Königin-Luise-Schule
1871 als erste städtische Höhere Töchterschule Kölns gegründet. Heute ein Gymnasium mit Erinnerungskonzept und 34 Stolpersteinen vor dem Eingang.
Ihren Namen trägt die Schule seit 1907. Er geht auf die preußische Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776–1810) zurück.
Auf einen Blick
- Art
- Städtisches Gymnasium (G9) im offenen Ganztag, dreizügig
- Lage
- Alte Wallgasse 10, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt), Nähe Ehrenstraße / Friesenplatz
- Hauptgebäude
- Architekt Peter Friedrich Schneider, denkmalgeschützt seit 1989
- Profil
- seit 2019 „MINT-freundliche Schule“
- Sprachen
- Englisch, Französisch, Latein, ab der Oberstufe Spanisch
- Gedenken
- 34 Stolpersteine seit 2018
Das Hauptgebäude der Königin-Luise-Schule wurde 1959 auf einem ehemaligen römischen Gräberfeld errichtet und steht seit 1989 unter Denkmalschutz; das Treppenhaus gestaltete der Künstler Georg Meistermann.
Von der Töchterschule zum Gymnasium
Die Höhere Töchterschule war eine städtische Einrichtung und deshalb an keine Konfession gebunden. Zu Beginn gehörte zu ihr ein Lyzeum. Nach und nach kamen weitere Bereiche hinzu: eine Lehrerinnen-Bildungsanstalt, Elementarklassen, eine Frauenschule für die Ausbildung technischer Lehrkräfte und ein Kindergarten. Auf die preußische Reform der Mädchenschulen von 1908 folgte 1913 ein Oberlyzeum. Dort konnten Frauen nun auch das Abitur machen. In den 1970er Jahren wurde die Schule zu einem koedukativen Gymnasium.
Krieg und Neubeginn
Von 1876 bis in den Zweiten Weltkrieg stand das Schulgebäude in der St.-Apern-Straße. Am 29. Juni 1943 wurde es beschädigt. Der Unterricht wurde daraufhin in das benachbarte Gebäude des ehemaligen jüdischen Reformrealgymnasiums Jawne verlegt. Im Juli 1944 brachte man etwa 250 Schülerinnen in das Seebad Bansin auf Usedom. In den Nachkriegsjahren war die Schule in der Nußbaumer Straße in Neuehrenfeld untergebracht. Die Gebäude in der St.-Apern-Straße waren nur teilweise zerstört, und ihre Fassaden hatten fast unversehrt überdauert. Trotzdem wurden sie abgerissen.
Das Haus an der Alten Wallgasse
Am 4. September 1959 wurde das heutige Hauptgebäude eröffnet. Es liegt etwa 300 Meter vom alten Standort entfernt, zwischen Alter Wallgasse und Albertusstraße. Der Bau steht auf einem ehemaligen römischen Gräberfeld. Ein markantes Element ist das Treppenhaus, das Georg Meistermann gestaltet hat. Nach Angaben der Schule ist der Altbau kernsaniert worden.
Erinnerung an verfolgte Schülerinnen
Mindestens 400 jüdische Mädchen und Frauen haben die Schule seit ihrer Gründung besucht oder waren hier als Lehrerin beschäftigt. Zu Ostern 1938 wurden die letzten 13 jüdischen Schülerinnen von der Schule verwiesen. Im Rahmen eines Erinnerungskonzepts erforschen die Lernenden die Geschichte ihrer Schule in Kursen und Projekten. Seit 2018 wurden vor dem Schuleingang in der Palmstraße 1 insgesamt 34 Stolpersteine verlegt. Von den 34 Geehrten wurden 13 im Holocaust ermordet. Ein Gedenkbuch stellt ihre Biographien vor.
Schulprofil heute
Die Schule nimmt an Wettbewerben teil, etwa an Jugend forscht, der Mathe-Olympiade und einem Robotik-Wettbewerb. Erwerben lassen sich Sprachzertifikate wie DELF, CAE und CertiLingua. Austauschprogramme gibt es mit Großbritannien, Frankreich, den USA und Mexiko. Die Schule kooperiert unter anderem mit dem WDR, dem DLR, der Universität zu Köln, dem NS-DOK und dem Historischen Archiv der Stadt Köln. Sie gehört dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an und nimmt regelmäßig an den Kölner Schull- un Veedelszöch teil.
Zeitstrahl
- 1871Gründung als erste städtische Höhere Töchterschule Köln
- 1874Lehrerinnen-Bildungsanstalt eingerichtet
- 1876Schulgebäude in der St.-Apern-Straße bezogen
- 1907Benennung nach Königin Luise
- 1913Oberlyzeum mit Abitur für Frauen
- 1943Gebäude am 29. Juni beschädigt; Unterricht in die Jawne verlagert
- 1959Heutiges Schulgebäude in der Alten Wallgasse eröffnet
- 1970erUmwandlung in ein koedukatives Gymnasium
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-11-08)
- Wikidata (abgerufen 2026-11-08)
- Wikipedia (abgerufen 2026-11-08, rev 264601798)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-08
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