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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© OpenStreetMap-Mitwirkende · CC BY-SA 2.0

St. Michael am Weidenbach

Kölner Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben – bekannt für seine Buchproduktion; die Kirche wich 1827 einem Kasernenausbau.

Am Hof Weidenbach entstand die im deutschsprachigen Raum nach Münster zweite Gemeinschaft der Brüder vom gemeinsamen Leben. Von hier aus gingen mehrere Einrichtungen der Devotio moderna in Köln aus.

Auf einen Blick

Art
Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben
Lage
Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt; Hof gegenüber von St. Pantaleon
Gründung
1416 Niederlassung, 1417 offiziell gegründet
Bestand
bis 1793
Kirche
1490 erweitert, 1491 geweiht, 1827 bis auf einen Rest abgetragen
Besonderheit
Unterhalt durch das Schreiben, Verkaufen und Restaurieren von Büchern
Wusstest du?

Kaiser Friedrich III. besuchte 1475 auf dem Rückweg von der Belagerung von Neuss den Konvent, erhielt ein prächtiges Buch geschenkt und ernannte daraufhin alle Brüder zu Vikaren und Kaplänen des Römischen Reichs.

Ursprung und Gründung

1402 übertrug Abt Hermann von St. Pantaleon den Hof Weidenbach an sechs Priester. Diese Gruppe brachte in Köln verschiedene Einrichtungen der Devotio moderna hervor. 1416 bezogen die Brüder vom gemeinsamen Leben den Hof; im Jahr darauf erlaubte Erzbischof Dietrich II. von Moers nach einem Gutachten der Universität dessen Übernahme. Als erster Rektor amtierte Heinrich von Ahaus.

Bücher, Wein und Konflikte

Das Anfertigen, Verkaufen und Instandsetzen von Büchern prägte die Lebensweise der Brüder und finanzierte sie bis in die 1580er Jahre. Ergänzend widmeten sie sich dem Weinbau, dem Weinhandel und dem Bierverkauf. Zusätzliche Mittel flossen aus Rentenkäufen und verpachteten Häusern. Ihre wirtschaftliche Betätigung ließ sie mehrfach mit Kölner Bürgern und Handwerkern in Wettbewerb geraten.

Kapelle und Kirche

1432 erteilte Papst Eugen IV. die Erlaubnis für eine Hauskapelle; 1434 weihte Goswin Arnheim, Bischof von Lydda, Kapelle und Betsaal mit drei Altären dem heiligen Alexius. 1490 baute man den Bau zu einer einschiffigen Kirche über quadratischem Grundriss mit steilem Satteldach und Dachreiter aus und weihte sie 1491 der Dreifaltigkeit, der Muttergottes und Michael. Im Osten und Westen grenzten die Konventsgebäude unmittelbar an.

Kaiserlicher Besuch und Ende

Auf dem Rückweg von der Belagerung von Neuss kehrte Kaiser Friedrich III. 1475 beim Konvent ein; er erhielt von den Brüdern ein geschmücktes Buch und stellte die Gemeinschaft unter seinen Schutz. Um 1500 vergrößerte sich die Gemeinschaft, was sich an Mitgliederzahlen und Buchproduktion zeigt. Nach 1793 nutzte die französische Besatzung die Gebäude als Besserungsanstalt und Gefängnis, ab 1802 als Kaserne; deren Ausbau zerstörte 1827 die Kirche.

Zeitstrahl

  1. 1402
    Abt Hermann von St. Pantaleon belehnt sechs Priester mit dem Hof Weidenbach
  2. 1416
    Brüder vom gemeinsamen Leben lassen sich am Hof Weidenbach nieder
  3. 1417
    Offizielle Gründung der Fratergemeinschaft durch Erzbischof Dietrich II. von Moers
  4. 1432
    Papst Eugen IV. genehmigt Einrichtung einer Hauskapelle
  5. 1434
    Weihe der Kapelle mit Betsaal durch Bischof Goswin Arnheim
  6. 1475
    Kaiser Friedrich III. besucht den Konvent am Weidenbach
  7. 1490
    Erweiterung zum einschiffigen Kirchbau mit Dachreiter
  8. 1793
    Ende der Kölner Fraterherren-Gemeinschaft

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-31

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