Gereonshaus
Kontorhaus von 1909/10 nach Plänen von Carl Moritz, heute Sitz des Deutschen Städtetags.
An der Stelle von fünf Wohnhäusern errichtet, bot der Bau von Beginn an Ausstellungsflächen im Erdgeschoss, Büro- und Lagerräume sowie Ateliers für den kurz zuvor gegründeten „Kölner Künstlerbund“.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Büro- und Geschäftshaus, ursprünglich Kontorhaus
- Lage
- Gereonstraße 18–32, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
- Bauzeit
- 1909 bis 1910
- Architekt
- Carl Moritz
- Baustil
- Klassizismus
- Größe
- Straßenfront rund 60 Meter, Gebäudetiefe annähernd 70 Meter, etwa 300 Räume auf 3250 m² überbauter Fläche
- Schutz
- Baudenkmal, eingetragen am 14. Juni 1988
- Heute
- Sitz des Deutschen Städtetags
Trotz eines zweimonatigen Bauarbeiterstreiks während der Bauzeit wurde der vereinbarte Fertigstellungstermin des Gereonshauses am 1. Juli 1910 dennoch eingehalten.
Bankenviertel an der Gereonstraße
Mit dem Bankgebäude für den A. Schaaffhausen’schen Bankverein (1859 bis 1862) begann die Entwicklung des Straßenzugs von „An den Dominikanern“ über Unter Sachsenhausen bis zur Gereonstraße zu einem Kölner Zentrum für Banken, Versicherungen und Bürogebäude. Das Gereonshaus setzte auf der Nordseite den zeitlichen Endpunkt dieser Entwicklung. Auf der Südseite bildete der 1914 fertiggestellte Bau für Frank & Lehmann von Peter Behrens (Unter Sachsenhausen 37) das Gegenstück.
Bau und frühe Nutzung
Bauherrin war die Aktiengesellschaft für Grundbesitz, vertreten durch den Baumeister Bruno Josef Weithase und den Architekten Otto Welsch, die gemeinsam Carl Moritz mit der Planung beauftragten; an der Entwurfsausarbeitung wirkte auch Weithase mit. Die örtliche Bauleitung übernahm Georg Klöppel. Trotz eines zweimonatigen Bauarbeiterstreiks wurde der Fertigstellungstermin zum 1. Juli 1910 eingehalten. 1913 nutzten 98 Unternehmen das Haus, darunter das Büro der Daimler-Motoren-Gesellschaft und die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, hinzu kamen Künstlerateliers wie das von Olga Oppenheimer. 1930 waren 96 Mieter verzeichnet, unter ihnen die Daimler-Benz AG, Remington Schreibmaschinen und das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt; das Lagergebäude im Hof und der Ostflügel des Hinterhauses, der den Nordflügel mit dem Vorderhaus verband, gingen verloren und blieben unwiederhergestellt. Nach Kriegsende ließ sich lediglich der Westflügel des Hinterhauses zu Wohnzwecken nutzen. Der Wiederaufbau erfolgte im Auftrag der Allianz von 1950 bis 1952 nach Entwürfen von Peter Franz Nöcker. Dabei wurde das Vorderhaus von vier auf fünf Vollgeschosse aufgestockt und mit einem flach geneigten Satteldach abgeschlossen, während das ursprünglich steile Mansarddach samt seiner drei Giebel entfiel.
Heutiges Erscheinungsbild
Beim Wiederaufbau blieb die Werksteinarchitektur des Vorderhauses erhalten, während das aufgesetzte fünfte Geschoss verputzt wurde. Die Erker über den Portalen wurden vereinfacht wiederhergestellt und erhielten nicht mehr ihre ursprünglich abgerundete Form. In den 1980er Jahren folgte eine erste Sanierung der Gebäudetrakte.
Umbau und heutige Nutzung
Im Januar 2009 erwarb der Deutsche Städtetag das Gereonshaus, in dessen Umfeld die Industrie- und Handelskammer zu Köln ihren Sitz hat. Nach einem Architektenwettbewerb baute das Büro Jöhnsen - Ranft - Lüke das Haus von 2009 bis 2011 um. Mit dem Umzug gab der Städtetag sein bisheriges Domizil in der Villenkolonie Köln-Marienburg auf. Im März 2011 zogen zudem die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement, die Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser sowie der Städtetag Nordrhein-Westfalen ein.
Zeitstrahl
- 1859–1862Errichtung des Bankgebäudes für den A. Schaaffhausen'schen Bankverein
- April 1909Abbruch von fünf Wohnhäusern für den Neubau beginnt
- Dezember 1909Rohbau des Gereonshauses fertiggestellt
- 1. Juli 1910Fertigstellung des Gereonshauses trotz Bauarbeiterstreik
- 191398 Unternehmen nutzen das Gereonshaus als Mieter
- 193096 Mieter im Gereonshaus verzeichnet
- 1950–1952Wiederaufbau nach Kriegsschäden durch Architekt Peter Franz Nöcker
- 14. Juni 1988Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln
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