Fürstenhof
Unmittelbar gegenüber dem Kölner Dom: ein ehemaliges Hotel von 1911/12, dessen Höhe mit Rücksicht auf den freien Blick zum Dom festgelegt wurde.
Wo heute der Fürstenhof steht, gab es zuvor mehrere Häuser: das Hotel Englischer Hof, eine Destillerie und eine Metzgerei. Eine eigens gegründete Hotelgesellschaft erwarb nach und nach die Grundstücke und ließ an ihrer Stelle einen Neubau errichten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges Hotel, heute Büro- und Geschäftshaus
- Lage
- Eckgrundstück Marzellenstraße 2–8 / Trankgasse, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Bauzeit
- 1911–1912
- Architekt
- Carl Moritz (Köln)
- Besonderheit
- Lage unmittelbar gegenüber dem Dom
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Damit der Blick auf den Kölner Dom frei blieb, ließ man beim Bau des Fürstenhofs das oberste Geschoss an der Marzellenstraße nicht geschlossen durchlaufen, sondern im hinteren Teil nach innen verspringen – auf Grundlage eines Gutachtens des Dombaumeisters Bernhard Hertel.
Planung im Blickfeld des Doms
Die Genehmigung des Neubaus erteilte der Regierungspräsident erst, nachdem Dombaumeister Bernhard Hertel den Entwurf begutachtet hatte. Er prüfte, ob das Gebäude dem Rang des Doms und dem einheitlichen Erscheinungsbild des Domplatzes gerecht wird. Ein zentraler Punkt war der ungehinderte Blick durch die Straße auf den Dom: Neubauten sollten nicht zu hoch ausfallen. Deshalb wurde das oberste Geschoss an der Marzellenstraße nicht durchgehend ausgeführt, sondern springt im hinteren Teil nach innen zurück. An der Trankgasse erhielt die Fassade dagegen fünf Geschosse, um sich dem kurz zuvor fertiggestellten Hotel Ernst Excelsior anzupassen.
Hotel und Café
Im Erdgeschoss befanden sich anfangs Läden, darüber ein Café mit freiem Blick auf den Dom, das am 20. Dezember 1911 eröffnete. Seine Wände waren gelb gestrichen, die Möbel aus dunklem Mahagoni. Die drei Obergeschosse boten zunächst über 40 Hotelzimmer mit acht Bädern.
Umbau von 1936
Nach dem Verkauf an die Aktiengesellschaft Schwabenbräu aus Düsseldorf gestaltete der Düsseldorfer Architekt Ernst Huhn das Haus in vier Monaten in allen Geschossen um. Ziel war unter anderem, dem Café mehr Besucher zu verschaffen. Die Läden wichen der Schenke „Zur Pauluswache“ und einem Restaurant, das nachmittags als Café diente. Wandbilder der Maler Hans Kirchner und Küppers zeigten Motive aus Kölner Geschichte und Sage, die schmiedeeisernen Leuchten stammten von Kunstschmied Heinrich Hecker. Das Hotel verfügte nun über 62 Gästezimmer mit 85 Betten.
Nach dem Krieg bis heute
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nur vergleichsweise wenig beschädigt und 1946/1947 unter Architekt Josef Kögl wiederhergestellt. 1966 schloss das Hotel. Die Obergeschosse wurden danach als Büros genutzt, im ersten Obergeschoss waren wechselnde Restaurants untergebracht.
Zeitstrahl
- 1888Bau des Hotels Englischer Hof an der Marzellenstraße 2–4
- 1911–1912Neubau des Fürstenhofs nach Entwurf von Carl Moritz
- 1911Eröffnung des Cafés am 20. Dezember
- 1936Übernahme durch Schwabenbräu AG; viermonatiger Umbau unter Ernst Huhn
- 1946–1947Umfassende Wiederherstellung unter Architekt Josef Kögl
- 1966Schließung des Hotels; Obergeschosse zu Büros umgenutzt
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