Glashaus (1914)
Bruno Tauts Kuppelbau aus farbigem Glas, Beton und Stahl entstand 1914 für die Kölner Werkbundausstellung und wird dem frühen Expressionismus zugerechnet.
Die Ausstellungsleitung hatte das Glashaus nicht in Auftrag gegeben. Das Architekturbüro Taut & Hoffmann trat selbst als Bauherr auf und gewann mehrere Hersteller, die sich an technischer Ausstattung und Finanzierung beteiligten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Rundbau mit Kuppel, Ausstellungspavillon (auch Glaspavillon genannt)
- Architekt
- Bruno Taut
- Entstehung
- 1914 für die Kölner Werkbundausstellung
- Materialien
- Beton, farbiges Glas und Stahl
- Stil
- früher Expressionismus
- Lage
- Ausstellungsgelände am rechten Rheinufer in Köln-Deutz
- Zweck
- Werbepavillon der Glasindustrie und Versuchsbau für neue Glasbautechniken
- Heute
- nicht mehr erhalten, nach dem Verfall rückgebaut
Bruno Tauts Glashaus gehörte gar nicht zum offiziellen Bauprogramm der Kölner Werkbundausstellung: Er bekam keinen Auftrag, trug den Großteil der 20.000 Reichsmark Baukosten selbst und erhielt einen Bauplatz abseits am schlammigen Weg nahe dem Vergnügungspark, den er als „Verbannung“ empfand.
Architektur
Der Bau stand auf einem abgerundeten Betonsockel, der höher als ein Mensch war. An seinem Fuß lagen Glaskugeln in einer Reihe. Auf 14 schmalen, quadratischen Stützen und einem Betonring ruhte eine Kuppel aus Glasprismen, die eine leicht spitze, rhomboedrische Form bildeten. Im unteren Bereich des Gebäudes war das Glas tiefblau gefärbt.
Tauts Idee
Für Taut verkörperte das Glashaus eine Einheit von Natur, Kunst und Technik. Mit seinen Stimmungen sowie den Wirkungen von Licht und Farbe hatte es für ihn auch eine sakrale Bedeutung. Er wollte nach eigenen Worten „ein Gewand für die Seele“ bauen. Zugleich setzte er hier das Konzept einer Stadtkrone um, das er später in den Phantasien der Gläsernen Kette weiter erforschte.
Ein Platz am Rand
Taut erhielt einen Bauplatz und einen kleinen Zuschuss zu den Baukosten, sein Pavillon wurde wie andere Reklamebauten behandelt. Das Glashaus stand an einem unbefestigten Weg zwischen dem Vergnügungspark und den eigentlichen Werkbundprojekten. Dieser Weg wurde bei schlechtem Wetter schlammig. Der Standort zählte noch nicht zum eigentlichen Ausstellungsbereich des Werkbundes. Taut sah darin eine Verbannung. Versöhnlich stimmte ihn nur die Nähe zum Vergnügungspark.
Bau und Ende
Der überwiegende Teil der Kosten blieb beim Architekten; dieser Anteil belief sich damals auf 20.000 Reichsmark. Weil die Finanzierung schwer zu sichern war und die Ausstellungsleitung das Projekt ablehnte, begann der Bau erst vier Monate vor Ausstellungsbeginn. Im August 1914 musste die Ausstellung wegen der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg schließen. Danach nutzte das Militär das Gelände. Im Juli 1916 sollte Taut die ruinösen Reste auf eigene Kosten entfernen lassen. Karl Ernst Osthaus schlug vor, das Militär solle die Ruine zu Übungszwecken sprengen. Das Militär lehnte dies jedoch ab.
Zeitstrahl
- 1907Gründung des Deutschen Werkbundes
- 1914Bruno Taut baut das Glashaus für die Kölner Werkbundausstellung
- 1914 (vier Monate vor Ausstellungsbeginn)Baubeginn des Glashauses
- August 1914Ausstellung wegen Mobilmachung des Ersten Weltkriegs geschlossen
- Juli 1916Taut soll die Reste des Pavillons auf eigene Kosten entfernen lassen
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