Bahnhof Schiffbrücke
Ehemaliger Deutzer Bahnhof in einem umgebauten Hotel, in dem 1858 Königin Victoria übernachtete. Die Kölner nannten ihn „Marienbildchen“.
Im 19. Jahrhundert endeten in Deutz die Strecken mehrerer Eisenbahngesellschaften, darunter die zweier Konkurrenzunternehmen. Die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft führte ihre Linie dabei bis direkt an den Rhein.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliger Bahnhof mit Bahnhotel, heute abgerissen
- Weitere Namen
- Bergisch-Märkischer Bahnhof, Rechtsrheinischer Bahnhof, im Volksmund „Marienbildchen“
- Lage
- an der Deutzer Schiffbrücke im Stadtteil Deutz, Stadtbezirk Innenstadt
- Inbetriebnahme
- 20. September 1882
- Betreiber
- Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft
- Verkauf
- Bahngelände samt Bahnhof 1913
- Ende
- musste dem Bau der Deutzer Brücke weichen
Der Bahnhof Schiffbrücke entstand in einem früheren Luxushotel, das teils auf Resten römischer Kastellmauern stand und in dem 1858 sogar Königin Victoria und Prinzgemahl Albert übernachteten; die Kölner nannten den Bahnhof deshalb „Marienbildchen“.
Der Weg der Gleise an den Rhein
Die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft betrieb eine Strecke von Elberfeld nach Deutz und errichtete im Norden einen zweiten Güterbahnhof. 1882 verlängerte sie die Linie über einen Bahndamm am Rhein entlang bis zur Deutzer Schiffbrücke. Dort entstand der Bahnhof „Schiffbrücke“. Die ursprünglich geplante größere Ausdehnung der Bahnanlagen wurde nicht verwirklicht; stattdessen erhielt man die angekauften Gebäude so weit wie möglich und nutzte sie für den Bahnbetrieb.
Vom Abteibesitz zum Bahnhotel
Als Bahnhofsgebäude diente das frühere Luxushotel „Bellevue“, das teilweise auf Resten römischer Kastellmauern stand. Das Gebäude hatte einst zur Deutzer Abtei St. Heribert gehört und war nach der Säkularisation 1807 als „Marienbildchen“ bekannt. 1833 wurde es zu einem Hotel für Adelige und wohlhabende Engländer umgebaut. Es lag direkt neben der Anlegestelle der Schiffbrücke, und von einer Aussichtsplattform aus blickte man auf das Kölner Stadtpanorama. 1858 übernachteten hier Königin Victoria und ihr Gemahl Albert mit Gefolge. Nach dem Umbau zum „Bahnhotel Belle-Vue“ lagen im Erdgeschoss Wartesäle und Diensträume. Wegen des früheren Hotelnamens nannten die Kölner auch den Bahnhof „Marienbildchen“.
Der „Deutzer Eisenbahnjammer“
Ab 1885 verlängerte die Gesellschaft die Strecke vom Bahnhof „Schiffbrücke“ nach Süden. Sie führte in einem Bogen zum Bahnhof Kalk-Süd, der am 1. Juni 1886 eröffnet wurde. Dafür entstanden ein weiterer Bahndamm entlang des Deutzer Ufers und eine Brücke über die Deutzer Freiheit. Weil der Damm den Deutzern die Aussicht auf Köln nahm, sprach man vom „Deutzer Eisenbahnjammer“. Noch am 23. April 1899 beklagte ein Artikel in der Kölnischen Zeitung, dass Deutz durch den Bahndamm vom Rhein abgeschnitten worden sei.
Das Ende des Bahnhofs
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die zugehörige Strecke aufgegeben. 1913 wurde das Bahngelände einschließlich des Bahnhofs verkauft. Für den Bau der Deutzer Brücke mussten Bahnhof und Bahnhotel weichen; beide wurden später abgerissen.
Zeitstrahl
- 1807Säkularisation; Hotel der Abtei St. Heribert wird als „Marienbildchen“ bekannt
- 1833Umbau zum Nobelhotel „Bellevue“
- 1843–1847Köln-Mindener Eisenbahn baut die Strecke Minden–Deutz
- 1858Königin Victoria und Prinz Albert übernachten im Hotel
- 1882Bahnhof Schiffbrücke eröffnet (20. September); Hotel wird Bahnhotel Belle-Vue
- 1885Verlängerung der Strecke nach Süden Richtung Kalk beginnt
- 1886Bahnhof Kalk-Süd eröffnet (1. Juni)
- 1913Bahngelände samt Bahnhof wird verkauft
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