Trankgassentor
Mittelalterliches Tor der rheinseitigen Kölner Stadtbefestigung, das nach mehreren Umbauten 1898 endgültig verschwand.
Das Trankgassentor gehörte zu den Toren der rheinseitigen Stadtbefestigung, die Köln im 13. Jahrhundert entlang des Ufers errichtete. Bis heute erinnert nur der Straßenname Trankgasse an das längst verschwundene Bauwerk.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Typ
- Tordurchlass in einem Turmbauwerk der rheinseitigen Stadtmauer
- Lage
- am Ende der heutigen Trankgasse, unweit des Frankenturms
- Erstmals erwähnt
- 1293 als „turis de Drancgassin"
- Altes Tor abgerissen
- baufällig seit 1583, niedergelegt 1825
- Neubau
- 1851–1853 nach Entwurf von Bernhard Wilhelm Harperath
- Endgültig abgerissen
- 1898 unter Stadtbaumeister Josef Stübben
- Heutiger Zustand
- keine Reste erhalten
Name und Lage
Das Tor lag am Ende der „drank gaß", der heutigen Trankgasse, deren Verlauf den alten nördlichen Stadtgraben nachzeichnete. Der Name deutet auf eine Viehtränke oder einen Weg zum Rheinwasser hin – eine „Drancgaß" findet sich auch im Bereich von St. Severin. Die vom alten Dom zum Ufer führende Gasse trug wechselnde Bezeichnungen: 1136 „in vallo", 1170 „in vallo que dicitur Gravagaza" und schließlich 1215 „in Drancgazzen". Von der Gasse ging der Name später auf das Tor über, das 1293 erstmals namentlich in den Quellen auftaucht.
Das mittelalterliche Bauwerk
Wann das Tor genau entstand, lässt sich nicht sicher belegen; möglicherweise wurde es anfangs mit einem 1246 erwähnten Turm verwechselt, der dem Frankenturm geähnelt haben könnte. Als eigenständiger Turm ist das Trankgassentor spätestens 1293 urkundlich fassbar. Anton Woensams Stadtansicht von 1531 und der Mercatorplan von 1571 zeigen wenige Meter neben dem Frankenturm einen Bau, der wie ein Risalit aus der Mauerflucht hervortritt. Der dreigeschossige Turm besaß eine Rundbogendurchfahrt und ein Zeltdach. Südlich schloss ein schmaler, einst mit Zinnen versehener Anbau an, der bündig mit der Stadtmauer lag und sie um ein Geschoss überragte; auf der Nordseite diente ein weiterer Anbau mit seinem auf der Mauer aufliegenden Obergeschoss als Wurferker.
Preußischer Neubau und Abbruch
Das alte Tor galt bereits 1583 als baufällig und wurde 1825 abgetragen. Nachdem Bernhard Wilhelm Harperath 1844 zum Stadtbaumeister ernannt worden war, entstanden unter ihm drei neue Tore am altstädtischen Rheinufer. Das neue Trankgassentor errichtete man nach seinem Entwurf zwischen 1851 und 1853. Es erhielt einen doppelten Torbogen und zwei Pfeiler, auf die Bronzeadler gesetzt wurden – Pfeiler und Adler stammten von einem damals an der Friedrich-Wilhelm-Straße abgebrochenen Tor. Doch schon wenige Jahrzehnte später fiel auch dieser Bau der Stadtentwicklung zum Opfer: Im Zuge der Niederlegung der landseitigen Stadtmauer, des Ausbaus der Kölner Neustadt und des Baus einer durchgehenden Rheinuferstraße ließ Stadtbaumeister Josef Stübben das Tor 1898 endgültig abreißen. Reste der Anlage sind heute nicht mehr vorhanden.
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