Stapelhaus
Das Stapelhaus vor dem Chor von Groß St. Martin am Kölner Rheinufer erinnert an das mittelalterliche Stapelrecht und gilt heute als Symbol der Handelsmetropole Köln.
Direkt am Rheinufer an der Frankenwerft, vor dem Chor der Kirche Groß St. Martin, steht in der Kölner Altstadt das Stapelhaus (kölsch Stapelhuus). Sein Name geht auf das Kölner Stapelrecht zurück, das ab 1259 galt.
Auf einen Blick
- Lage
- Vor dem Chor von Groß St. Martin, am Rheinufer der Altstadt
- Namensgeber
- Kölner Stapelrecht (ab 1259)
- Frühere Funktion
- ursprünglich Fischkaufhaus (Vischkouffhuis) im Marktviertel
- Prägender Umbau
- 1558–1561 als spätgotischer Bau, Seitenlänge ca. 46 m
- Treppenturm
- 1900–1901 durch Stadtbaurat Friedrich Carl Heimann
- Heutiger Eigentümer
- Kreishandwerkerschaft Köln
- Bedeutung heute
- Symbol der Handelsmetropole Köln
Das kannst du hier erleben
- Das spätgotische Bauwerk am Rheinufer bestaunen
- Den grazilen Treppenturm entdecken
- Vor dem Chor von Groß St. Martin fotografieren
- Entlang der Frankenwerft am Rhein bummeln
- Der spannenden Geschichte des Stapelrechts und Fischhandels nachspüren
Vom Fischkaufhaus zum Stapelrecht
Schon im Hochmittelalter stand an dieser Stelle im Marktviertel am Rhein ein Kaufhaus für den Handel mit Seefischen. Fisch war für die Kölner ein wichtiges Nahrungsmittel: Für Menschen mit geringem Einkommen galt er als günstig, und zur Fastenzeit war er erlaubt. Im Mittelalter und Spätmittelalter war Köln der Hauptumschlagplatz des gesamten Westens für Fische, besonders für Seefische wie Heringe, Stockfische, Bückinge und Schollen.
Durch das Stapelrecht mussten alle Waren in Köln zum Kauf und zur Verarbeitung freigegeben werden – bei Fisch vor allem zum Konservieren. Im Gebäude wurden die Fische gewaschen, zerteilt, gepökelt, gelagert und umgepackt, mit dem Kölner Brandzeichen der Drei Kronen versehen und weiterverkauft. Abwasserrohre leiteten die übelriechenden Flüssigkeiten direkt in den Rhein.
Fischhandel und die Zunft der Fischmenger
Köln fing, verarbeitete und verkaufte Fisch nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern betrieb auch Großhandel und Versand. Im Fischkaufhaus wurde en gros gehandelt, auf dem benachbarten Fischmarkt und in den umliegenden Gassen en detail. Großhändler kamen von weit her, auch aus den Niederlanden; die Kölner Händler wiederum belieferten Kunden bis ins Maingebiet.
Die Händler, Fischmenger und Fischmengerssen genannt, waren in einer Zunft organisiert und stammten aus vornehmen Familien. Anders als in vielen anderen Städten war Fisch in Köln auch für Frauen erlaubtes Handelsgut – die „Feschwiever" gehörten der Zunft an. Ihre Arbeit war jedoch beschränkt: 1397 wurden sie vom Verkauf größerer, zu wiegender Fische ausgeschlossen, 1482 vom Handel mit gesalzener Ware. Es blieben ihnen die kleinen frischen (grünen) Fische.
Umbauten und Zerstörung
1425 wurde das zwischen Fischpforte und Mühlengasse gelegene Kaufhaus abgerissen und neu gebaut; nun diente es auch der Versteuerung weiterer Waren wie Butter, Käse, Speck, Öl, Salz, Flachs und Teer. Von 1558 bis 1561 entstand das spätgotische, mit Zinnen bewehrte Gebäude, das von den Rheinpanoramen bekannt wurde. Mit rund 46 m Seitenlänge war es ungewöhnlich lang, bildete mit seiner Ostwand einen Teil der Stadtmauer und zeigte eine Fachwerkfront zum Rhein. In den zwei Stockwerken konnten Kaufleute verschließbare Kammern (Stuvven) mieten.
Das Stapelrecht galt bis 1815, dann untersagte der Wiener Kongress den erzwungenen Zwischenhandel; der Umschlagzwang entfiel endgültig 1831. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Lagerräume – auch durch die Eisenbahn – überflüssig. 1900–1901 ließ die Stadt das Gebäude durch Stadtbaurat Friedrich Carl Heimann umbauen; es erhielt seinen grazilen Treppenturm, bisweilen Ritterturm oder Geschlechterturm genannt, sowie gepflegte Gasträume und Säle im Untergeschoss. Vermutlich entstand erst jetzt der Name „Stapelhaus". Von 1902 bis zur Zerstörung war im Obergeschoss das Museum für Naturkunde untergebracht, das einheimische und ausländische Tiergruppen zeigte. 1942 sowie 1944/45 zerstörten Brandbomben das Gebäude; nur der Treppenturm und Reste der Südseite blieben. In den 1960er Jahren entstand auf dem beibehaltenen Grundriss ein schlichter Nachbau mit dem in Köln häufigen Walmdach.
Heute
Eigentümer des Stapelhauses ist die Kreishandwerkerschaft Köln. Von 1988 bis 2013 war hier der Bundesverband Bildender Künstler Köln (BBK Köln e. V.) beheimatet und zeigte Ausstellungen regionaler und internationaler Künstler. Im vierten Stockwerk liegt der Business-Club Colonia Forum, der „Club der guten Aussichten".
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Adresse
Frankenwerft
Köln
Öffnungszeiten
Mo: 14:00–23:00
Di: 14:00–23:00
Mi: 14:00–23:00
Do: 14:00–23:00
Fr: 12:00–00:00
Sa: 12:00–00:00
So: 12:00–00:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-19)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-17)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-17, rev 268258104)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-17
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