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© Neuwieser from Neuwies - Aachen - Oelsnitz, Germany · CC BY-SA 2.0

Rheinhallen

Denkmalgeschützte einstige Messehallen am Deutzer Rheinufer: Hinter der Backsteinfassade liegt heute das Sendezentrum von RTL Deutschland.

Den Anstoß zur Kölner Messe gab Oberbürgermeister Konrad Adenauer: Auf seine Initiative entstand 1922 die Messegesellschaft. Die ersten, baulich uneinheitlichen Hallen nannte man im Volksmund „Adenauers Pferdeställe“.

Auf einen Blick

Heutiger Name
Rheinpark-Metropole Köln
Lage
Köln-Deutz (Stadtbezirk Innenstadt), am Rheinufer nördlich der Hohenzollernbrücke
Denkmalschutz
Messeturm und rote Backsteinfassade
Architekt
Adolf Abel
Bruttogeschossfläche
160.000 m²
Parkhaus
2.000 Stellplätze vor der nordöstlichen Seite
Wusstest du?

Ab Juli 1942 wurden die Messehallen zweckentfremdet und als Deportationsunterkünfte für Juden sowie Sinti und Roma genutzt, die von dort aus in die Vernichtungslager geschickt wurden; heute erinnert eine Plakette am Messeturm daran.

Vom Kasernengelände zur Messe

Die erste Messe öffnete am 11. Mai 1924 auf einem früheren Kasernengelände, auf dem bei der Werkbundausstellung 1914 schon ein Vergnügungspark gelegen hatte. Über 600.000 Besucher und mehr als 2.800 Aussteller kamen auf 45.000 m² Hallenfläche zusammen. Für die Internationale Presse-Ausstellung „Pressa“ 1928 fasste der Architekt und Stadtbaudirektor Adolf Abel die Hallen mit einer Randbebauung samt einheitlicher Fassade und dem Messeturm ein; zusätzlich entstand das „Staatenhaus“.

© Unbekannt Unknown · CC BY-SA 3.0 de

Ort der Deportation

Ab Juli 1942 dienten die Messehallen als Unterkünfte für Juden sowie Sinti und Roma, die von Köln aus in die Vernichtungslager geschickt wurden. Dort fanden auch Zwangsversteigerungen von jüdischem Eigentum statt, das die Deportierten in ihren Wohnungen zurücklassen mussten. Eine Plakette am Messeturm erinnert daran.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wachstum nach dem Krieg

Nach der ersten Frühjahrsmesse am 14. September 1947 wurde immer wieder umgebaut, bis der Raum innerhalb der Randbebauung vollständig genutzt war. Vor die Rheinfront kam ein Restaurant in einem eigenen Baukörper, weitere Hallen füllten den Zwischenraum zum „Staatenhaus“. Die im Dezember 1958 fertiggestellte Sporthalle Köln gehörte als Halle X bis April 1962 organisatorisch dazu; danach führte sie die Kölner Sportstätten GmbH weiter. Im Jahr 2008 zählten die Rheinhallen mit 286.000 m² Ausstellungsfläche als viertgrößte zusammenhängende Messe der Welt.

© Unbekannt · CC BY-SA 2.5

Neues Innenleben hinter alter Fassade

Im September 2005 gab die Koelnmesse die Rheinhallen vorzeitig auf, um ihren „Masterplan2006“ mit Neubauten an anderer Stelle umzusetzen. Wegen des Denkmalschutzes wurde der Komplex entkernt: Metallstützen sicherten die Fassade, das gesamte Innere wurde abgerissen. Bis Mai 2010 entstanden hinter den historischen Backsteinmauern Büros und ein Sendezentrum für RTL, VOX, Super RTL und n-tv. Als bauliche Einheit betrachtet, ist die Rheinpark-Metropole damit der zweitgrößte Bürogebäudekomplex Deutschlands.

© Frank Spakowski · CC BY-SA 2.5

Fernsehen und Versicherungen unter einem Dach

RTL Deutschland belegt die Hälfte der Fläche, darunter 17.000 m² Produktionsfläche mit höchsten akustischen und klimatischen Anforderungen und zwei Fernsehstudios mit 250 und 440 m². Auch 1.500 Plätze im Parkhaus entfallen auf den Sender. Die übrigen 80.000 m² teilen sich Versicherungen und andere Mieter: Teile der HDI sowie die Talanx Asset Management GmbH haben ihren Geschäftssitz hierher verlegt.

© Eigenes Werk · Public domain

Mall und Innenhöfe

Vier Gebäuderiegel bilden den Komplex, quer dazu gruppieren sich 16 Bauten um 14 Innenhöfe mit je 1.000 m² Freifläche; im dritten Obergeschoss kommen 28 Lichthöfe hinzu. Zwischen den Baukörpern verläuft die sogenannte Mall, eine begrünte und frei zugängliche Fußgängerpromenade von 33 m Breite und etwa 200 m Länge. Außen setzt sie sich in der Mittelachse nach Süden und Norden fort.

© Elke Wetzig ( elya ) · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1922
    Gründung der Kölner Messegesellschaft auf Initiative Konrad Adenauers
  2. 1924
    Eröffnung der ersten Messe auf dem ehemaligen Kasernengelände
  3. 1928
    Einheitliche Randbebauung mit Messeturm und Staatenhaus zur Pressa errichtet
  4. 1942
    Zweckentfremdung der Messehallen als Deportationsunterkünfte im Nationalsozialismus
  5. 1947
    Erste Frühjahrsmesse nach dem Krieg, danach folgende Umbauten
  6. 1958
    Fertigstellung der Sporthalle Köln (Halle X) als Teil des Komplexes
  7. 1962
    Ausgliederung der Sporthalle aus dem Rheinhallen-Komplex
  8. 2005
    Koelnmesse verlässt die Rheinhallen; Beginn von Umbau und Sanierung

Galerie

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© WikiNight2 · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Janschliecker · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Gerd Franke (Ebertplatz) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© G. Friedrich · CC BY 3.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-25

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