Villa Vorster
Zu den ersten fast stilreinen englischen Landhäusern in Deutschland zählt diese Villa in Köln-Marienburg, entworfen von Otto March.
Die Villa liegt im Stadtbezirk Rodenkirchen und ist eine Station auf dem dortigen Kulturpfad. Zum Anwesen gehören ein ehemaliges Pförtnerhaus und eine Zaunanlage, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Wohnhaus, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Lage
- Unter den Ulmen 148, Köln-Marienburg
- Bauzeit
- 1891–1894
- Architekt
- Otto March (Berlin)
- Heute
- 6 Wohnungen mit insgesamt 1.500 m² Wohnfläche
Die Villa Vorster wurde 1953 für das belgische Kriegsgericht umgebaut und diente bis 2003 als belgisches Militärgericht, wobei dem Umbau Kamine und Verglasungen im Inneren zum Opfer fielen.
Vorbild England
Fritz Vorster, der Schwager des Architekten, hatte mehrere Jahre in England gelebt und verlangte ausdrücklich diesen Baustil. Über ihn hatte Otto March die englische Landhausarchitektur schätzen gelernt. Für den Entwurf betrieb March zusätzlich Studien vor Ort. Als frühes Beispiel dieses Haustyps in Deutschland hat das Gebäude für die Architekturgeschichte besonderen Wert als Zeugnis.
Fassade und Materialien
Die Flächen zwischen den Gliederungen aus Sandstein tragen eine rote Verblendung mit weißer Verfugung. Den Stuck fertigte die Berliner Firma Jäger & Drechsler. Für das Dach verwendete man Ziegel aus Rathenow. 1904 wurde das Haus umfangreich erweitert, wobei sich der Anbau dem vorhandenen Stil anpasste.
Sitz eines belgischen Militärgerichts
Beide Weltkriege überstand die Villa. 1953 wurde sie für das belgische Kriegsgericht umgebaut: Im Inneren verschwanden dabei Kamine und Verglasungen, am Äußeren änderte sich wenig. Belgische Soldaten nutzten das Gebäude bis 2003 als Militärgericht. Auch das ehemalige Pförtnerhaus mit rund 80 m² Wohnfläche diente dem belgischen Militär, allerdings nur zeitweise.
Sanierung und Wohnnutzung
Nach dem Abzug der Soldaten ging die Villa an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese verkaufte das Gebäude 2004 an den Meistbietenden. Anschließend wurden Haus und Außenanlagen denkmalgerecht saniert und in Wohnungen aufgeteilt.
Zeitstrahl
- 1891–1894Bau der Villa durch Otto March im englischen Landhausstil
- 1904Stilistisch angepasste, umfangreiche Erweiterung der Villa
- 1953Umbau für das belgische Kriegsgericht; Innenausstattung geht verloren
- 2003Ende der Nutzung als Militärgericht durch belgische Soldaten; Übergang an die BImA
- 2004Verkauf an die GbR Villa Vorster (Stefan Frey AG), danach denkmalgerechte Sanierung
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