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© Rolf H. · CC BY 3.0

Kölner Häfen

Die Kölner Häfen liegen im Güterumschlag hinter Duisburg auf Platz zwei – und ihre Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück.

Anders als in Duisburg verteilt sich der Hafenbetrieb in Köln auf mehrere Standorte. Hotel-, Fahrgast- und Verwaltungsschiffe legen an Anlegern an, die ein Belegungsplan festlegt.

Auf einen Blick

Art
Binnenhäfen am Rhein
Fläche
877.000 m² Wasser und 1,307 km² Land
Römisches Hafentor
Kurt-Hackenberg-Platz, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
Fund des Hafentors
April 2008, in 13 Metern Tiefe
Römischer Anleger
rund 60.000 m² Wasserfläche für 200 Schiffe
Stapelrecht
ab 1259
Wusstest du?

Erzbischof Anno II. ließ 1074 im Kölner Hafen willkürlich ein Schiff beschlagnahmen, doch der Eigentümer wehrte sich und brachte aufgebrachte Bürger hinter sich – Anno musste durch den Annostollen aus der Stadt fliehen.

Der römische Hafen

Ein Prahm genanntes Schiffswrack unter dem Alter Markt stammt aus der Zeit um 43 n. Chr. und belegt Hafenbetrieb an dieser Stelle. Ab etwa 50 n. Chr. lag der Hafen zwischen Groß St. Martin und dem heutigen Kurt-Hackenberg-Platz an einem 60 bis 70 Meter breiten Rheinarm. Eine bis zu 180 Meter breite und über einen Kilometer lange Insel trennte diesen vom Hauptstrom. Nachdem die Römer den Rheinarm nach Osten verlängert hatten, reichte der ausgebaute Hafen etwa vom heutigen Breslauer Platz bis zum Holzmarkt, wo der Rheinarm in den Hauptfluss mündete. Um 150 n. Chr. versandete das Becken nach einer extremen Trockenperiode und wurde aufgegeben.

© HOWI - Horsch, Willy · Public domain

Wein, Öl und Austern

Funde zwischen Alter Markt und Bechergasse deuten darauf hin, dass hier Lebensmittel aus dem Mittelmeerraum entladen wurden. Nachgewiesen sind unter anderem Weine aus Südspanien, Italien und Kreta, Olivenöl aus Spanien und Nordafrika sowie Würzsaucen aus Spanien und Süditalien. Austern kamen aus der Normandie. Transportiert wurde all das in Amphoren.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Das Hafentor am Kurt-Hackenberg-Platz

Das römische Hafentor ist das einzige von neun römischen Stadtmauertoren, das als ortsfeste Architektur zugänglich ist. Entdeckt wurde es beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn, zusammen mit weiteren Resten aus der Zeit nach 150 n. Chr. Das Tor war vermutlich etwa 13,5 Meter hoch, die Stadtmauer etwa 8 Meter; ein Turm in der Mauer sicherte den Durchgang. Aus statischen Gründen griffen die Tore der Hafenfront nicht über die Achse der Stadtmauer hinaus. Das zweiflügelige, 2,7 Meter breite Holztor führte zu den Kaianlagen und zur basaltgepflasterten Hafenstraße, die in den Cardo maximus mündete und heute am Römisch-Germanischen Museum ausgelegt ist. Über 150 Eichenpfähle wurden laut Untersuchungen der Universität zu Köln einheitlich im Jahr 89 n. Chr. gefällt – Stadtmauer, Hafentor und Kanalauslass entstanden demnach im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts n. Chr.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 4.0

Umschlagplatz im Mittelalter

Als Warenumschlagsplatz machten die Häfen Köln zum wichtigsten Rheinhafen; als Anlegestellen dienten die Uferbefestigungen. Wegen der Strömung fuhren die „Niederländer“ nur bis nördlich von Groß St. Martin, die „Oberländer“ südlich von Köln. Ein Holzgerüst auf Höhe der Salzgasse markierte die Grenze, dort lag der Umladehafen. Anton Woensams Stadtansicht von 1531 zeigt getreidelte Niederländer Aaken, die mit Kolonialwaren wie Kaffee, Tee, Zucker und Gewürzen zurückkehrten. Wegen des dichten Frachtverkehrs führte Erzbischof Konrad von Hochstaden das Stapelrecht ein: Kapitäne mussten ihre Waren zunächst drei Tage den Kölner Bürgern anbieten.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Streit um ein Schiff

Nach einer Schilderung Lamperts von Hersfeld ließ Erzbischof Anno II. im Juni 1074 im Kölner Hafen ein Schiff beschlagnahmen, um seinem Freund Friedrich I. die Heimfahrt zu ermöglichen. Der Eigentümer widersetzte sich mit Erfolg, aufgebrachte Bürger bedrohten den Erzbischof. Anno floh unbemerkt durch den kurz zuvor angelegten Annostollen und verließ die Stadt in Richtung Neuss.

© G. Friedrich · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. um 43 n. Chr.
    Datierung eines Prahm-Wracks unter dem Alter Markt, Beleg für Hafenbetrieb
  2. um 50 n. Chr.
    Römischer Hafen an einem Rheinarm hinter einer Insel
  3. 89 n. Chr.
    Einheitliche Fällkampagne der Eichenpfähle für Stadtmauer und Hafentor
  4. um 150 n. Chr.
    Hafenbecken versandet nach extremer Trockenperiode und wird aufgegeben
  5. 1074
    Erzbischof Anno II. flieht nach Schiffsbeschlagnahme im Kölner Hafen
  6. 1259
    Erzbischof Konrad von Hochstaden führt das Stapelrecht ein
  7. 1531
    Woensams Stadtansicht zeigt getreidelte Niederländer Aaken
  8. 2008
    Fund des römischen Hafentors am Kurt-Hackenberg-Platz

Galerie

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Anton Woensam · Public domain · Commons
© Johann Heinrich Schönscheidt · Public domain · Commons
© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain · Commons
© Rolf H. · CC BY 3.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-28

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