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Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Peter Schieffer (died 1869) · Public domain

Trankgassentor

Mittelalterliches Tor der rheinseitigen Kölner Stadtbefestigung, das nach mehreren Umbauten 1898 endgültig verschwand.

Das Trankgassentor gehörte zu den Toren der rheinseitigen Stadtbefestigung, die Köln im 13. Jahrhundert entlang des Ufers errichtete. Bis heute erinnert nur der Straßenname Trankgasse an das längst verschwundene Bauwerk.

Auf einen Blick

Typ
Tordurchlass in einem Turmbauwerk der rheinseitigen Stadtmauer
Lage
am Ende der heutigen Trankgasse, unweit des Frankenturms
Erstmals erwähnt
1293 als „turis de Drancgassin"
Altes Tor abgerissen
baufällig seit 1583, niedergelegt 1825
Neubau
1851–1853 nach Entwurf von Bernhard Wilhelm Harperath
Endgültig abgerissen
1898 unter Stadtbaumeister Josef Stübben
Heutiger Zustand
keine Reste erhalten

Name und Lage

Das Tor lag am Ende der „drank gaß", der heutigen Trankgasse, deren Verlauf den alten nördlichen Stadtgraben nachzeichnete. Der Name deutet auf eine Viehtränke oder einen Weg zum Rheinwasser hin – eine „Drancgaß" findet sich auch im Bereich von St. Severin. Die vom alten Dom zum Ufer führende Gasse trug wechselnde Bezeichnungen: 1136 „in vallo", 1170 „in vallo que dicitur Gravagaza" und schließlich 1215 „in Drancgazzen". Von der Gasse ging der Name später auf das Tor über, das 1293 erstmals namentlich in den Quellen auftaucht.

© Arnold Mercator · Public domain

Das mittelalterliche Bauwerk

Wann das Tor genau entstand, lässt sich nicht sicher belegen; möglicherweise wurde es anfangs mit einem 1246 erwähnten Turm verwechselt, der dem Frankenturm geähnelt haben könnte. Als eigenständiger Turm ist das Trankgassentor spätestens 1293 urkundlich fassbar. Anton Woensams Stadtansicht von 1531 und der Mercatorplan von 1571 zeigen wenige Meter neben dem Frankenturm einen Bau, der wie ein Risalit aus der Mauerflucht hervortritt. Der dreigeschossige Turm besaß eine Rundbogendurchfahrt und ein Zeltdach. Südlich schloss ein schmaler, einst mit Zinnen versehener Anbau an, der bündig mit der Stadtmauer lag und sie um ein Geschoss überragte; auf der Nordseite diente ein weiterer Anbau mit seinem auf der Mauer aufliegenden Obergeschoss als Wurferker.

Preußischer Neubau und Abbruch

Das alte Tor galt bereits 1583 als baufällig und wurde 1825 abgetragen. Nachdem Bernhard Wilhelm Harperath 1844 zum Stadtbaumeister ernannt worden war, entstanden unter ihm drei neue Tore am altstädtischen Rheinufer. Das neue Trankgassentor errichtete man nach seinem Entwurf zwischen 1851 und 1853. Es erhielt einen doppelten Torbogen und zwei Pfeiler, auf die Bronzeadler gesetzt wurden – Pfeiler und Adler stammten von einem damals an der Friedrich-Wilhelm-Straße abgebrochenen Tor. Doch schon wenige Jahrzehnte später fiel auch dieser Bau der Stadtentwicklung zum Opfer: Im Zuge der Niederlegung der landseitigen Stadtmauer, des Ausbaus der Kölner Neustadt und des Baus einer durchgehenden Rheinuferstraße ließ Stadtbaumeister Josef Stübben das Tor 1898 endgültig abreißen. Reste der Anlage sind heute nicht mehr vorhanden.

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-14

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