Bahnhof Köln West
Bahnhof am Kölner Eisenbahnring mit denkmalgeschützter Empfangsfassade und einer Stadtbahn-Haltestelle, die rechtwinklig unter den Gleisen liegt.
Seine Entstehung verdankt der Bahnhof dem Umbau Kölns im späten 19. Jahrhundert: Als die Stadtmauer fiel und die Neustadt entstand, mussten auch die Bahngleise neu geordnet werden.
Auf einen Blick
- Art
- Nahverkehrshalt am Kölner Eisenbahnring (Teil der linken Rheinstrecke)
- Lage
- Venloer Straße, Stadtteil Neustadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Eröffnung
- 1891
- Gleise
- zwei Bahnsteiggleise, dazu acht bahnsteiglose Gleise für den Güterzugverkehr
- Bahnsteig
- 210 Meter langer Mittelbahnsteig, 76 Zentimeter hoch
- Regionalverkehr
- RE 22, RB 24, RB 26 und RB 48
Beim Bahnhof Köln West fährt das südwärts führende Personenzuggleis in einem großen Bogen um den Betriebsbahnhof herum, wodurch die Strecke fast 500 Meter länger ist als die des nordwärts führenden Gleises.
Geschichte und Fassade
Seit 1859 verlief die Verbindung des Cölner Centralbahnhofs zur linken Rheinstrecke an der Innenseite der Stadtmauer, im Bereich der heutigen Ringe. Nachdem ab 1881 die Mauer abgetragen wurde, beschloss der Stadtrat 1883, die Gleise auf einen weiter vom Zentrum entfernten Damm zu verlegen. An allen Ausfahrtstraßen entstanden dabei Unterführungen. An der von Ernst Dircksen geleiteten Strecke wurden Köln West – bis 1914 „Cöln West“ geschrieben – und Köln Süd angelegt. Die Fassade des ehemaligen Empfangsgebäudes zeigte schon damals weitgehend ihr heutiges Bild. Anders als heute stand auf dem Damm jedoch eine Bahnsteighalle, die die Personenzuggleise und den Bahnsteig mit Warteraum überspannte.
Barrierefreier Umbau
Im Zuge der „Modernisierungsoffensive 2“ des Landes Nordrhein-Westfalen wurde der Bahnhof umfassend saniert. Südlich der Venloer Straße entstand an den Gleisen 1 und 2 ein neuer Mittelbahnsteig. Er liegt nun auf 76 statt zuvor 38 Zentimetern Höhe und erlaubt so einen barrierefreien Ein- und Ausstieg. Neu gebaut wurden zudem 42 Meter Bahnsteigdach; die Zuwegung wurde neu gestaltet, und Beleuchtung, Lautsprecher, Vitrinen, Sitze sowie Abfallbehälter wurden ausgetauscht. Der alte Bahnsteig blieb stehen und ist durch Metallzäune für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine zusätzliche Treppe, die bei der Sanierung der Brücke über die Venloer Straße die Wege verkürzen soll, hat noch keinen Termin.
Gleise und Streckenverlauf
Wer Richtung Süden reist, legt hier einen Umweg zurück: Direkt nördlich des Bahnhofs trennen sich die Personengleise. Das Gleis nach Norden führt auf direktem Weg zum Hauptbahnhof, das südwärts führende Gleis umfährt dagegen den Betriebsbahnhof nördlich in einem weiten Bogen und ist fast 500 Meter länger. Die Güterzuggleise verzweigen sich am Nordkopf höhengleich, also auf derselben Ebene: nach Köln-Ehrenfeld mit Weiterführung zur Schnellfahrstrecke Köln – Aachen sowie nach Köln-Nippes, von wo sie als linksniederrheinische Strecke weiterlaufen. Außerdem zweigt von den Gütergleisen ein „Schlundgleis“ genanntes Gleis ab, das über das Gelände des abgebauten Güterbahnhofs Köln Gereon durch mehrere Unterführungen in den Betriebsbahnhof führt.
Elektronisches Stellwerk
Seit 2020 wurde am Bahnhof das Elektronische Stellwerk „linker Rhein“ errichtet, veranschlagt mit 110 Millionen Euro. Vorgesehen war die Inbetriebnahme für Ende 2024, tatsächlich ging es am 19. Mai 2025 in Betrieb.
Umstieg zur Stadtbahn
An der Haltestelle Hans-Böckler-Platz/Bf. West halten die Stadtbahnlinien 3, 4 und 5. Zwei Aufzüge führen vom Bahnsteig sowohl zur Venloer Straße als auch zu den Stadtbahnsteigen, vom Vorplatz gibt es zusätzlich Treppen. Am westlichen Ende trennt sich die Linie 5 höhenfrei von den Linien 3 und 4. Die noch vorhandenen 30-Zentimeter-Bahnsteigabschnitte dienten früher der Linie 5, auf der seit 2002 Hochflurwagen fahren; genutzt werden nur noch die 90-Zentimeter-Abschnitte. Da Richtung Innenstadt inzwischen fast alle Haltestellen auf Hochbahnsteige umgerüstet sind, ist ein Fahrgastbetrieb mit Niederflurzügen heute nicht mehr möglich.
Zeitstrahl
- 1859Eröffnung des Cölner Centralbahnhofs mit Verbindung zur linken Rheinstrecke
- 1881Beginn der Entfernung der Stadtmauer und Anlage der Neustadt
- 1883Stadtrat beschließt die Verlegung der Bahnstrecke auf einen Damm (9. Januar)
- 1891Eröffnung der Bahnhöfe Köln West und Köln Süd
- 1914Schreibweise „Cöln West“ gilt bis hierhin, danach „Köln West“
- 2002Auf der Stadtbahnlinie 5 verkehren seitdem Hochflurwagen
- 2007Neue LC-Zugzielanzeiger seit Herbst vorhanden
- 2025Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks „linker Rhein“ (19. Mai)
Galerie
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-10-22)
- Wikidata (abgerufen 2026-10-22)
- Wikipedia (abgerufen 2026-10-22, rev 266709865)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-22
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