St. Pius X.
Denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche von 1959–1962 im Kölner Stadtteil Flittard, entworfen von Margot und Joachim Schürmann mit einem an Stahlseilen aufgehängten Mittelschiff.
St. Pius X. ist eine katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Flittard, die zwischen 1959 und 1962 nach Entwürfen von Margot und Joachim Schürmann entstand. Sie trägt das Patrozinium des wenige Jahre zuvor heiliggesprochenen Papstes Pius X. und ist nicht mit der Kirche St. Pius in Zollstock zu verwechseln, die Papst Pius I. gewidmet ist.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Bautyp
- Katholische Pfarrkirche
- Architekten
- Margot und Joachim Schürmann
- Baujahr
- 1959–1962 (Weihe 1961)
- Stadtteil
- Flittard
- Patrozinium
- Papst Pius X.
- Denkmalschutz
- seit 2001 (Denkmalliste Nr. 8548)
- Konfession
- römisch-katholisch
Das 14 Meter hohe Mittelschiff ist nicht aufgemauert, sondern hängt an einem Stahlrohrdachstuhl mit stahlseilverspannten Wänden – gestützt nur von vier dünnen Stahlsäulen, sodass die Wände zu schweben scheinen.
Das kannst du hier erleben
- Die an Stahlseilen aufgehängte, schwebend wirkende Mittelschiffhalle im Inneren betrachten
- Die farbige Bleiverglasung mit Engels- und Heiligenköpfen von Paul Weigmann entdecken
- Die Basaltlava-Reliefs von Johannes dem Täufer und dem Heiligen Michael an den Hoftoren ansehen
- Den runden, von rund 200 Schalllöchern durchbrochenen Glockenturm im Innenhof umrunden
- Die Nachkriegs-Sakralarchitektur der Architekten Schürmann auf sich wirken lassen
Geschichte
Den Hintergrund der Kirche bildet die Bayer-Werksiedlung in Flittard, die 1937 angelegt und in den 1950er-Jahren erweitert wurde. Aus ihr heraus gründete sich am 1. Mai 1958 eine katholische Kirchengemeinde. Aus einem Architektenwettbewerb gingen im Sommer 1957 drei Entwürfe hervor; ausgeführt wurde in abgewandelter Form der des Büros Schürmann. Auf den ersten Spatenstich im März 1959 folgte am 19. Juli die Grundsteinlegung. Seit Juni 1960 fanden Gottesdienste statt, und am 28. Januar 1961 weihte Weihbischof Joseph Ferche die Kirche. In einem zweiten Bauabschnitt entstanden ab Juni 1961 ein gegenüberliegendes Jugendheim sowie der Glockenturm. Am 19. Juni 2001 kam der Bau in die Kölner Denkmalliste.
Architektur
Der Kirchensaal liegt in einem vierseitig ummauerten „sakralen Bezirk" auf angeschüttetem Gelände, aus dem sein quaderförmiger Oberbau herausragt. Die Kirche setzt sich aus zwei Baukörpern zusammen: einem flachen, eingeschossigen Quader, der das Mauerrechteck an drei Seiten ausfüllt, und einer daraus aufragenden, 14 Meter hohen und verschieferten Mittelschiffhalle mit zwei horizontalen Fensterbändern. Das untere, schmalere Band ist farbig verglast, das obere in Wellenglas ausgeführt, wodurch die Wände zu schweben scheinen. Tatsächlich ist der Oberbau nicht aufgemauert, sondern an einem offenen Stahlrohrdachstuhl aufgehängt, dessen seitliche Stahlfachwerk-Wände mit Stahlseilen gehalten und von vier dünnen Stahlsäulen gestützt werden. Im Inneren bilden beide Baukörper einen hellen zentralen „Hochraum" und einen niedrigen „Umraum" für Kapellen und Sakristei; die Mittelschiffwände sind mit naturfarbenen Tannenholzschindeln verkleidet. In der Mitte des Innenhofs steht ein 23 Meter hoher, runder Glockenturm von 4,50 Metern Durchmesser, der sich nach oben verjüngt und von rund 200 Schalllöchern durchbrochen ist.
Ausstattung
Die beiden Basaltlava-Türstützen an den Hoftoren schuf 1961 Rudolf Peer; sie zeigen im Osten Johannes den Täufer mit dem Gotteslamm und im Westen den Heiligen Michael im Kampf mit dem Drachen. Von Peer stammen auch Altarblock und Taufbecken. Die etwa vier Meter große Turmbekrönung, eine 1962 gefertigte „Engelswolke", geht auf Werner Schürmann zurück, den Bruder des Architekten. Das untere Fensterband mit Engels- und Heiligenköpfen in ornamentalen Strukturen ist eine farbige Bleiverglasung von Paul Weigmann. Eine 1964 geschaffene Madonnenfigur von Hans Karl Burgeff wurde 1976 nach einer Gemeindeabstimmung ausgetauscht. Nachdem ein Brand im Februar 1964 die Orgel zerstört hatte, erhielt die Gemeinde 1977 ein neues Instrument von Heyligers Orgelbau aus Schmidtheim. Das fünfstimmige Geläut goss 1961 Petit & Gebr. Edelbrock.
Zeitstrahl
- 1958Gründung der katholischen Kirchengemeinde am 1. Mai
- 1959Erster Spatenstich im März und Grundsteinlegung am 19. Juli
- 1961Weihe der Kirche am 28. Januar durch Weihbischof Joseph Ferche
- 1962Fertigstellung mit der „Engelswolke" als Turmbekrönung
- 1964Zerstörung der Orgel durch einen Brand im Februar
- 1977Einbau einer neuen Orgel von Heyligers Orgelbau
- 2001Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln am 19. Juni
Galerie
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