Pantaleonstor – ein verschwundenes Doppeltor der Kölner Stadtmauer
Das Pantaleonstor war ein mittelalterliches Doppelturmtor in der Kölner Stadtmauer, durch das ab 1844 sogar die erste Eisenbahn nach Bonn rollte, bevor es 1894 abgerissen wurde.
Das Pantaleonstor war ein Stadttor in Form eines Doppeltors innerhalb der Kölner Stadtbefestigung. Es stand in der heutigen Altstadt-Süd im Bereich Waisenhausgasse/Pantaleonswall und existiert heute nicht mehr.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliges Doppelturmtor der Stadtmauer
- Standort
- Kölner Altstadt-Süd, Waisenhausgasse/Pantaleonswall
- Namensgeber
- Die nahe Kirche St. Pantaleon
- Erste Erwähnung
- 1211
- Besonderheit
- Durchfahrt für Kölns erste Eisenbahn (ab 1844)
- Abriss
- 1894
- Status
- Nicht mehr erhalten
Herkunft und Name
Seinen Namen erhielt das Tor („Porta Sancti Panthaleonis") von der benachbarten Kirche St. Pantaleon, in der bereits im Jahr 965 Erzbischof Bruno von Köln beigesetzt wurde. Als Bestandteil der Stadtbefestigung wurde es erstmals 1211 schriftlich genannt und diente wie die übrigen Tore als Durchgang in die und aus der ummauerten Stadt. 1289 schloss es zusammen mit den Mauern die sogenannte „Villa Sancti Pantaleonis" ein.
Gestalt des mittelalterlichen Tores
Überliefert ist das spätmittelalterliche Erscheinungsbild unter anderem durch zwei bekannte Stadtansichten: die Darstellung von Anton Woensam aus dem Jahr 1531 und jene von Arnold Mercator aus dem Jahr 1570. Letztere zeigt insgesamt elf Tore, die die Stadt zur Landseite hin öffneten. Das Pantaleonstor war als Doppelturmtor mit Halbrundtürmen gestaltet: Auf einen viergeschossigen Mittelbau folgten dreigeschossige Flanktürme, und die Durchfahrt unter den gestelzten Rundbogenportalen war kreuzgratgewölbt.
Wenig genutzt und teils zugemauert
Das Tor führte nicht auf eine der großen Ausfallstraßen, sondern diente – ähnlich wie das benachbarte [[Bachtor]] – nur als lokaler Ein- und Ausgang, der wenig frequentiert wurde. 1475 erhielt der Wächter für 16 Wochen ein Kerzengeld von 16 Mark, weil in der Zeit des Neusser Kriegs ein erhöhtes Wachbedürfnis bestand. Wegen der geringen Nutzung wurde der Hauptdurchgang um 1528 zugemauert; lediglich ein kleiner Eingang blieb bis 1842 bestehen.
Das Tor als Eisenbahndurchfahrt
Nachdem die Bonn-Cölner Eisenbahn am 6. Juli 1840 ihre Lizenz erhalten hatte, wurde das Tor wieder geöffnet, denn die Strecke aus Bonn sollte durch das Pantaleonstor geführt werden. In unmittelbarer Nähe entstand mit dem „Pantaleonsbahnhof" (nahe dem heutigen Barbarossaplatz) der erste Bahnhof Kölns, ein Kopfbahnhof. Um den Höhenunterschied zwischen Tor und Umgebung auszugleichen, errichtete die Eisenbahngesellschaft eine Holzbrücke bis zum Tor. Am 3. Februar 1844 fuhr ein erster dampfbetriebener Zug hindurch, die offizielle Eröffnung folgte am 15. Februar 1844. Die Verbindung war stark gefragt: Im April 1844 zählte man 50.000, im September bereits 80.000 Passagiere. Für die 29 Kilometer benötigte der Zug nur 45 Minuten.
Abriss
Nachdem die Stadt Köln die Stadtmauer am 5. Mai 1881 vom preußischen Militärfiskus erworben hatte, begann im Juni 1881 der Abbruch der alten Befestigung; nur wenige Teile sollten als Denkmal erhalten bleiben. Der Pantaleonszwinger fiel gemäß einem Vertrag von 1882, das Pantaleonstor folgte nach der Außerbetriebnahme des Bahnhofs am 25. Mai 1894 gemeinsam mit diesem. Ein ähnliches Schicksal ereilte in denselben Jahren auch das [[Schaafentor]], das [[Bachtor]] und das [[Weyertor]].
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-23
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





