Autoren Galerie Kostka
Zur begehbaren Skulptur umgebauter Wasserturm der Sidol-Werke in Köln-Braunsfeld, Schauplatz raumgreifender Bild-, Klang- und Lichtinstallationen.
Über acht Jahre lud das Projekt Kunstschaffende unterschiedlicher Stil- und Medienrichtungen in den Turminnenraum ein und zeigte international beachtete Ausstellungen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- künstlerisches Ausstellungsprojekt in einem Wasserturm
- Lage
- Stadtteil Braunsfeld, Stadtbezirk Lindenthal, Köln
- Turm errichtet
- 1926 bis 1928 von Otto Müller-Jena
- Laufzeit
- 1991 bis 1999
- Behälterraum
- 5,0 × 6,0 × 6,0 Meter mit erhaltenem Wasserreservoir
- Auszeichnung
- nationale und internationale Architekturpreise für den Umbau
- Initiator
- Architekt und Künstler Norbert Kostka
Für eine Installation von 1992 wurden vier Eisblöcke mit Eisenkreuzen im Ausstellungsraum platziert, die während der Ausstellung allmählich schmolzen – die Kunst löste sich buchstäblich vor den Augen der Besucher auf.
Vom Werksgelände zum Kunstraum
Die ortsansässigen Chemischen Werke Siegel & Co. (Sidol-Werk) schlossen sich mit den Düsseldorfer Thompson-Werken zusammen und gingen 1971 an Henkel über. Im Laufe der 1980er Jahre zog die Fertigung nach Düsseldorf um. Der frei gewordene Fabrikkomplex an der Eupener Straße diente in den 1990er Jahren vielen Kölner Künstlern als Atelier. 1998 erhielt das Industrieensemble Denkmalschutz; da für 2000 ein Abbruch vorgesehen war, lief das Projekt aus.
Raum im Raum
Auf den Wasserturm übertrug Kostka sein Architekturkonzept „Gewinnung von Räumen“, das er auch beim Wasserturm Uevekoven anwandte. Er entfernte alle technischen Elemente, durchbrach die Behälterwände mit vier türgroßen Öffnungen und strich die Wände weiß. So entstand ein labyrinthartiges Gefüge nach dem Prinzip „Raum im Raum“. Im Inneren blieb das nach oben offene, ehemalige Wasserreservoir mit den Maßen 3,0 × 3,7 × 3,8 Meter erhalten. Unter der Decke des Außenraumes liegen sich zwei Fensterbänder mit je drei Fenstern gegenüber. Über eine Zwischengalerie aus Gitterrosten ließ sich der Raum aus allen Blickwinkeln betrachten. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde er am 6. Dezember 1992.
Von der Skulptur zur Galerie
Nach Fertigstellung des „Raum im Raum“-Konzepts wurde der Wasserturm dauerhaft als Ausstellungsraum genutzt. Mit Verweis auf seine polnische Herkunft wählte Kostka die Bezeichnung Autoren Galerie, worunter eine Produzentengalerie zu verstehen ist. Eingeladene Kunstschaffende nutzten den Raum als Performancefläche und boten den Besuchern immer neue Raumeindrücke. Den Auftakt machte der Architekturfotograf Tomas Riehle.
Ausstellungen
In den acht Jahren ihres Bestehens zeigte die Galerie zahlreiche, international beachtete Ausstellungen. Zu den beteiligten Kunstschaffenden zählten unter anderem Frances Scholz, Daniel Tschannen, Enno Stahl, Volker Saul, A. Harold Barreiro, Katrin Nalop und Hongku Kwon. 1995 und 1997 diente der Wasserturm als eine der Spielstätten der Internationalen Photoszene Köln, die gemeinsam mit der Photokina veranstaltet wird. Zu den Rauminszenierungen zählte Seyed Mohammad Oreyzis „Zeitraum“ aus Eisblöcken, Eisenkreuzen und Neonlicht (1992/93). Bei „Really virtual reality“ (1995) verband Kostka den Turm per Foto- und Videoübertragung mit einem ehemaligen Kohlenbunker und stellte so „Raum im Raum“ und „Raum ohne Boden“ gegenüber.
Zeitstrahl
- 1926-1928Wasserturm von Otto Müller-Jena errichtet
- 1971Fusion mit Thompson-Werken und Übernahme durch Henkel
- 1991Ausstellungsprojekt auf Initiative von Norbert Kostka gegründet
- 6. Dezember 1992Öffentliche Raumvorstellung des umgebauten Wasserturms
- 12. Dezember 1992 - 11. Januar 1993Ausstellung Oreyzi: „Zeitraum“
- 1995Veranstaltungsort der Internationalen Photoszene Köln
- 1997Erneut Veranstaltungsort der Internationalen Photoszene Köln
- 1998-2000Denkmalschutz (1998), Ende des Projekts wegen geplantem Abriss (2000)
Karte
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