Italienisches Kulturinstitut Köln
Denkmalgeschützter Bau im Stil des Italienischen Rationalismus, der Italiens Kulturinstitut und Generalkonsulat in Köln vereint
Das Istituto Italiano di Cultura ist eines von weltweit 89 Kulturinstituten Italiens. In Köln zählt es zu den heute noch vier ausländischen Kulturinstituten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kulturinstitut Italiens mit italienischem Generalkonsulat im selben Gebäudekomplex
- Lage
- Stadtteil Lindenthal, unweit der Universität
- Gründung
- 1931 als Petrarca-Haus in der südlichen Neustadt
- Neubau eröffnet
- 29. Juni 1954
- Bibliothek
- rund 18.000 Bücher
- Theater
- etwa 250 Plätze
Konrad Adenauer gründete 1931 als Kölner Oberbürgermeister das Vorgänger-Institut, das Petrarca-Haus, in enger Zusammenarbeit mit dem faschistischen Italien – wobei Adenauer zuvor Mussolini brieflich seine Bewunderung ausgesprochen hatte; von der rund 11.000 Bände umfassenden Bibliothek überstanden nur etwa 400 Bände den Krieg.
Gründung als Petrarca-Haus
Kurz vor dem Ende der Weimarer Republik rief Oberbürgermeister Konrad Adenauer das erste deutsch-italienische Kulturinstitut ins Leben. Es stand in der Overstolzenstraße am Rand des Volksgartens, trug den Namen des italienischen Dichters und Geschichtsschreibers Petrarca und hieß auch Istituto italo-germanico di cultura. Bis 1936 leitete es der italienische Gelehrte Arturo Farinelli (1867–1948). Das Haus war bis 1944 tätig und wurde gegen Kriegsende zerstört, wahrscheinlich durch Luftangriffe. Von seiner Bibliothek, die 1938 rund 11.000 Bände umfasst haben soll, überstanden etwa 400 den Krieg und bildeten später den Grundstock der neuen Sammlung.
Nähe zum faschistischen Regime
Im Petrarca-Haus manifestierte sich die Zusammenarbeit der Stadt mit dem faschistischen italienischen Regime. Den Vertrag schloss Adenauer mit Kulturminister Giovanni Gentile, dem Vordenker des italienischen Faschismus. Bereits 1929 hatte Adenauer Benito Mussolini brieflich seine Bewunderung ausgedrückt: „Der Name Mussolini wird in goldenen Buchstaben in die Geschichte der katholischen Kirche eingetragen!“ Ziel des Vertrags war, in Deutschland Kenntnisse über die italienische Kultur zu verbreiten, besonders über das damalige Italien.
Neubeginn an der Universitätsstraße
Das Grundstück am Rand des inneren Grüngürtels stellte die Stadt zur Verfügung. Zur feierlichen Eröffnung waren unter anderem Bundeskanzler Adenauer, der italienische Bildungsminister Gaetano Martino, Botschafter Francesco Babuscio Rizzo und Erzbischof Josef Frings geladen. Offiziell nahm das Kulturinstitut seine Arbeit erst im Herbst desselben Jahres auf, nachdem Stadt und italienischer Staat Vereinbarungen über seinen Status unterzeichnet hatten.
Architektur
Der Kölner Architekt Hanns Koerfer entwarf die Anlage. Sie liegt an einer schmalen Anliegerstraße parallel zur Universitätsstraße, ist U-förmig angelegt und durchgehend zweigeschossig mit Flachdächern, typisch für die 1950er Jahre. Die nach Westen angefügten Seitentrakte umschließen einen nicht öffentlichen Garten; der nördliche Flügel am Danteweg verläuft parallel zum offenen Lindenthaler Kanal. In den 1970er Jahren kam ein der Universität zugeordneter Anbau für das Petrarca-Institut hinzu.
Innenräume und Programm
Im Erdgeschoss liegen ein Foyer mit Treppenaufgang, der lang gestreckte Bibliotheksraum, ein Lese- oder Unterrichtssaal sowie Büroräume, die über Korridore erreichbar sind. Die weiß getünchten Wände in Foyer und Gängen zeigen wechselnde Ausstellungen. Das Theater im Obergeschoss verfügt über komplette Bühnentechnik. Die Bibliothek konzentriert sich auf Literatur und Landeskunde Italiens, auch auf Deutsch. Veranstaltungen zu Kunst, Musik, Literatur und Theater, Diskussionen zu aktuellen Themen sowie Angebote zum Erlernen der italienischen Sprache prägen das Programm.
Zeitstrahl
- 1931Gründung des ersten deutsch-italienischen Kulturinstituts als Petrarca-Haus in Köln
- 1931–1936Arturo Farinelli leitet das Petrarca-Haus
- 1938Bibliothek des Instituts umfasst rund 11.000 Bände
- 1944Petrarca-Haus bis dahin tätig, danach vermutlich durch Luftangriffe zerstört
- 29. Juni 1954Feierliche Eröffnung des Neubaus an der Universitätsstraße
- Herbst 1954Offizielle Eröffnung des italienischen Kulturinstituts nach Unterzeichnung der Vereinbarungen
- 1970er JahreErweiterung des Gebäudes durch Anbau für das Petrarca-Institut
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