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© Hans Peter Schaefer ( reserv-art ) --> Hps-poll · CC BY-SA 3.0

Weckschnapp

Mittelalterliches Türmchen der Kunibertsbefestigung am Rhein — Rest der Kölner Stadtmauer und Schauplatz einer schaurigen Sage.

Die Weckschnapp ist ein mittelalterliches Türmchen mit modernem Anbau am Konrad-Adenauer-Ufer in der Kölner Altstadt-Nord. Es ist der letzte erhaltene Teil der früheren Kunibertsbefestigung und gehörte einst zur mittelalterlichen Stadtmauer.

Auf einen Blick

Lage
Konrad-Adenauer-Ufer, Altstadt-Nord (linksrheinisch)
Erstmals nachgewiesen
1446
Ursprung
Vorgelagerter Turm der Kunibertstorburg, Teil der Stadtbefestigung
Heutige Nutzung
Seit 1956 zu Wohnzwecken ausgebaut, mit eingeschossigem Anbau
Amtlicher Name
In der Deutschen Grundkarte als „Kunibertsturm" verzeichnet
Besonderheit
Namensgeber einer bekannten Kölner Sage

Die Sage von der Weckschnapp

Der Name geht auf eine grausame Kölner Sage zurück. Im Gefängnisraum des Turms sollen die Wärter einen „Weck" — ein kleines Brot — an die Decke gehängt haben. Weil die Gefangenen sonst keine Nahrung bekamen, versuchten sie schließlich, nach dem Brot zu springen und es zu „schnappen". Dabei öffnete sich eine Falltür und sie stürzten durch einen mit Messern bestückten Schacht in den Rhein. Nur ein einziger, besonders stark abgemagerter Gefangener soll entkommen sein — so dünn, dass er zwischen den Messern hindurchfiel, ohne sie zu berühren.

Schriftlich festgehalten wurde die Erzählung erstmals 1826 vom Kölner Schriftsteller Ernst Weyden (1805–1869), der sie als mündlich überlieferte Prosaerzählung wiedergab.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Sage und Wirklichkeit

Historisch belegt ist der Schauplatz der Sage nicht: Das erhaltene Türmchen hatte nie eine direkte Verbindung zum Rhein, und Gefangene wurden an einem so exponierten Ort nicht festgehalten. Wahrscheinlich bezieht sich die Erzählung ursprünglich auf eine „Ark", einen im Rhein stehenden Befestigungsteil, der über eine Wehrgangbrücke mit der Kunibertsbefestigung verbunden war. Diese Ark wurde beim großen Hochwasser 1784 weitgehend zerstört. Den Namen „Weckschnapp" übertrug der Volksmund im 19. Jahrhundert auf das verbliebene Türmchen — er fand sogar Eingang in offizielle Karten.

© Rolf Heinrich, Köln · CC BY 3.0

Geschichte des Türmchens

Das Kunibertstürmchen ist seit 1446 nachgewiesen und war über einen Wehrgang mit dem Kunibertsturm verbunden. Auf der Kölner Stadtansicht von Arnold Mercator aus dem Jahr 1570 sind Tor, Turm und Ark deutlich zu erkennen. Weil dieser vor der Stadtmauer stehende Turm in Köln einzigartig war, diente er lange zur Ortsbeschreibung — vom Hafen bis zum Bahnhof „am Türmchen". Auch Straßennamen wie der „Thürmchenswall" erinnern daran. Im Zuge der Schleifung der Stadtmauer wurde die Kunibertsbefestigung 1895 abgerissen; das Türmchen blieb erhalten und wurde vom Stadtbaumeister Josef Stübben restauriert.

© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

Vom Wehrturm zum Wohnhaus

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Türmchen ohne größere Schäden. 1956 baute der Architekt Martin Kratz den Turm zunächst zu Wohnzwecken aus und ergänzte ihn nach Klärung der Grundstücksfrage um ein eingeschossiges Wohnhaus. So verbindet die Weckschnapp heute mittelalterliche Bausubstanz mit moderner Nutzung.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Galerie

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Arabsalam · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

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Adresse

Konrad-Adenauer-Ufer
50668 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-19

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