäude, sodass der Blick von Osten nach Westen zum Rhein unter dem Bau hindurch frei bleibt. Die Büroetagen werden durch Treppen in den Gebäudeecken erschlossen. Die Vorhangfassade aus Glas und Aluminium zeigt in den Brüstungen blaugrüne Platten. Die verglasten Wandelhallen an Nord- und Südseite waren ursprünglich mit Sesseln nach einem Entwurf von Mies van der Rohe möbliert.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Denkmalschutz und Nutzung

Am 2. November 1987 nahm die Stadt Köln das Gebäude in ihre Denkmalliste auf – als Beispiel für die avantgardistische westdeutsche Architekturströmung der Nachkriegszeit, die unmittelbar an die in den USA weiterentwickelte Architekturmoderne anknüpfte, mit ins Detail durchgehaltener Anwendung der Prinzipien Mies van der Rohes. Von 1997 bis 1999 wurde es unter Beachtung denkmalfachlicher Anforderungen umfassend saniert. Eingebettet ist es in eine Grünanlage, die von der Mindener Straße bis zum Kennedy-Ufer reicht, und dient weiterhin der Zentralverwaltung des Landschaftsverbands Rheinland.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1953
    Landtag NRW richtet die Landschaftsverbände ein
  2. 1955
    Architekturwettbewerb mit 91 teilnehmenden Büros
  3. 1956
    Jury vergibt zwei zweite Preise; Bauauftrag an Schulze-Fielitz/von Rudloff/Schmidt von Altenstadt
  4. 27. März 1957
    Burauen setzt Verlegung des Verwaltungssitzes nach Köln durch
  5. 29. Oktober 1957
    Grundsteinlegung des Landeshauses
  6. 6. November 1959
    Einweihung des Gebäudes
  7. 27. Januar 1960
    Bezug des Gebäudes abgeschlossen
  8. 2. November 1987
    Eintragung in die Kölner Denkmalliste
  9. 1997–1999
    Umfassende denkmalgerechte Sanierung

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-16

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