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Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© OpenStreetMap-Mitwirkende · CC BY-SA 2.0

Ara Ubiorum

Römisches Heiligtum im heutigen Köln, geweiht der Göttin Roma und dem Kaiser – hier sollten unterworfene Germanen ihre Treue zu Rom bekunden.

Der Altar war als Kultstätte für die geplante römische Provinz Germanien gedacht und band die unterworfenen Stämme religiös an Rom.

Auf einen Blick

Art
ehemaliges römisches Heiligtum (Altar)
Errichtet
im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts v. Chr.
Weihung
der Göttin Roma und dem römischen Kaiser
Lage
Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Besonderheit
Sitz des Concilium provinciae, eines „germanischen Landtags“
Wusstest du?

Als den am Kölner Ubieraltar dienenden cheruskischen Priester Segimundus im Jahr 9 n. Chr. die Nachricht von der Varusschlacht erreichte, soll er sich die Priesterbinde vom Kopf gerissen haben und über den Rhein geflohen sein, um sich den Aufständischen anzuschließen.

Zweck und Bedeutung

An diesem Altar sollten jene Germanen, die Augustus bezwungen hatte, mittels Opferhandlungen ihre Loyalität gegenüber Rom und dem Kaiser unter Beweis stellen. In Anlehnung an die Ara trium Galliarum entstand hier für die angedachte Provinz Germanien das Concilium provinciae, ein „germanischer Landtag“. Den Priesterdienst versahen hochrangige Germanen.

Segimundus und die Varusschlacht

Tacitus überliefert zum Jahr 9 n. Chr., der Cherusker Segimundus habe hier Dienst getan. Nachdem ihn die Kunde von der Niederlage des Publius Quinctilius Varus erreicht hatte, soll er die Priesterbinde vom Haupt gerissen haben, den Rhein nach Germanien überquert und sich dort den Aufständischen angeschlossen haben.

Späteres Schicksal

Als im Jahr 16 n. Chr. die Gebiete rechts des Rheins geräumt wurden, büßte das Heiligtum seine überregionale Rolle ein. Im römischen Köln blieb es gleichwohl weiter in Pflege.

Lage und Forschung

Die Anlage muss repräsentativ und aus großer Entfernung erkennbar gewesen sein; ihre Spuren verlieren sich im späteren römischen Köln, der Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Das oppidum Ubiorum befand sich innerhalb des Mauerrings, der nach Gründung der Kolonie entstand – mutmaßlich entlang der Hauptachse der Stadt, die das Forum durchquerte. Zusammen mit dem archäologischen Befund weist dies auf den Bereich von Alt St. Alban und Gürzenich als wahrscheinlichsten Standort hin. Zahlreiche andere Stellen wurden von der Forschung ebenfalls in Erwägung gezogen.

Zeitstrahl

  1. letztes Jahrzehnt des 1. Jh. v. Chr.
    Errichtung der ara Ubiorum als Heiligtum für Roma und den Kaiser
  2. 9 n. Chr.
    Cherusker Segimundus flieht nach der Varusschlacht vom Priesteramt nach Germanien
  3. 16 n. Chr.
    Aufgabe der rechtsrheinischen Gebiete; Heiligtum verliert überregionale Bedeutung

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-21

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