Blankenheimer Hof
Napoleon Bonaparte wohnte hier 1804 und 1811: Das herrschaftliche Anwesen am Kölner Neumarkt diente später als Tabakmanufaktur und Kaserne und wurde 1913 abgerissen.
Schon um 1200 stand auf dem Grundstück der „Schwerthof“, eine Rüstkammer für Adelige. Wer das Anwesen später übernahm und den Blankenheimer Hof errichten ließ, ist in der Forschung umstritten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges herrschaftliches Anwesen
- Lage
- Neumarkt Nr. 2, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
- Vorgängerbau
- „Schwerthof“ (um 1200)
- Weiterer Name
- „Sternberger Hof“
- Gast
- Napoleon Bonaparte (1804 und 1811)
- Spätere Nutzung
- Tabakmanufaktur, Offizierskasino, Kaserne
- Abriss
- 1913
Napoleon Bonaparte logierte zweimal im Blankenheimer Hof (1804 und 1811), und ab 1811 wurde dort die kaiserliche Tabakmanufaktur mit 517 Mitarbeitern eingerichtet, die das Tabakmonopol verwaltete und dem Kölner Tabakgroßgewerbe schwer schadete.
Napoleon als Gast
Vom 14. bis 16. September 1804 übernachtete Napoleon Bonaparte bei seinem Staatsbesuch im Blankenheimer Hof. Zuvor war er von der Eigelsteintorburg über Eigelstein, Marzellenstraße, Hohe Straße und Schildergasse an einer jubelnden Menschenmenge vorbeigezogen. Kaiserin Joséphine war damals im Hackeneyschen Hof untergebracht. Ab dem 5. November 1811 wohnte Napoleon erneut für vier Tage hier, diesmal zusammen mit seiner Gattin.
Entstehung und Name
Nach Helmut Signon ließ Philipp Christian Graf von Sternberg und Manderscheid den Hof 1758 bauen. Er benannte ihn nach seiner Frau Augusta, einer Tochter von Johann Wilhelm Franz von Manderscheid zu Blankenheim. Hans Vogts vertritt eine andere Sicht: Demnach ging der 1724/28 für Franz Carl von Nesselrode erbaute Nesselroder Hof später an die Grafen Manderscheid-Blankenheim über und erhielt erst dann den Namen „Blankenheimer Hof“. Der Quelle zufolge entstand der Blankenheimer Hof 1766 durch den Reichsgrafen Manderscheid-Blankenheim an der Stelle des Schützenhofs.
Tabakmanufaktur und Garnison
Gestützt auf ein kaiserliches Dekret vom 29. Dezember 1810 zog 1811 die kaiserliche Tabakmanufaktur („Imperiale de tabacs“) ein, die das Tabakmonopol verwaltete. Von 517 Beschäftigten waren 11 vormals selbst Tabakfabrikanten. Von 1814 bis 1816 pachtete der Tabakfabrikant Heinrich Joseph DuMont das Anwesen. 1830 wurde der Hof preußischen Truppen als vorläufige Garnison zugewiesen, im September 1848 erhielt er offiziell den Status einer Kaserne. Am 11. September 1848 griffen Soldaten eines hier stationierten Regiments während der Revolution Kölner Bürger mit gezogenen Säbeln an und verletzten einige von ihnen.
Letzte Jahre
Um 1901 bis 1912 nutzte man das Gebäude als Offizierskasino. Die Verkehrsplanung von Stadtplaner Carl Rehorst sah vor, die zum Neumarkt führende Schildergasse zu verbreitern – dabei stand der Blankenheimer Hof im Weg. 1913 wurde er niedergelegt.
Zeitstrahl
- um 1200Am Neumarkt Nr. 2 steht der „Schwerthof“, eine Rüstkammer für Adelige
- 1758Philipp Christian Graf von Sternberg und Manderscheid lässt den Blankenheimer Hof errichten (nach Signon)
- 1766Manderscheid-Blankenheim erwirbt den Nesselroder Hof und errichtet den Blankenheimer Hof (nach Vogts)
- 1804Napoleon logiert vom 14. bis 16. September im Blankenheimer Hof
- 1811Einrichtung der kaiserlichen Tabakmanufaktur; Napoleon logiert erneut ab 5. November
- 1830Preußische 31er Musketiere werden am 28. September im Blankenheimer Hof einquartiert
- 1848Der Blankenheimer Hof wird offiziell Kaserne; Auseinandersetzungen am 11. September
- 1913Niederlegung des Blankenheimer Hofs
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