Filzengrabentor
Um 1200 errichtetes Tor der Kölner Rheinmauer am Filzengraben, 1854 abgebrochen und heute nicht mehr erhalten.
Das Filzengrabentor war eines der Tore der rheinseitigen Kölner Stadtbefestigung. Es entstand um 1200 und prägte über sechs Jahrhunderte den Uferbereich bei St. Maria Lyskirchen, bis es 1854 niedergelegt wurde.
Auf einen Blick
- Typ
- Torturm der Kölner Rheinmauer
- Standort
- am Filzengraben, nahe St. Maria Lyskirchen
- Erbaut
- um 1200 (letzte mittelalterliche Stadterweiterung)
- Erstmals erwähnt
- 1373 als „porta Vilcengraven"
- Funktion
- Stadttor, Warenumschlag, später Mehlwaage
- Abgerissen
- 1854 (mittelalterlicher Bau); heute nichts mehr erhalten
Lage und Namensdeutung
Das Tor lag am Ende des alten Stadtgrabens (civitatis fossa), des „Filzengrabens", der zugleich als Straße und als Endlauf des Duffesbaches zwischen Mühlenbach und Holzwerft verlief. Bis 1106 bildete diese Linie die Grenze zwischen der Rheinvorstadt und der südlichen Vorstadt Oversburg. Der Kölner Historiker Adam Wrede führte den Straßennamen auf die altkölnische Form „Fezejrave" zurück – benannt nach den Filzmachern, die aus Filz Hüte und Mäntel unter anderem für die Turm- und Torwachen fertigten.
Die Rheinmauer und ihre Tore
Die im 13. Jahrhundert errichtete Rheinmauer schloss den Halbkreis der Kölner Ringmauer und spannte sich zwischen dem um 1220 erbauten Bayenturm im Süden und dem um 1223 errichteten Kunibertsturm im Norden. Nahezu jede zur Mauer führende Straße besaß ein Tor oder eine Pforte; für 1470 sind 26 solcher Durchlässe belegt. Im südlichen Bereich der Vorstadt Oversburg zählte das Filzengrabentor zu den größeren.
Nutzung im Alltag
Neben seiner Sicherungsaufgabe diente das Tor dem Umschlag der hier anlegenden Schiffe und Boote; vor allem Wein- und Holzhandel spielten eine große Rolle. Aktenvermerke von 1370/80 belegen Beschränkungen für Holzlager im Torbereich, 1555 wurde das vorgelagerte Ufergelände verbreitert. Bei Dunkelheit wurde das Tor geschlossen und unterstand dem Burggrafen. Er ließ es nachts bei Bedarf öffnen – etwa für die im Volksmund „Goldgräber" genannten Arbeiter im Dienst des Scharfrichters, die Latrinen leerten: Der Rat hatte verfügt, ihre Fuhren nur durch das Tor der Neugasse und das Filzengrabentor zu führen, um die Fracht in den Rhein zu schütten.
Bauwerk
Das Filzengrabentor war ein viereckiger Turmbau mit spitzbogigem Tor zur Rheinseite, überspannt von einer Rundbogenblende, und einem flachen Bogendurchgang zur Stadt hin. Das Obergeschoss mit Kreuzfenstern trug zunächst einen Zinnenaufsatz, später ein schlichtes Walmdach. An der Nordseite lag ein angebauter Treppenaufgang mit Erker. Schreinsakten von 1494 beschreiben eine Wohnung im Obergeschoss, die über zwei Wehrgänge mit der Stadtmauer verbunden war.
Umnutzung und Abbruch
1744 ließ H. Schölgen den Torturm durch den Baumeister Nikolaus Krakamp erweitern; bis 1834 diente er als Mehlwaage – daher der Name „Mehlpförtchen" für einen benachbarten kleineren Mauerdurchgang. Durch wiederholte Aufschüttungen war das Bodenniveau bei Lyskirchen/Filzengraben so gestiegen, dass der Historiograph Aegidius Gelenius das Tor schon im 17. Jahrhundert als „subterranea" (unterirdisch) beschrieb; zur Zeit des Abbruchs blieben für den Durchgang nur noch drei Meter Scheitelhöhe. 1854 wurde der mittelalterliche Bau abgebrochen und durch einen Ziegelsteintorbau ersetzt. Vom Filzengrabentor ist heute nichts mehr erhalten.
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Auf Rheinberg 2
50676 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-14
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