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Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Anton Woensam († 1541) · Public domain

Pantaleonstor – ein verschwundenes Doppeltor der Kölner Stadtmauer

Das Pantaleonstor war ein mittelalterliches Doppelturmtor in der Kölner Stadtmauer, durch das ab 1844 sogar die erste Eisenbahn nach Bonn rollte, bevor es 1894 abgerissen wurde.

Das Pantaleonstor war ein Stadttor in Form eines Doppeltors innerhalb der Kölner Stadtbefestigung. Es stand in der heutigen Altstadt-Süd im Bereich Waisenhausgasse/Pantaleonswall und existiert heute nicht mehr.

Auf einen Blick

Art
Ehemaliges Doppelturmtor der Stadtmauer
Standort
Kölner Altstadt-Süd, Waisenhausgasse/Pantaleonswall
Namensgeber
Die nahe Kirche St. Pantaleon
Erste Erwähnung
1211
Besonderheit
Durchfahrt für Kölns erste Eisenbahn (ab 1844)
Abriss
1894
Status
Nicht mehr erhalten

Herkunft und Name

Seinen Namen erhielt das Tor („Porta Sancti Panthaleonis") von der benachbarten Kirche St. Pantaleon, in der bereits im Jahr 965 Erzbischof Bruno von Köln beigesetzt wurde. Als Bestandteil der Stadtbefestigung wurde es erstmals 1211 schriftlich genannt und diente wie die übrigen Tore als Durchgang in die und aus der ummauerten Stadt. 1289 schloss es zusammen mit den Mauern die sogenannte „Villa Sancti Pantaleonis" ein.

© Arnold Mercator · Public domain

Gestalt des mittelalterlichen Tores

Überliefert ist das spätmittelalterliche Erscheinungsbild unter anderem durch zwei bekannte Stadtansichten: die Darstellung von Anton Woensam aus dem Jahr 1531 und jene von Arnold Mercator aus dem Jahr 1570. Letztere zeigt insgesamt elf Tore, die die Stadt zur Landseite hin öffneten. Das Pantaleonstor war als Doppelturmtor mit Halbrundtürmen gestaltet: Auf einen viergeschossigen Mittelbau folgten dreigeschossige Flanktürme, und die Durchfahrt unter den gestelzten Rundbogenportalen war kreuzgratgewölbt.

© Architecten- und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen Köln · Public domain

Wenig genutzt und teils zugemauert

Das Tor führte nicht auf eine der großen Ausfallstraßen, sondern diente – ähnlich wie das benachbarte [[Bachtor]] – nur als lokaler Ein- und Ausgang, der wenig frequentiert wurde. 1475 erhielt der Wächter für 16 Wochen ein Kerzengeld von 16 Mark, weil in der Zeit des Neusser Kriegs ein erhöhtes Wachbedürfnis bestand. Wegen der geringen Nutzung wurde der Hauptdurchgang um 1528 zugemauert; lediglich ein kleiner Eingang blieb bis 1842 bestehen.

© Architecten- und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen Köln · Public domain

Das Tor als Eisenbahndurchfahrt

Nachdem die Bonn-Cölner Eisenbahn am 6. Juli 1840 ihre Lizenz erhalten hatte, wurde das Tor wieder geöffnet, denn die Strecke aus Bonn sollte durch das Pantaleonstor geführt werden. In unmittelbarer Nähe entstand mit dem „Pantaleonsbahnhof" (nahe dem heutigen Barbarossaplatz) der erste Bahnhof Kölns, ein Kopfbahnhof. Um den Höhenunterschied zwischen Tor und Umgebung auszugleichen, errichtete die Eisenbahngesellschaft eine Holzbrücke bis zum Tor. Am 3. Februar 1844 fuhr ein erster dampfbetriebener Zug hindurch, die offizielle Eröffnung folgte am 15. Februar 1844. Die Verbindung war stark gefragt: Im April 1844 zählte man 50.000, im September bereits 80.000 Passagiere. Für die 29 Kilometer benötigte der Zug nur 45 Minuten.

© Architecten- und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen Köln · Public domain

Abriss

Nachdem die Stadt Köln die Stadtmauer am 5. Mai 1881 vom preußischen Militärfiskus erworben hatte, begann im Juni 1881 der Abbruch der alten Befestigung; nur wenige Teile sollten als Denkmal erhalten bleiben. Der Pantaleonszwinger fiel gemäß einem Vertrag von 1882, das Pantaleonstor folgte nach der Außerbetriebnahme des Bahnhofs am 25. Mai 1894 gemeinsam mit diesem. Ein ähnliches Schicksal ereilte in denselben Jahren auch das [[Schaafentor]], das [[Bachtor]] und das [[Weyertor]].

© Architecten- und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen Köln · Public domain

Galerie

© Heinrich Adolf Meier († 1896) · Public domain · Commons
© Julius Eduard Bennert († 1929) · Public domain · Commons
© Jakob Scheiner · Public domain · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-23

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