St. Petrus Canisius
Katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Buchforst, 1930/31 von Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod als Mittelpunkt der Siedlung Weiße Stadt errichtet und zu den wenigen Kölner Kirchen im Bauhausstil zählend.
St. Petrus Canisius ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Buchforst und gehört zu den ersten katholischen Kirchen im sachlichen Stil der Moderne. Als eine der wenigen im Bauhausstil errichteten Kirchen Kölns wurde sie 1930/31 zum Mittelpunkt der Siedlung Weiße Stadt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Bautyp
- Basilika im Stil des Neuen Bauens
- Architekten
- Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod
- Baujahr
- 1930/1931, geweiht am 15. Februar 1931
- Stadtteil
- Köln-Buchforst (früher Kalkerfeld)
- Patrozinium
- der Jesuit Petrus Canisius
- Stil
- Moderne / Bauhaus (Neues Bauen)
- Konfession
- römisch-katholisch
- Denkmalschutz
- seit dem 12. April 1983 (Denkmalliste der Stadt Köln, Nr. 1402)
Das zwölf Meter hohe Kreuz mit Tiara auf dem Turm musste 2009 vorübergehend abgenommen werden, weil seine Halterungen durchgerostet waren.
Das kannst du hier erleben
- Die Bauhaus-Formensprache von Turm, Rundbogen-Laube und Fensterrastern von außen betrachten
- Die figürlichen Buntglasfenster von Wilhelm de Graaff mit Szenen aus dem Leben des Petrus Canisius ansehen
- Den stützenfreien Kirchensaal mit seiner in die Apsis reichenden Decke erleben
- Die Kirche als Teil eines Spaziergangs durch die denkmalwerte Siedlung Weiße Stadt entdecken
- Das fünfstimmige Glockengeläut von 1957 hören
Geschichte
Die Kirche entstand als zentraler Bau der ab 1926 unter anderem von der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) geplanten Siedlung im damals noch Kalkerfeld genannten Buchforst. Erstmals konnten Riphahn und Grod eine Kirche im Einklang mit dem umgebenden Siedlungsbau entwerfen. Ein erster Entwurf wurde von den kirchlichen Entscheidern abgelehnt; erst die zweite Fassung in den Formen des Neuen Bauens, jedoch mit Bezügen zur überlieferten Kirchenbaukunst, kam zur Ausführung. Die Weihe fand am 15. Februar 1931 statt. Zwischen 1942 und 1944 wurde ein Großteil der Kirche zerstört. Beim Wiederaufbau 1948 durch Gottfried und Dominikus Böhm verzichtete man auf die Apsisfenster und mauerte deren Nischen zu. 1992 gestaltete Maria Schwarz den Innenraum und Teile der Ausstattung neu. Die einst selbständige Pfarrgemeinde ging 2006 in der neuen Gemeinde St. Mauritius Köln-Buchheim/Buchforst auf.
Architektur
Die Grundsätze des Neuen Bauens zeigen sich darin, dass sich der Bau auf die wesentlichen liturgischen Funktionen beschränkt. Die nicht geostete Kirche folgt der Form einer traditionellen Basilika: ein überhöhtes Langhaus mit Apsisabschluss wird von eingeschossigen Seitenschiffen begleitet. An der Eingangsseite führt eine vorgelagerte Laube mit fünf Rundbögen in die Vorhalle, aus der der nur leicht seitlich heraustretende Vierkantturm aufsteigt; die Nebengebäude des Chors gehen in die Siedlungsbauten über. Im Inneren bleibt der große Saal dank kräftiger Betonbinder in Längsrichtung ohne Stützen. Ursprünglich war der erhöhte Altarbereich durch Apsisfenster hell belichtet, und die Wände waren von Heinrich Hoerle in abgestuften Blautönen gefasst; in der Nachkriegskirche sind die Nischen zugemauert und die Apsis glatt verputzt, Licht fällt durch zwei seitliche Buntglasfenster. Alle Fenster setzen sich aus Rastern kleiner quadratischer Öffnungen zusammen, die auch die Turmflächen gliedern. Der früher weiß verputzte Turm ist inzwischen mit Eternitplatten verkleidet.
Ausstattung
Die ursprünglichen Apsisfenster gingen auf einen Entwurf von Franz Wilhelm Seiwert zurück, wurden beim Wiederaufbau aber nicht ersetzt. Die 1957 von Wilhelm de Graaff neu gestalteten Buntglasfenster sind weitgehend figürlich: Die Seitenschiff-Fenster zeigen Szenen aus dem Leben des Petrus Canisius, nordwestlich in Rot- und Grüntönen, südöstlich in Blautönen; die verbliebenen Chorfenster stellen die zwölf Apostel dar. Aus der Vorkriegszeit erhalten sind das Tabernakel von Eduard Schmitz und zwei Statuen von Josef Reimann aus dem Jahr 1937. Als Turmbekrönung schuf Heribert Calleen 1962 ein zwölf Meter hohes Kreuz mit Tiara, das im April 2009 wegen durchgerosteter Halterungen vorübergehend abgenommen werden musste. Tabernakelstele, Ambo und Altartisch entwarf Maria Schwarz 1992. Die zweimanualige Orgel mit 28 Registern baute 1968 Willi Peter. Die drei 1930 gegossenen Glocken wurden im Krieg zerstört; das heutige fünfstimmige Geläut goss 1957 Wolfgang Hausen Mabilon.
Zeitstrahl
- 1926Beginn der Siedlungsplanung im damaligen Kalkerfeld, u. a. durch die GAG
- 1930Bau der Kirche nach Plänen von Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod
- 1931Weihe der Kirche am 15. Februar
- 1942Beginn der Kriegszerstörungen an der Kirche
- 1948Wiederaufbau durch Gottfried und Dominikus Böhm ohne Apsisfenster
- 1957Neue Buntglasfenster von Wilhelm de Graaff und neues fünfstimmiges Geläut
- 1962Heribert Calleen schafft das zwölf Meter hohe Kreuz mit Tiara als Turmbekrönung
- 1983Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln unter der Nummer 1402
- 1992Neugestaltung des Innenraums und Teilen der Ausstattung durch Maria Schwarz
- 2006Aufgehen der Pfarrgemeinde in St. Mauritius Köln-Buchheim/Buchforst
Galerie
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