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© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY 3.0

BRAUWELT Köln

Älteste noch produzierende Brauerei Kölns; das Hauptgebäude in Kalk ist das älteste Industriedenkmal der Stadt, das noch seinem ursprünglichen Zweck dient.

Biergarten Indoor

Der Name „Zechenbrauerei“ verweist auf die Vorgeschichte des Kalker Geländes. Hier sollte ursprünglich Braunkohle gefördert werden, stattdessen wird dort seit 1860 Bier gebraut.

Auf einen Blick

Art
Brauerei mit angeschlossener Brennerei, Brauhaus und Biergarten
Lage
Kalker Hauptstraße 260/262, Stadtteil Kalk
Gegründet
1830 als Hausbrauerei in Deutz
Hauptgebäude
dreigeschossiger Backsteinbau, errichtet 1888 bis 1890
Sortiment
Kölsch, Weizenbier und ungefiltertes obergäriges Bier, dazu Schnäpse und Liköre
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Die Zechenbrauerei in Köln-Kalk verdankt ihren Namen einer Zeche, die nie in Betrieb ging: Weil Grundwasser in die Stollen eindrang, wurde dort nie Kohle gefördert – das Stollenwasser erwies sich aber als so rein, dass es als Brauwasser für die Sünner-Biere genutzt wurde.

Von Deutz nach Kalk

Franz Hess, ein Schwager von Christian Sünner, gründete 1830 die Hausbrauerei „Zum Schiffgen“ an der Deutzer Freiheit. Sie lag direkt am Anleger der Schiffsbrücke, die damals die einzige Kölner Brücke über den Rhein war. 1846 übernahm Christian Sünner den Betrieb. Wegen der verkehrsgünstigen Lage kamen immer mehr Gäste, und die kleine Hausbrauerei konnte den Bierbedarf bald nicht mehr decken. 1858 kaufte Sünner deshalb im benachbarten Kalk ein 2,5 Hektar großes Gelände, auf dem die Zechenbrauerei 1860 den Betrieb aufnahm. Vor dem Deutzer Brauhaus eröffnete 1882 außerdem der Bahnhof Schiffbrücke.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY 3.0

Brauwasser aus dem Stollen

Die Zeche auf dem Kalker Gelände war nie in Betrieb gegangen, weil Grundwasser in die Stollen eindrang. Wegen seiner Reinheit konnte dieses Wasser zum Brauen der Sünner-Biere verwendet werden. Die Bergwerksbauten dienten später als Lagerräume. An die Brauerei angeschlossen war das große Gartenrestaurant „Zur Zeche“, das sich rasch zu einer beliebten Gaststätte entwickelte. Mit Modernisierungen wie einer Kältemaschine und mit Erweiterungsbauten folgte die Brauerei der steigenden Nachfrage. Im Jahr 1900 erreichte sie ein Produktionsvolumen von 70.000 Hektolitern.

© Rolf H. (Rolf Heinrich, Köln) · CC BY 3.0

Kölsch, Gaststätten und Ausflugslokale

Zu Bock-, Export- und Lagerbier kam 1906 ein obergäriges helles Bier hinzu, das ab 1918 als „echt Kölsch“ beworben wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Brauerei eine Kommanditgesellschaft, persönlich haftende Teilhaber waren Mitglieder der Familie Sünner. Neben den eigenen Gaststätten in Kalk und Deutz belieferte Sünner unter anderem die Brauhausgaststätte „Zur Henne“ und das Muschelhaus „Bier-Esel“. An der 1920 ausgebauten Deutzer Uferpromenade eröffneten die Sünner-Terrassen. In den Nachkriegsjahren gehörten sie zu den beliebtesten Ausflugslokalen Kölns. Mitte der 1960er-Jahre wurden sie für den Bau der Lufthansa-Hauptverwaltung abgerissen. Das Deutzer Stammhaus war schon im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben zerstört und danach nicht wieder aufgebaut worden.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Architektur

Zur Straße hin ist der Backsteinbau mit gelben Ziegeln verblendet. Seine Stufengiebel tragen die Wappen von Kalk und Deutz. Über den drei mittleren Rundbogenfenstern steht „Zechenbrauerei“, flankiert von Schlägel und Eisen. Durch ein großes Erdgeschossfenster aus den 1950er-Jahren sieht man die kupferne Würzepfanne. Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde bis Anfang der 1950er-Jahre vollständig wiederaufgebaut. Auf dem hinteren Gelände stehen ein Stallgebäude von 1898, in dem die Pferdeboxen noch erkennbar sind, eine Kellerei von 1907 und ein Verwaltungsbau. Am 26. Juli 1983 wurden unter anderem die straßenseitige Einfriedung mit beiden Toren, das Vordergebäude mit Sudhaus sowie das Maschinen- und Kesselhaus unter Schutz gestellt.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Heute

Zum 1. Januar 2022 übernahm die Brauerei zur Malzmühle die Gebr. Sünner GmbH & Co. KG. Teile des Unternehmens werden in der Gebr. Sünner Verwaltung GmbH fortgeführt. Sünner Kölsch und weitere Produkte werden weiterhin hergestellt. Zusätzlich verlagerte die Malzmühle ihre eigene Produktion hierher. Die Brennerei war im Ersten Weltkrieg wegen Rohstoffmangels stillgelegt und produziert seit 1918 wieder. Laut Website ist sie die älteste Brennerei Kölns und brennt Alkohol auf Basis Kölner Weizens. Bei Führungen und Tastings können Besucher Brauerei und Brennerei kennenlernen.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1830
    Gründung der Hausbrauerei in Deutz durch Franz Hess
  2. 1846
    Christian Sünner übernimmt die Brauerei
  3. 1858
    Kauf des Geländes der Gewerkschaft Neu-Deutz in Kalk
  4. 1860
    Zechenbrauerei in Kalk nimmt den Betrieb auf
  5. 1888–1890
    Bau des Hauptgebäudes der Zechenbrauerei in Köln-Kalk
  6. 1900
    Produktionsvolumen von 70.000 Hektolitern Bier erreicht
  7. 1906
    Sortiment um ein obergäriges helles Bier erweitert
  8. 2022
    Übernahme durch die Brauerei zur Malzmühle (1. Januar)

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-25

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