St. Mariä Geburt
Römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche in Köln-Stammheim mit dem Gnadenbild der Freudenreichen Mutter und einem mittelalterlichen Kern im neugotischen Erweiterungsbau.
St. Mariä Geburt ist eine römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche im Kölner Stadtteil Stammheim. Verehrt wird hier das Gnadenbild der Freudenreichen Mutter, mit dem der heiligen Maria als Schutzpatronin des Erzbistums Köln gedacht wird.
Auf einen Blick
- Lage
- Köln-Stammheim
- Konfession
- Römisch-katholisch
- Funktion
- Pfarr- und Wallfahrtskirche
- Baustil
- Neugotische Hallenkirche mit mittelalterlichem Turm und Chor
- Erste Erwähnung
- 1075
- Erweiterungsbau
- 1902–1903
- Orgel
- Klais-Orgel von 1927 mit 27 Registern
- Wallfahrtszeit
- Christi Himmelfahrt und Festoktav um den 8. September
Für den Wiederaufbau nach dem Krieg bargen die Stammheimer rund 170 große Holzbohlen von einer Behelfsbrücke am Rhein und trugen sie über einen Kilometer weit bis zur Kirche.
Das kannst du hier erleben
- Das Gnadenbild der Freudenreichen Mutter im Wallfahrtsort besichtigen
- Die neugotische Hallenkirche mit erhaltenem mittelalterlichem Turm und Chor erkunden
- Die deutsch-romantische Klais-Orgel von 1927 erleben
- Zur Wallfahrtszeit an Christi Himmelfahrt oder zur Festoktav um den 8. September teilnehmen
Geschichte
Die Stammheimer Kapelle wurde erstmals 1075 urkundlich erwähnt; erbaut hatte das Kirchlein Almericus, ein Ministerialer des Kölner Erzbischofs, mit seiner Frau Eilbusch. Auf Veranlassung von Erzbischof Anno II. ging der Bau an das Kölner Kloster St. Martin. Dem Turm wurde Mitte des 13. Jahrhunderts ein einschiffiges Langhaus angefügt, dessen Strebepfeiler und Fenster um 1500 verändert wurden; aus derselben Zeit stammen die oberen Teile des gotischen Turmmauerwerks. Reste der romanischen Vorgängerkirche vermutete der Kunsthistoriker Paul Clemen 1901 im unregelmäßigen Mauerwerk des Turmuntergeschosses.
Wallfahrt
Das im 16. Jahrhundert gefertigte Gnadenbild der Freudenreichen Mutter machte die Kirche zu einem bedeutenden Marienwallfahrtsort. Bereits seit dem 17. Jahrhundert sind verschiedene Prozessionen nach Stammheim belegt. Die Wallfahrtszeit fällt auf das Fest Christi Himmelfahrt sowie die Festoktav rund um den 8. September.
Erweiterung und Architektur
Weil die Bevölkerung Stammheims wuchs und die Kapelle zu klein geworden war, gründete sich 1898 unter Protektorat des Grafen von Fürstenberg-Stammheim ein Kirchbauverein. Nach Baugenehmigung und erstem Spatenstich im Jahr 1902 wurde der Grundstein am 14. September 1902 gelegt, und am 2. August 1903 segnete Dechant Caumanns den Neubau ein. Die Kosten der Erweiterung bezifferte der Bauleiter Peter Josef Kleesattel auf rund 101.463 Mark. Entstanden ist eine neugotische Hallenkirche mit Haupt- und zwei Seitenschiffen; Turm und Chor des alten Baus blieben erhalten und bildeten fortan das Querschiff. Da die alte Kapelle in West-Ost-Richtung ausgerichtet war, weist die neue Apsis nach Norden. Für die Fassade wurden gebrannte Ringofensteine verwendet, für Gesimse und Maßwerk Weibener Tuffstein und für die Innensäulen Kyllburger Sandstein.
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Bis 1941 beschädigte nur die eigene Flakabwehr das Dach, doch in den Folgejahren richteten Luftangriffe erhebliche Schäden an. Beim Angriff am 10. Oktober 1944 fingen durch Stabbrandbomben der Dachstuhl und schließlich auch das Turmdach Feuer. Löscharbeiten wurden durch weitere Angriffe verzögert, und ein Befehl, nur Wohnhäuser zu löschen, führte dazu, dass ein bereitstehender Löschzug untätig blieb. Nur beherztes Eingreifen von Gemeindemitgliedern bewahrte Sakristei, Marienchor und Orgelempore vor den Flammen. Artilleriebeschuss zerstörte in den Folgemonaten unter anderem die 600 kg schwere Christus-König-Glocke von 1454 sowie den Kriegergedächtnisaltar.
Wiederaufbau
Da nach Kriegsende kaum Baumaterial zu bekommen war, behalfen sich die Stammheimer mit gefundenem Material. Am Rhein entdeckten sie am Brückenjoch einer Behelfsbrücke rund 170 große Holzbohlen, die freiwillige Helfer über einen Kilometer bis zur Kirche trugen. Am 24. August 1945 begann der Wiederaufbau des Dachstuhls, der 1947 fertiggestellt und 1948 abgedichtet wurde; aus Kosten- und Materialgründen entstand statt des historischen Steildachs nur ein flach geneigtes Dach. 1950 wurde nach Plänen des Architekten Peter Otto Bongartz der Turm aufgestockt und mit einem Zeltdach versehen; im selben Jahr entstand mit der St.-Anna-Glocke die erste von fünf neuen Glocken.
Orgel
Die Kirche besitzt eine deutsch-romantisch disponierte Orgel aus dem Jahr 1927, gebaut von der Bonner Firma Klais unter Hans Klais als Opus 664. Sie verfügt über 27 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal und eine elektropneumatische Spieltraktur. 1965 restaurierte und disponierte Hans Gerd Klais das Instrument um. Eine Besonderheit ist die noch vorhandene Kalkantenanlage.
Renovierungen
Seit dem Wiederaufbau wurde das Gebäude zweimal renoviert: erstmals in den 1970er-Jahren, ein zweites Mal Ende der 1990er-Jahre. Bei der letzten, in mehreren Bauabschnitten durchgeführten Renovierung wurden Dach und technische Anlagen erneuert, während die Messen weiter stattfinden konnten. Den Abschluss bildeten im Jahr 2000 der Wiedereinbau der Orgel und ein neues Fenster, das der „Montagsbastelkreis“ gestiftet hatte.
Zeitstrahl
- 1075Erste urkundliche Erwähnung der Stammheimer Kapelle
- 1902Grundsteinlegung für den neugotischen Erweiterungsbau
- 1903Einsegnung des Neubaus durch Dechant Caumanns
- 1927Bau der Klais-Orgel (Opus 664)
- 1944Schwere Brand- und Artillerieschäden im Zweiten Weltkrieg
- 1945Beginn des Wiederaufbaus des Dachstuhls
- 1950Aufstockung des Turms mit Zeltdach und neue Glocken
Karte
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Adresse
Stammheimer Hauptstraße
51061 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 09:00–16:00
Di: 09:00–17:00
Mi: 09:00–16:00
Do: 09:00–18:45
Fr: 09:00–16:00
Sa: 09:30–17:00
So: 09:00–16:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-19)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-05)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-05, rev 247790807)
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