Schildergasse
Die Schildergasse ist eine der zentralen Einkaufsstraßen Kölns und verbindet als Fußgängerzone den Neumarkt mit der Hohe Straße. Mit römischen Wurzeln und einem Namen, der auf mittelalterliche Wappenmaler zurückgeht, verbindet sie jahrhundertealte Geschichte mit modernem Shopping.
Mitten in der Kölner Altstadt-Nord verläuft die Schildergasse in Ost-West-Richtung und gehört zu den bekanntesten Adressen für Shopping in der Stadt. Wer hier flaniert, bewegt sich zugleich über eine der ältesten Straßen Kölns.
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Altstadt-Nord
- Länge
- 534 Meter
- Verlauf
- Fußgängerzone zwischen Neumarkt und Hohe Straße
- Alter
- zweitälteste Straße Kölns, älteste Einkaufsstraße Deutschlands
- Namensherkunft
- mittelalterliche Schilder- und Wappenmaler
- Ranking 2023
- Platz fünf der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands
- Filialisierungsgrad
- rund 90,8 %
- Anbindung
- U-Bahnhöfe Neumarkt, Heumarkt und Appellhofplatz
Die Schildergasse verdankt ihren Namen nicht etwa Straßenschildern, sondern den Wappen- und Schildermalern, die hier im Mittelalter lebten und arbeiteten – im 14. Jahrhundert wohnte hier sogar die Mehrzahl der Meister dieses Handwerks.
Römische Ursprünge
Die Wurzeln der Schildergasse reichen bis in die Römerzeit zurück. Ihr heutiger Verlauf folgt in etwa dem früheren Decumanus maximus, der römischen Ost-West-Achse, die eine direkte Verbindung zum Cardo maximus – der heutigen Hohe Straße – bildete. Am Schnittpunkt beider Achsen lag das Forum als zentraler Marktplatz der Römer. Anders als für die Hohe Straße ist die römische Vergangenheit der Schildergasse allerdings nicht gesichert, da hier nur wenige Funde gemacht wurden.
Woher der Name kommt
Ihren Namen verdankt die Straße den zahlreichen Schilder- und Wappenmalern, die sich hier im Mittelalter niederließen. Bei den Kölnern hieß sie „Schildergaß" oder „Schildergazin", auf Latein „platea clippeorum". Noch im 14. Jahrhundert lebte hier ein Großteil der Meister dieses Handwerks. Ab 1452 befand sich in der Straße das Zunfthaus der Wappenschildermaler und Schneider. Der heutige Name „in der Schildergasse" tauchte erstmals 1797 auf.
Handwerker, Maler und Klöster
Über die Jahrhunderte war die Schildergasse ein dichtes Geflecht aus Werkstätten, Wohnhäusern und Höfen. Viele Nürnberger Maler hatten hier ihre Werkstätten, und in der Nachbarschaft lebten auch berühmte Namen wie Stefan Lochner und Bartholomäus Bruyn der Ältere – wenn auch nicht direkt in der Straße selbst. Auch Klöster zogen ein: Beginen, Antoniter, Kreuzbrüder und Klarissen gründeten hier ihre Konvente. Als stiller Zeuge dieser Zeit steht bis heute die Antoniterkirche, die aus dem 1298 gegründeten Antoniterkloster hervorging und um 1380 vollendet wurde. Sie gilt heute als Ort der Ruhe inmitten der belebten Einkaufsstraße.
Kaiser, Bier und bürgerliche Prachtbauten
Die Schildergasse war lange Zeit auch eine Adresse für Wohlhabende und Mächtige. Nicasius Hackeney ließ hier ab 1508 den „kaiserlichen Hof" errichten, in dem Kaiser Karl V. gleich zweimal übernachtete. Das Bierbrauergewerbe prägte die Straße ebenfalls: Das Haus Mirweiler diente als Zunfthaus der Brauer, und noch heute erinnert der 1972 eingeweihte, sechs Meter hohe Bierbrunnen an diese Tradition. Wohlhabende Familien wie die Rinck errichteten Prachtbauten, darunter der 1513 erbaute „zum goldenen Ring".
Vom Flanierboulevard zur Fußgängerzone
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Schildergasse zur städtischen Flanierstraße. Cafés wie das „Café Royal" wurden zu Treffpunkten – Karl Marx und Friedrich Engels zählten zu den Gästen, und während der Märzrevolution 1848 fanden hier politische Versammlungen statt. 1914 eröffnete am Übergang zur Hohe Straße das Kaufhaus Tietz, das seinerzeit als das größte und modernste Warenhaus Europas galt. Am 23. Februar 1966 wurde die Schildergasse zur ersten Fußgängerzone Kölns erklärt. Als 1967 auch die Hohe Straße folgte, entstand mit 1.417 Metern eine der längsten autofreien Einkaufsmeilen Deutschlands.
Die Schildergasse heute
Heute reihen sich hier Filialen großer Handels- und Modeketten neben Boutiquen, Fachgeschäften und Gastronomie. Textilien machen mit rund 60 % den größten Flächenanteil aus, gefolgt von Schuhgeschäften mit 22 %. Etwa 40 % der Läden verfügen über mehr als 500 m² Verkaufsfläche. Ein markantes modernes Bauwerk ist das 2005 eröffnete Weltstadthaus mit rund 14.400 m² Verkaufsfläche. Mit Platz fünf der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands im Jahr 2023 zählt die Schildergasse weiterhin zu den beliebtesten Adressen des Landes.
Zeitstrahl
- 1298Gründung des Antoniterklosters, aus dem später die Antoniterkirche hervorging
- 1452Das Zunfthaus der Wappenschildermaler und Schneider bezieht die Straße
- 1508Nicasius Hackeney lässt den „kaiserlichen Hof" errichten
- 1797Erstmals taucht der heutige Name „in der Schildergasse" auf
- 1914Eröffnung des Kaufhauses Tietz, damals das größte Warenhaus Europas
- 1966Die Schildergasse wird zur ersten Fußgängerzone Kölns erklärt
- 1972Einweihung des sechs Meter hohen Bierbrunnens
- 2005Eröffnung des Weltstadthauses mit rund 14.400 m² Verkaufsfläche
Galerie
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Adresse
Schildergasse
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13
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